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Großstudie zeigt: Bioprodukte sind besser als konventionell erzeugte

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19.08.2009

Ökoprodukte sind ernährungsphysiologisch besser als konventionell erzeugte. Das zeigen die Ergebnisse des fünfjährigen europäischen Projekts "Quality Low Input Food" (QLIF), die von Vertretern des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) am Dienstag in Berlin präsentiert wurden. Projektleiter Dr. Urs Niggli von der FiBL erläuterte: "Nach den Ergebnissen von QLIF enthalten Ökoprodukte bei verschiedenen Kulturen wie Kohl, Salat, Tomaten oder Kartoffeln gegenüber dem konventionellen Anbau deutlich höhere Gehalte an Antioxidantien, Vitaminen und bioaktiven Stoffen. Biomilch weist vor allem im Sommer 40 bis 60 Prozent mehr Omega-3-Fettsäuren und konjugierte Linolsäuren (CLA) sowie 30 bis 70 Prozent mehr Vitamine, Carotinoide und andere Antioxidantien auf."

Ursachen

Hauptursache für das bessere Abschneiden der Ökoprodukte ist der Großstudie zufolge die organische Düngung, deren Wirkung bisher unterschätzt wurde. Sie erhöht gegenüber der mineralischen Düngung beim konventionellen Landbau nicht nur die Gehalte an bioaktiven Stoffen, sondern beeinflusst auch die Genexpression, die Eiweißprofile und die Konzentration von Stoffen, welche die Abwehrkräfte der Pflanzen stärken. Sekundäre Pflanzenstoffe beziehungsweise bioaktive Stoffe wirken im tierischen und menschlichen Körper als Antioxidantien. Das sind Substanzen, die als Radikalfänger im menschlichen Organismus bei der Infektionsabwehr entzündungshemmend wirken und das Risiko für bestimmte Krebs- und arteriosklerotische Erkrankungen verringern.

Bei der Biomilch spielt die artgerechte Fütterung der Tiere mit Gräsern und Kräutern eine wichtige Rolle für die Zusammensetzung der Milch. Die günstigere Zusammensetzung der Fettsäuren ist vorteilhaft für die menschliche Gesundheit. LDL-Cholesterin-Werte lassen sich senken; die Verklumpung von Blutplättchen in den Blutgefäßen wird vermindert.

Kritik an britischer Studie

Diese Ergebnisse widerlegen die vor kurzem veröffentlichte Studie der britischen Food Standard Agency (FSA), die großes Aufsehen in der deutschen Öffentlichkeit erzeugt hatte. DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen bemängelte: "Auffallend ist, dass die FSA-Studie kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse des QLIF-EU-Forschungsprojektes erfolgte, natürlich ohne deren Erkenntnisse zu berücksichtigen." Zudem seien gezielt Studien ausgeschlossen worden, die den höheren Gehalt von bioaktiven Stoffen bei Bioobst belegten.

Auch der erste DNR-Vizepräsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann übte Kritik an der FSA-Studie: "Problematische Rückstände von Pestiziden, Wachstumsregulatoren, Schwermetallen und Nitraten wurden erst gar nicht berücksichtigt, da sie nach Ansicht der FSA nicht relevant für die Ernährung sind." Dabei seien die negativen chronischen Wirkungen bereits geringer Konzentrationen dieser Schadstoffe für Kleinkinder längst bekannt, betonte Vogtmann. Die Ökoprodukte schnitten dagegen gerade bei diesen gefährlichen Substanzen sehr gut ab. Hier erhalten Sie detaillierte Informationen zum QLIF-Projekt: www.qlif.org.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Naturschutzrings


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