Fischers Fritze fischt frische Fische: Biofisch
Bei Oma Elli gab es freitags immer Fisch. Darauf war Verlass, das war "so sicher wie das Amen in der Kirche". Was früher der Pfarrer "predigte", empfehlen heute auch Ernährungsexperten: ein- bis zweimal in der Woche sollte Fisch auf einem ausgewogenen Speiseplan stehen. Ob freitags, montags oder mittwochs spielt dabei keine Rolle.
Fisch ist hochwertig und leicht verdaulich, enthält viele wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und darüber hinaus schmeckt er wirklich lecker. Kein Wunder also, dass Fisch bei immer mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern so gut ankommt.
Munter wie ein Fisch im Wasser?
Der weltweit steigende Fischkonsum hat allerdings auch Schattenseiten. Laut WWF gelten weltweit fast 80 Prozent der genutzten Bestände als überfischt oder bis an die natürlichen Grenzen befischt. Mögliche Folgen liegen auf der Hand: die Fortpflanzung der betroffenen Fischarten ist gefährdet - auf lange Sicht besteht damit die Gefahr, dass sie aussterben. Besonders betroffen davon sind zum Beispiel Aal, Dorsch, Roter Tunfisch, Rotbarsch oder Kabeljau aus dem Nordostatlantik. Die vorgeschriebene Kennzeichnung mit der Angabe von Handelsbezeichnung, Fanggebiet und Produktionsmethode hilft dabei, sich gezielt für oder gegen ein Produkt zu entscheiden.
Biofisch - eine nachhaltige Alternative

- Ökologische Forellenzucht in naturnah gestaltetem Teich kommt den Bedürfnissen der Tiere entgegen.
Foto: A. Stamer, FiBL
Bereits Mitte der 1990er-Jahre haben die Anbauverbände Bioland und Naturland mit der Entwicklung verbindlicher Richtlinien für eine ökologische Aquakultur begonnen. Auf Demeter-Höfen fügt sich die Zucht von Karpfen und Schleien in naturnah belassenen Teichen gut in den biologisch-dynamischen Hoforganismus ein. Nahrung erhalten die Fische mindestens zur Hälfte aus den im Teich wachsenden Pflanzen, zugefüttert wird zum Beispiel Getreide aus ökologischer Erzeugung.
Karpfen zählen zu den ersten Fischen, die in Deutschland in Bioqualität erhältlich waren. Ein breites Sortiment an Biofisch halten Bioläden und auch Supermärkte bereit: Karpfen, Forellen, Shrimps, Welse und Buntbarsche aus ökologischer Teichwirtschaft sowie Lachs, Dorade, Loup de Mer und Kabeljau aus ökologisch bewirtschafteten Netzgehege-Kulturen sind frisch, tiefgefroren (auch küchenfertig paniert), geräuchert und mariniert im Angebot.
In Deutschland gehört übrigens die Forelle zu den beliebtesten Speisefischen. Da sie mit dem Lachs verwandt ist, verdankt sie den gemeinsamen Vorfahren ihr edles, zartes Fleisch. Fischliebhaber bevorzugen sie frisch oder geräuchert.
Butter bei die Fische: der Biofisch hat recht
Seit Anfang 2009 gelten auch für die Erzeugung und Kennzeichnung von Biofisch und -meeresfrüchten die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Sie regeln die artgerechten Haltungsbedingungen, Besatzdichte und Fütterung der jeweiligen Fischbestände. Fische und Fischwaren, die die Vorgaben erfüllen, können mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet werden. Und damit ist auch beim Fisch klar: Wo bio drauf steht, ist auch bio drin. Ist der Erzeuger zudem einem der Ökoanbauverbände angeschlossen, kann das Produkt auch das Warenzeichen des jeweiligen Verbands tragen.
So kann mit gutem Gewissen ein- bis zweimal die Woche Fisch auf den Tisch.
Letzte Aktualisierung: 01.12.2010

