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Gentechnik-Kartoffel Amflora in Europa zugelassen

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04.03.2010

Der neue europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, hat am Dienstag den Anbau für die Gentechnik-Kartoffel Amflora in Europa genehmigt. Amflora wurde von der Firma BASF entwickelt und soll Amylopektinstärke für technische Anwendungen produzieren.

Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, kritisierte die Entscheidung: "Es ist völlig unverständlich, warum ein Gesundheitskommissar die Bedenken der Europäischen Behörde für Arzneimittelprüfung (EMEA) an der Antibiotika-Resistenz der Amflora übergeht und dann noch eine Vermischung mit Speisekartoffeln gestattet." Dies sei besonders unverständlich, weil mittlerweile konventionell gezüchtete Sorten mit den gleichen technischen Eigenschaften wie Amflora zur Verfügung stünden.

Insbesondere bemängelte Löwenstein die Grenzwertregelung, nach der Verbraucher tolerieren müssten, dass pro 25-kg Sack bis zu drei Knollen gentechnisch verändert sein könnten. Dabei sei Amflora gar nicht für den Verzehr geprüft oder zugelassen.

Nach Ansicht des BÖLW unterstreicht die Amflora-Genehmigung die Notwendigkeit, den bereits im Dezember 2008 von den EU-Umweltministern gefassten Beschluss umzusetzen, wonach auch eine Bewertung der sozio-ökonomischen Folgen des Anbaus von Gentechnik-Pflanzen vorzunehmen ist. "Ein Aspekt der im Zulassungsverfahren bislang völlig ausgeblendet wird", so Löwenstein.

Da bislang lediglich 20 Hektar Anbaufläche für die Gentechnikknolle in Deutschland im zentralen Register angemeldet worden sind, ist für 2010 praktisch nicht mit der Erzeugung von Amflora zu rechnen. Der BÖLW-Vorsitzende betonte: "Wir können jetzt nur noch auf die Vernunft der Erzeuger zählen, auch ab 2011 dem Risiko von Vermischung und dem daraus resultierenden Streit zwischen Nachbarn aus dem Weg zu gehen."

Quelle: Pressemitteilung des BÖLW

Weitere Informationen zu Amflora gibt es unter anderem auf der Internetseite der Stiftung Ökologie & Landbau.


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