Monatsthema August: Alte Tierrassen
Früher wurden die Nutz- und Haustiere auf den Bauernhöfen auf sehr vielfältige Weise genutzt: Rinder beispielsweise lieferten nicht nur Milch und Fleisch, sie mussten zudem auch den Pflug ziehen. Diese vielseitig genutzten Tierrassen waren anpassungsfähig, widerstandsfähig, fruchtbar und lebten lange. Die Industrialisierung und Mechanisierung in der Landwirtschaft brachte auch eine zunehmende Spezialisierung in der Nutztierhaltung mit sich. So entstanden die auf ein Produkt wie z.B. "Milch", Fleisch" oder "Eier" spezialisierten Hochleistungsrassen. Viele der früher gehaltenen vielseitigen Tierrassen sind dadurch ausgestorben oder akut vom Aussterben bedroht. Damit geht auch oft das wertvolle Wissen um die Vorzüge dieser Rassen sowie um die Verarbeitung und den Geschmack ihrer Produkte verloren.
Wir stellen euch alte Nutztierrassen aus der so genannten "Rote Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland" vor:
Zum Beispiel: Schwarzbuntes Niederungsrind
Früher mussten gute Zuchttiere mit dem regionalen Klima zurechtkommen und das manchmal karge Futter gut verwerten können. Gesund, widerstandsfähig und fruchtbar sollten sie sein. Gefragt waren Kühe, die lange Milch gaben und danach immer noch gutes Fleisch lieferten.
Die meisten dieser Nutztierrassen wurden von sogenannten Hochleistungsrassen, die auf besonders hohe Leistung gezüchtet wurden, verdrängt. Jetzt sind die alten robusten Rassen, wie zum Beispiel das Alte Schwarzbunte Niederungsrind, wieder im Kommen.
Zum Beispiel: Schwäbisch-Hällisches Landschwein
Diese alte Schweinerasse der Region Hohenlohe in Baden-Württemberg war vom Aussterben bedroht.
Heute sind die "Mohrenköpfe", so genannt wegen der blauschwarzen Färbung von Kopf und Hinterteil, für ihre hervorragende Fleischqualität und den guten Geschmack wieder hochgeschätzt.
Zum Beispiel: Rhönschaf
Das Rhönschaf ist eine der ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Berühmt wurden die Schafe der Rhön als Kaiser Napoleon von ihrem Fleisch zu essen bekam und begeistert war vom Geschmack. Als "königliches Schaf" wurde das Fleisch durch Wanderherden von der Rhön bis nach Paris gebracht.
Das Rhönschaf ist besonders gut an das raue, feuchte Klima in den Mittelgebirgslagen angepasst und wird heute zum Beispiel zur Pflege von Streuobstwiesen und der Beweidung in den Hochlagen der Mittelgebirge eingesetzt.
Schutz gefährdeter Nutztierrassen
Manche Biobauernhöfe sind sogenannte "Arche-Höfe" und engagieren sich in besonderer Weise für den Erhalt gefährdeter Nutztierrassen. Als Demonstrationsbetriebe haben sie ihre Tore für Interessierte und auch für Schulklassen geöffnet, zum Beispiel:
Arche-Hof Schlickenrieder
Alte Haustierrassen
- Schafe der Rassen Braunes und Schwarzes Bergschaf
- Murnau-Werdenfelser Rinder
- Bunte Bentheimer Schweine
- Verschiedene alte Hühnerrassen
Wo?
Otterfing (Nähe München) in Bayern
Bergbauernhof Hoiser
Alte Haustierrassen
- Braune Bergschafe
- Schwäbisch-Hällische Schweine
- Bayerische Landgänse, Bronzeputen und Vorwerkhühner
- Bienenvölker (u.a. die Dunkle Biene)
Wo?
Bad Hindelang-Unterjoch (Oberallgäu) in Bayern
Gärtnerhof Callenberg
Alte Haustierrassen
- Coburger Fuchsschafe
- Altsteirer und Sulmtaler Hühner
- Bayerische Landgänse
Wo?
Coburg in Bayern
Freilichtmuseum Domäne Dahlem
Alte Haustierrassen
- Rinder der Rassen Rotes Höhenvieh und Deutsche Schwarzbunte
- Rauhwollige Pommersche Landschafe
- Thüringer Waldziegen
- Sattelschweine
- Verschiedene alte Geflügelrassen
Wo?
Berlin
Ökohof Kuhhorst
Alte Haustierrassen
- Schwarzbuntes Niederungsrind
- Sattelschweine
- Skudden
Wo?
Deutschhof/ Kuhhorst in Brandenburg
Naturland Hof Büning
Alte Haustierrassen
- Mutterkühe und Kälber der Rassen Charolais, Rotes Höhenvieh sowie Blonde d’Aquitaine
- Bunte Bentheimer Schweine
- Verschiedene alte Geflügelrassen (Hühner, Enten, Gänse und Puten)
Wo?
Laer (Nähe Münster) in Nordrhein-Westfalen
Weitere Arche-Höfe findest du in der Liste der Arche-Höfe.
Letzte Aktualisierung: 15.10.2011













