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Naturland: Chancen für den Ökolandbau nutzen

08.03.2010
Die hessischen Naturland-Bauern haben am vergangenen Donnerstag bei ihrer jährlichen Mitgliederversammlung mehr Planungssicherheit im Ökolandbau gefordert. Landwirtschaftsministerin Silke Lautenschläger solle die Ökoförderung für die wachsende Anzahl an Ökobetrieben in Hessen verlässlich zusichern, verlangten die Landwirte. Naturland Landesvorstand Christoph Förster betonte: "Wir rufen die Politik auf, die Bauern bei der Umstellung weiter zu fördern und mit der Neuausrichtung der hessischen Agrarpolitik positive Signale für die Ökobauern zu senden. Schließlich bekommt die regionale Erzeugung von Ökolebensmitteln einen immer höheren Stellenwert."
Ohne einen angemessenen Ausgleich für die ökologische Leistung werde Hessen den Anschluss an die anderen Bundesländer verlieren, und konventionellen Bauern werde der Umstieg auf den Ökolandbau erschwert, so Förster weiter. In Hessen gebe es zuverlässige Handelspartner, die auf die Produkte der regionalen Ökobauern setzten. Sven Euen, tegut… Qualitätsmanager und Leiter des Rohstoffmanagements, betonte in seinem Vortrag auf der Mitgliederversammlung das große Interesse an regional erzeugten Produkten und machte die Anforderungen an die regionalen Ökoerzeuger deutlich. Förster hob hervor: "Die Politik darf in keinem Fall den positiven Marktzugang für hessische Betriebe blockieren und die Chancen für den heimischen Ökolandbau zugunsten von Importen verschlafen."
Gesamtgesellschaftlicher Nutzen des Ökolandbaus
"Jeder neue Ökobetrieb ist ein Beitrag zu Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz", betonte Förster, "daher muss die Arbeit der Ökobauern in besonderer Weise honoriert werden." Zum Beispiel leistet der Ökolandbau laut Förster durch seine wechselnden Fruchtfolgen und die schonende Bodenbearbeitung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zum Klimaschutz - unter anderem wird durch den höheren Humusanteil mehr CO2 im Boden gebunden. Nicht zu vergessen ist auch sein gesellschaftspolitischer Nutzen: Ökolandwirte und Verarbeiter verpflichten sich zu nachhaltigen Wirtschaftsweisen und geben regionalen Handelspartnern und Vermarktungswegen den Vorrang. Dadurch wird die ländliche Entwicklung gefördert, die regionale Wirtschaftskraft wächst und wertvolle Arbeitsplätze bleiben in der Region.
Ökolandbau in Hessen
Naturland verzeichnete in Hessen im Jahr 2009 ein überdurchschnittliches Wachstum: Insgesamt bewirtschafteten 103 Naturland Betriebe eine Fläche von 8.657 Hektar; das sind 18,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl aller verbandsgebundenen Ökobetriebe in Hessen erhöhte sich 2009 nach Angaben der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL) um 5,3 Prozent auf 559 Betriebe. Hessen steht mit 10 Prozent Ökolandbau an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche bundesweit an erster Stelle.
Quelle: Pressemitteilung von Naturland
