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Regional, öko, fair gehandelt - praxisnahe Forschung im Bundesprogramm Ökologischer Landbau

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03.03.2010

In Zeiten zunehmend globalen Handels interessieren sich immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher dafür, was sie konkret konsumieren. Neben Öko und Regionalität wird auch eine sozial verträgliche Produktion und fairer Handel nachgefragt. Verschiedene Forschungsprojekte der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) greifen diese Aspekte auf. Auch die diesjährige BioFach in Nürnberg stand mit einer speziellen Sonderschau unter dem Leitthema "Organic und fair".

Aktuelle Umfragen zeigen, dass viele Konsumenten häufig davon ausgehen, dass Bioprodukte generell Kriterien wie zum Beispiel sozial produziert, fair gehandelt und Regionalität erfüllen. Diese Erwartungshaltung lösen zwar zahlreiche Unternehmen der Biobranche ein, aber was gehört dazu? Welche Kriterien beschreiben soziale, faire und regionale Aspekte und wie können sie bewertet werden? Welche Profilierungschancen bieten sie am Markt und inwieweit können sie den Produktpreis beeinflussen?

Einzelne Anbauverbände, regionale Vereine und Unternehmen haben sich dieser Fragen angenommen und Zertifizierungssysteme wie "Bestes Bio - fair für alle" und "fair & regional" entwickelt. Dabei werden Preise, wie auch Produktqualitäten zwischen Erzeuger und Verarbeiter gemeinsam festgelegt. Für die Wissenschaft sind diese von großem Interesse. Die BLE betreut Forschungsprojekte im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, wo einige der Systeme bereits eingebunden sind.

Drei Forschungsprojekte

Ein Forschungsprojekt an dem Kasseler Institut für ländliche Entwicklung e.V. betrachtet in dem Projekt "Qualitätsorientiertes Fair-Preis-Konzept für zertifizierte heimische bio&faire Lebensmittel" zum Beispiel den gesamten Wertschöpfungsprozess von der Erzeugung, über Verarbeitung und Handel bis hin zum Verbraucher. Ziel ist die Entwicklung von Prüfkriterien für den Handel sowie Marketingmaßnahmen, die in Testmärkten erprobt werden.

Ein anderes von der BLE gefördertes Forschungsprojekt am Zentrum Technik und Gesellschaft an der Technischen Universität Berlin untersucht Initiativen in Deutschland und der Schweiz, die sich mit den Attributen "Fairness", "soziale Herstellung" und "Regionalität" auseinander setzen. Um den Absatzerfolg dieser speziell ausgezeichneten Lebensmittel im Naturkostfachhandel zu bewerten und dies in die Marketingempfehlungen einbeziehen zu können, werden auch die Ergebnisse der Testmärkte einbezogen.

Solche Testmärkte werden vom Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel konstruiert. Das Forschungsprojekt "Absatzanalyse für regionale und fair gehandelte Ökolebensmittel" wertet Absatzdaten von Testprodukten beider oben genannten Studien aus. Dabei werden Absatzmengen, Umsätze und Verdrängungswirkungen untersucht.

Hintergrund und weitere Planung

Die Forschungsprojekte werden im Auftrag für das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz durch die BLE vergeben und betreut. Die Ergebnisse werden in der BLE zusammengeführt und den verschiedenen Projektnehmern zur Verfügung gestellt. Diese Vernetzung trägt zu einem effektiven Erfahrungsaustausch der verschiedenen Initiativen und Akteure und damit zu einem Wissenszuwachs bei. Geplant sind auch ein konkreter Leitfaden und eine Infobroschüre, die alle Ergebnisse darstellen. Ab 2011 steht diese allen Interessierten zur Verfügung.


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