Eure Fragen zum Thema Tierhaltung:
"Wie alt können Hühner werden?" (Jessica, 10 Jahre)
In größeren Betrieben werden die Hühner meist vor der ersten Mauser geschlachtet. Dann sind sie etwa ein Jahr alt. Zu diesem Zeitpunkt legen die Hühner nicht mehr so gut.
In einer kleineren Haltung, wo man die Hühner so alt werden lässt, wie sie noch ein paar Eier legen, können sie ohne Weiteres auch fünf oder sechs Jahre alt werden - es sei denn, der Fuchs kommt vorher vorbei.
"Stimmt es, dass Hühner mit rotem Kamm immer braune Eier legen?" (Sonja, 12 Jahre)

- (c) BLE / Foto: T. Stephan
Die Farbe der Eier hat nichts mit der Kammfarbe der Hühner zu tun. Auch die Farbe des Gefieders der Tiere gibt keinen eindeutigen Hinweis auf die Farbe ihrer Eier.
Entscheidend ist dagegen die Geflügelrasse und die Farbe der "Ohrscheiben" - das sind die Hautlappen unter dem Ohr des Huhns. Sind die rot, legt es braune Eier, sind sie weiß, sind auch die Eier weiß. Bei manchen Hühnern sind die Ohrscheiben sogar leicht grünlich gefärbt - entsprechend sehen auch ihre Eier aus.
Schau dir das nebenstehende Bild einmal genauer an: Der Hautlappen, der sozusagen direkt unter dem Kinn (hinter dem Schnabel) des Huhns hängt, ist der Kehllappen. Der kleinere Hautlappen weiter hinten ist der Ohrlappen - bei diesem Huhn rot, also legt es braune Eier.
"Warum wühlen Schweine ständig auf dem Boden herum?" (Alex, 11 Jahre)
Mit ihrem außerordentlich guten Geruchssinn "erriechen" und erkunden Schweine ihre Umgebung. Der Tastsinn im Rüssel hilft dem Schwein zusätzlich, die Nahrung im Boden nicht nur zu riechen, sondern auch zu ertasten. So spüren sie in der Erde wühlend ihre Nahrung auf. Auch ihre Liegemulden im Stroh und die geliebten Suhlen werden mit dem Rüssel wühlend hergerichtet.
Hier erfährst du mehr über Schweine.
"Wie viele Kühe hat ein Bauer im Durchschnitt in Deutschland?" (Nina)
Im Schnitt halten im Jahr 2011 laut Statistik 88.969 Betriebe 4.184.978 Milchkühe, das sind also 47 Kühe pro Betrieb. Im ökologischen Landbau waren es im Jahr 2007 3.100 Betriebe, die 102.900 Milchkühe halten, also etwa 33 Kühe pro Biobetrieb.
"Wer ist der Vorfahre des Rindes?" (Kim, 10 Jahre)
Der Vorfahre des Rindes ist der Ur bzw. Auerochse. Vor 8.000 bis 9.000 Jahren begannen die Menschen, den Ur zu "domestizieren", also zu zähmen und planmäßig zu züchten. Alle europäischen Rinderrassen lassen sich auf den Auerochsen als Stammform zurückführen.
Seit 1627 ist der Auerochse ausgestorben. Da man allerdings aus Zeichnungen und Knochenfunden wusste, wie er einmal ausgesehen hatte, wurden vor allem im Münchner Tierpark Hellabrunn Rückzüchtungsversuche durchgeführt. Aus der Kreuzung verschiedener alter Hausrinderrassen ist es gelungen, ein rein äußerlich dem Auerochsen sehr ähnliches Rind zu züchten.
"Wie viel Mägen hat 'ne Kuh?" (Birgit)
Eine Kuh hat vier Mägen! Kühe sind Wiederkäuer und fressen, was uns nicht schmeckt: Gras, Klee und Heu. Auf der Weide umschlingen die Kühe das frische Gras und Wildkräuter mit ihrer Zunge, rupfen es ab und schlucken es unzerkaut und mit Speichel vermischt hinunter.
Der vorverdaute Nahrungsbrei gelangt vom Pansen in den Netzmagen. Wenn die Kühe gemütlich im Stall oder auf der Weide liegen, käuen sie genüsslich wieder. Die jetzt gründlich gekaute Nahrung wird wieder geschluckt und landet im Blättermagen, wo der Nahrungsbrei zerrieben und eingedickt wird. Schließlich gelangt die Nahrung in den vierten Magen, den Lab- oder Käsemagen. Dabei werden verschiedene Nährstoffe freigesetzt, zum Beispiel Eiweiße und Fette. Diese Nährstoffe werden mit dem Blut in das Euter transportiert, wo sie für die Milchbildung benötigt werden. Pansen, Netzmagen und Blättermagen werden auch Vormägen genannt, der Labmagen ist der eigentliche "normale" Magen.
An einem Tag fressen die Kühe 60 bis 75 Kilogramm Gras auf der Weide und sind acht Stunden mit dem Wiederkäuen beschäftigt.
Wage einen Blick in den Kuhstall, dort erfährst du mehr über Kühe...
"Wenn ein Kalb geboren wird, tut dann der Bauer auch die männliche Kuh in die Box, wo die weibliche Kuh mit dem Kalb drin ist?" (Silvia, 12 Jahre)
Die männliche Kuh, der Bulle, "deckt" die Kuh. Alles was danach passiert, also die Trächtigkeit (Schwangerschaft), Geburt und die Aufzucht des Kälbchens geschieht auf den meisten Bauernhöfen ohne Beisein des Bullen.
"Warum haben Kühe Schilder im Ohr?" (Klaus, 12 Jahre)
Jedes Kalb erhält nach der Geburt zwei identische Ohrmarken mit einer Kennnummer sowie einen Rinderpass, in dem unter anderem die Ohrmarkennummer, Geburtsort und das Geburtsdatum, das Geschlecht, die Rasse und die Ohrmarkennummer der Mutterkuh dokumentiert sind. Diese Daten werden in einem Computer gespeichert. Wenn das Rind den Besitzer wechselt, werden entsprechende Angaben im Rinderpass eingetragen. Es entsteht ein lückenloser Lebenslauf, der anhand der Ohrmarkennummer abgerufen werden kann.
Letzte Aktualisierung: 08.10.2011









