Bio für Einsteiger
Die erste eigene Wohnung. Super! Endlich über alles selbst bestimmen. Freunde einladen, laute Musik hören, lange schlafen, Essen, wann und was man will. Paradiesische Zustände?
Apropos Paradies. Da war doch was. Ist da nicht jemand rausgeflogen wegen eines Apfels? Ein knackiger Apfel. Lecker. Im Hotel Mama war der Kühlschrank ja auch immer gut gefüllt. Aber in der eigenen Küche herrscht gerade gähnende Leere. Schluss mit Paradies. Etwas zu essen muss her.
Knapp bei Kasse
Bioprodukte haben bei einigen den Ruf teurer Luxusprodukte für Besserverdienende. Sind Biolebensmittel also tabu für den schmalen Geldbeutel?
Mit Discountpreisen können Bioprodukte natürlich nicht mithalten. Denn Bioqualität gibt es nicht zum Nulltarif - aber so teuer wie ihr Ruf sind Bioprodukte schon lange nicht mehr.
Seit es Bioprodukte in großer Auswahl fast überall gibt, werden die Preisunterschiede immer geringer. Und man kann sicher sein, dass überall, wo das EU-Bio-Logo oder das Biosiegel drauf ist, auch wirklich Bio drin ist - egal, ob aus dem Bioladen oder vom Discounter.
Die größten Preisunterschiede bestehen häufig bei Biofleisch und Biowurst. Aber wenn man erst mal mit einigen Grundnahrungsmitteln, zum Beispiel Brot, Eiern, Nudeln, Müsli oder Milch anfängt, dann gibt es schon ganz schön viel Bio für nicht so viel mehr Geld.
Darf's ein bisschen mehr sein?
Ihr wollt gerne mehr Bioprodukte in euren täglichen Essensplan aufnehmen? Hier haben wir ein paar Tipps für den günstigen Einstieg zusammengestellt:
Obst und Gemüse kaufen, wenn es Saison hat
Obst und Gemüse à la Saison sind preiswert und schmecken am besten in der Haupterntezeit. Bei der Einkaufsplanung hilft ein Blick in den Saisonkalender. Obst und Gemüse aus der Region punkten zudem durch kurze Transportwege; das gibt Pluspunkte fürs Klima. Wenn ihr eine gute, kühle Lagermöglichkeit habt: Ein Fünf-Kilo-Sack Kartoffeln ist günstiger als kleine Tüten.
Biobrot hält länger frisch
Biobäcker stellen Biobrote und -brötchen mit möglichst naturbelassenen Zutaten her. Viele backen Vollkorn-Produkte, die länger satt machen. Ein Biobrot vom Vortag, das sich über mehrere Tage frisch hält, gibt’s immer wieder auch für die Hälfte zu kaufen.
Frische Zutaten - selber kochen
Wer anstatt Fertigprodukte in die Mikrowelle zu schieben selbst den Kochlöffel schwingt, kann eine Menge sparen. Günstige Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln können mit frischen Zutaten aufgepeppt werden. Doppelt gespart: Gemeinsam kochen macht mehr Spaß - es schmeckt besser und unterhält besser als das Fernsehprogramm. Aber auch wer sein Müsli selbst zusammenmischt, ist meist günstiger dran als mit dem Fertigmüsli.
Bioeier: Tierschutz und guter Geschmack
Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher setzen ein Zeichen gegen die Käfighaltung, indem sie Bioeier kaufen. Biohühner werden artgerecht gehalten, sie haben Gelegenheit zum Picken, Scharren und Sandbaden und Zugang an die frische Luft. Gefüttert werden die Hennen mit hofeigenem Futter oder mit zugekauftem Biofutter.
Biofleisch: Klasse statt Masse
Und nun zum Fleisch. Auch hier gilt wieder: Artgerechte Tierhaltung hat ihren Preis. Mehr Platzbedarf im Stall und Auslauf im Freien für die Tiere, Futter vom eigenen Hof, längere Mastzeiten - das alles führt zu einem höheren Arbeitsaufwand auf dem Biohof. Doch das zahlt sich aus: Biofleisch schmeckt besonders gut, ist saftig und zart.
Im Übrigen: Fleisch und Wurst müssen ja nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. Für die Gesundheit ist weniger mehr. Ein- bis zweimal in der Woche Fleisch (300 bis 600 Gramm) reicht laut Ernährungsexperten aus.
Und wenn das Monatsbudget bereits verbraten ist, bleibt ja noch der Besuch bei Muttern. Schön, wieder zu Hause zu sein, sich einfach an den gedeckten Tisch zu setzen und lecker zu essen. Das schont den Geldbeutel und versetzt in paradiesische Zustände.
Pluspunkte für Umwelt- und Klimaschutz
Auch wenn der Geldbeutel nicht so üppig gefüllt ist - für Biolebensmittel muss man ein bisschen mehr ausgeben. Aber sie sind ihren Preis wert. Biogemüse enthält weniger Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als konventionell angebautes Gemüse. Die Tiere werden artgerecht gehalten und bei der Verarbeitung von Bioerzeugnissen kommen deutlich weniger Zusatzstoffe zum Einsatz.
Auch im Bereich Umwelt- und Klimaschutz schneidet Bioware besser ab: Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Mineraldünger werden Boden, Wasser und Luft geschont und Energie gespart. Die Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren wird gefördert, die Vermehrung von Nützlingen begünstigt.
Alles in allem sind die etwas höheren Ausgaben also gut angelegt. Bioprodukte sind lecker und gesund, gut für dich und die Umwelt.
Letzte Aktualisierung: 19.04.2011


