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Importe von Biolebensmitteln aus Drittländern

 
Ökologisch bewirtschaftete Parzelle in Lateinamerika. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Bioprodukte aus Drittländern: Wie kann man die Ökoqualität sicherstellen?
Foto: GfRS

Importe von Biolebensmitteln aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gewinnen am deutschen Ökomarkt mehr und mehr an Bedeutung. Produkte aus diesen so genannten Drittländern dürfen in der EU nur dann unter Ökoauslobung vermarktet werden, wenn sie nach gleichwertigen Erzeugungs- und Verarbeitungsbestimmungen hergestellt wurden sowie entsprechenden Kontrollbestimmungen unterliegen wie Bioprodukte in der EU. Kritiker unterstellen jedoch, dass in Drittländern nach weniger strikten Ökostandards als in Deutschland produziert wird. In dem BÖL-Forschungsvorhaben "Risikomanagement bei Importen von Produkten des ökologischen Landbaus aus Drittländern" wurden Risikobereiche bei der Bioproduktion in Drittländern identifiziert und Maßnahmen für effektivere Inspektionen erarbeitet.

Um die relevanten Risikofaktoren und -bereiche zu identifizieren, befragten erfahrene Biokontrolleure der Gesellschaft für Ressourcenschutz (GfRS) in Drittländern tätige Akteure der Biobranche. Aus den Ergebnissen leitete das Expertenteam ab, in welchen Bereichen potenziell Abweichungen zwischen den EG-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau und den in den Drittländern angewandten und umgesetzten Standards auftreten. Darauf aufbauend wurden Maßnahmen erarbeitet, die helfen sollen, Inspektionen in Drittländern bei Erzeugern, Verarbeitern, Handelsunternehmen und Exporteuren effektiver auszugestalten - und so den Verbraucherschutz zu verbessern.

Als ein Ergebnis des Projektes entstand ein Leitfaden für Wirtschaftsakteure, die mit Bioprodukten aus Drittländern umgehen. Der Leitfaden benennt Risikobereiche bei der landwirtschaftlichen Erzeugung und der Verarbeitung in Drittländern, erläutert sie anhand von Praxisbeispielen und zeigt auf, wie sie vermieden werden können. Exporteuren in Drittländern bietet er damit Orientierungshilfe beim Aufbau einer Ökoproduktion. Importeure informiert er über die wichtigsten Faktoren zur Beurteilung der Gleichwertigkeit von einzuführenden Bioerzeugnissen. Der Leitfaden steht in drei verschiedenen Sprachversionen (deutsch, englisch und spanisch) in Organic Eprints, der internationalen Online-Datenbank zur Forschung im ökologischen Landbau, kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung:

externer Link folgtDrittlandsimporte von Ökolebensmitteln in die Europäische Union – ein Leitfaden

Porträt Jochen Neuendorff. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Projektleiter Dr. Jochen Neuendorff ist Geschäftsführer der Ökokontrollstelle Gesellschaft für Ressourcenschutz (GfRS).
Foto: C. Binder, FiBL Deutschland

Der Leiter des Projekts "Risikomanagement bei Importen von Produkten des ökologischen Landbaus aus Drittländern", Jochen Neuendorff, erläutert: "Der Leitfaden soll Marktakteure über effektive Maßnahmen informieren, um die Ökoqualität bei Exporten aus Drittländern sicherzustellen. Ein Biozertifikat alleine reicht nicht aus. Ein Unternehmer, der Bioerzeugnisse aus Drittländern importieren will, muss schauen, wie dort gearbeitet wird. Er muss seine Kooperationspartner im Drittland qualifizieren; er muss klarstellen, worum es bei "Bio" geht und dabei helfen, Fehler zu vermeiden. Dabei soll der Leitfaden Hilfestellung bieten."

Im Rahmen des Projekts, das von Dezember 2004 bis Dezember 2007 lief, wurden zudem Vorschläge für die Neugestaltung der "Drittlandsregelung" in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erarbeitet. Im Zuge der Revision der Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau wurden am 8. Dezember 2008 mit der Verordnung (EG) Nr. 1235/2008 die Durchführungsvorschriften für Drittlandsimporte zur EG-Öko-Basisverordnung (834/2007) verabschiedet:

externer Link folgtDurchführungsverordnung 1235/2008 Drittlandimporte

Kontakt

Dr. Jochen Neuendorff
Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH
Prinzenstraße 4
37073 Göttingen
Telefon: +49 551/ 58 657
E-Mail: jochen.neuendorff@GfRS.de
Internet: externer Link folgtwww.GfRS.de/GfRS/

Letzte Aktualisierung: 10.11.2011

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