April 2011: Glaubwürdig in die Zukunft
Mitte März fand die 11. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau in Gießen statt. Am Rande der landwirtschaftlich dominierten Veranstaltung gab es auch einige wenige Veranstaltungen mit dem Fokus Verarbeitung, Handel und Qualität.
Im Rahmen eines Dialog-Workshops "Fair wirtschaften in regionalen Netzwerken" wurden unterschiedliche Aspekte dieses Themenkomplexes beleuchtet. Christian Hiß, Vorstand der Regionalwert AG aus dem Breisgau, zeigte in seinem Beitrag auf, nach welchen Kriterien Unternehmen wirtschaften müssen, damit die Regionalwert AG sich finanziell an ihnen beteiligt. Nach seiner Meinung ist es nicht zielführend, Biolieferanten standardisiert einen Fairbonus auf ihren Biopreis zu zahlen. Vielmehr meint er, dass solche Bonuszahlungen an besondere Leistungen zu knüpfen sind, wie beispielsweise die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, faire Arbeitsverhältnisse oder der Einsatz samenfester Sorten.
Wichtig bei der Kommunikation mit dem Kunden oder, wie im Falle der Regionalwert AG, mit den Finanziers ist die Glaubwürdigkeit. So profilieren sich beispielsweise derzeit Einzelhändler mit der Förderung samenfester Sorten, im Tagesgeschäft dieser Unternehmen werden jedoch vergleichsweise wenige Erzeugnisse aus diesen Sorten angeboten. Ziel der Bemühungen, und das sollte dem Kunden so auch vermittelt werden, sollte auf jeden Fall sein, dass der Anteil dieser Erzeugnisse im Sortiment stetig ausgebaut wird.
Ähnliches gilt für Waren, die mit dem Attribut "fair" vermarktet werden. Auch hier muss sich der Händler die Frage gefallen lassen wie die Arbeitsverhältnisse des Personals und der direkt beschäftigten Subunternehmen zu bewerten sind. Vorwürfe des Lohndumping werden von der Presse gerne aufgegriffen und schädigen das Image nachhaltig.
Fairer Umgang mit Partnern, Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität sind einzelne Parameter, die alle zur Nachhaltigkeit einer Unternehmung beitragen können. Zur Bewertung wurden mittlerweile Werkzeuge wie Carbon Footprinting, Water Footprinting und Ökobilanzierung entwickelt. Diese können für die Steuerung der Unternehmensentwicklung und auch als Nachweis gegenüber Dritten genutzt werden.
Werteoffensive 'Bio kann mehr'
"Bio kann mehr!" ist eine bundesweite Aktion zur Profilierung des Naturkostfachhandels und der Biomarken. Die Kampagne wurde vom Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) initiiert.
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Spielt Fairness im Ökolandbau überhaupt noch eine Rolle?
Oekolandbau.de hat Dr. Anke Schekahn vom Kasseler Institut für ländliche Entwicklung e.V. zum Thema "Fairness im Ökolandbau" interviewt.
Zukunftskonzept Fachhandel
Die Umsatzentwicklung in den letzten Jahren zeigt es deutlich. Es gibt nicht mehr den Naturkostfachhandel in Deutschland. Während einzelne Läden permanent im zweistelligen Bereich wachsen, konsolidieren viele Biofachgeschäfte im besten Fall ihre Umsätze. Aber wo geht die Reise hin? Wie wird der Naturkostfachhandel zukünftig aussehen? Welches Konzept verspricht auf längere Zeit Erfolg für den Naturkosteinzelhändler?
Naturkostfachhandel - Ohne Kundenbindung keine Zukunft
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Lohnt es sich für einen Naturkosthändler, regionale Produkte zu vermarkten? Was bei der Regionalvermarktung zu beachten ist und was beim Umgang mit Erzeugern und Kunden berücksichtigt werden sollte, finden Sie in den Beiträgen im
Thema: Verkauf regionaler Produkte.
Markenexklusivität im Naturkostfachhandel
Der deutsche Naturkostfachhandel beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Frage der Fachhandelstreue und Markenexklusivität. Wem nützt die Aufhebung der Exklusivität von Handels- und Belieferungsstrukturen?
Letzte Aktualisierung: 05.04.2011

