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Aufbruchstimmung in der EU-Agrarpolitik

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29.07.2010

Am 19. und 20. Juli 2010 fand in Brüssel eine Konferenz zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 statt. Hier diskutierte der EU-Agrarkommissar für Landwirtschaft Dacian Cioloş mit 600 Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach dem Jahr 2013. Der Kommissar lud 50 Agrarexperten ein. Unter ihnen war Urs Niggli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Er sprach zu den Themen Klimawandel, Umweltschutz und Biodiversität und zu den Potentialen, welche der Biolandbau zur Lösung dieser Herausforderungen bietet.

Im Vorfeld der Konferenz hatte eine öffentliche Befragung der Bürgerinnen und Bürger zur zukünftigen Bedeutung und Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU stattgefunden. Ingesamt gingen 5.700 Antworten auf der Internetseite der Generaldirektion Landwirtschaft ein. Rund 60 Prozent der Antworten stammten aus den drei Mitgliedländern Deutschland, Polen und Frankreich. Die Mehrheit der Bürger vertrat die Meinung, dass die gesamteuropäische Landwirtschaftspolitik beibehalten und die Landwirtinnen und Landwirte auch in Zukunft finanziell unterstützt werden sollten.

Gleichzeitig wurden aber auch klare Erwartungen an die Landwirtschaft geäußert: Die Lebensmittel sollten gesund, natürlich und umweltfreundlich sein. Unter gesunden Produkten wurde mehrheitlich das Fehlen von unerwünschten Stoffen und von Risiken durch Mikroorganismen und Krankheitserreger verstanden. Natürlich sollten Lebensmittel vor allem frei von gentechnisch veränderten Organismen und Pestiziden sein. Und mit umweltfreundlich meinten die EU-Bürger hauptsächlich gute Wasserqualität, einen fruchtbaren Boden und keine Belastung der Luft mit Klimagasen.

FiBL-Direktor Niggli betonte, dass nachhaltige Landbewirtschaftungsformen bei der zukünftigen Agrarpolitik Vorrang haben müssten. Isolierte Maßnahmen seien nicht der richtige Weg, um die zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen. Er rief EU-Agrarkommissar Ciolos auf, in Systemansätze wie den ökologischen Landbau zu investieren. Ökologischer Landbau biete nachweislich Lösungen beim Klimawandel, sei gut für die Biodiversität, für Wasser- und Bodenqualität und erzeuge darüber hinaus hochwertige Lebensmittel. Dem Biolandbau sei deshalb bei allen Maßnahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik Vorzug zu geben. Diese Position vertrat auch die Regionalgruppe EU der Internationalen Vereinigung biologischer Landbaubewegungen (IFOAM-EU-Gruppe).

Quelle: Pressemitteilung des FiBL


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