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Fasten statt Prassen - auch bei der Herstellung

10.03.2011
AoeL mahnt zu nachhaltigem Umgang mit Lebensmitteln
Fasten ist nicht nur eine Frage der Figur, meint die Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL). "Versteht man Fasten als Verzicht auf Verschwendung, ist es auch eine unternehmerische Herausforderung", sagt AoeL-Geschäftsführer Dr. Alexander Beck. "Zugleich ist eine Notwendigkeit, um mit knapperen Ressourcen das Überleben der Menschheit zu sichern."
Über zehn Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland weggeworfen; das meiste davon schon im Handel, bevor es die Verbraucher überhaupt erreicht. Beispielsweise kalkulieren Bäckereien einen immensen Überschuss mit ein, wenn sie ihren Kunden bis Ladenschluss noch die volle Auswahl an frischen Broten anbieten. Letztlich wird auf diese Weise in Deutschland jedes fünfte Brot weggeworfen. "Das ist ein Skandal angesichts von einer Milliarde hungernder Menschen auf der Welt", sagt Beck. Weizen wird auf dem Weltmarkt gehandelt, auf den auch arme Länder angewiesen sind, und die in Gang gesetzten Spekulationen an dieser Börse treiben die Preise in Höhen, die für die meisten Menschen unbezahlbar sind.
Doch es geht auch anders, wie das AoeL-Unternehmen Hofpfisterei zeigt. Der Bio-Großbäckerei mit 156 Filialen in Süddeutschland und Berlin gelingt es, ihr Brot nahezu ganz wieder in die menschliche Nahrungskette fließen zu lassen. Was in der letzten Stunde vor Ladenschluss nicht verkauft ist, wird zu familienfreundlichen happy-Hour-Preisen verkauft. Die übrigen Brote werden am nächsten Tag im eigenen Restbrotladen in der Nähe des Münchner Viktualienmarkts zu 2 Euro pro Laib verkauft. Für Firmeninhaber Siegfried Stocker gilt das ökologische Prinzip: "Nahrungsmittel sollte man nicht wegwerfen." Deshalb hat er sich dafür eingesetzt, die nicht verkauften Laibe aus dem Restbrotladen als ökologisches Tierfutter verarbeiten zu dürfen.
Damit ein solches Konzept gelingt, ist Bewusstseinsbildung notwendig, betont AoeL-Geschäftsführer Dr. Beck: "Es muss den Kunden klar werden, dass nicht die Masse, mitunter nicht einmal die volle Auswahl zählt, sondern vielmehr die Ressourcen schonende und behutsame Erzeugung unsere Lebens-Mittel so wertvoll und kostbar macht." Letztlich seien die Verbraucher in der Verantwortung, ihre Lebensmittel sorgsam auszuwählen und wertzuschätzen.
Quelle: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. (AoeL) Pressemitteilung
