Mäh, mäh, määh ... - Alles über Schafe
Schafe liefern den Menschen schon seit vielen Tausend Jahren Fleisch, Milch und Wolle. Es gibt über 500 verschiedene Schafrassen auf der ganzen Welt.
Ein Schaf kommt nie allein ...
Bist du schon mal einer Schafherde begegnet und hast dich darüber gewundert, dass weit und breit kein Zaun zu sehen ist? Stattdessen hast du sicher einen Schäfer und seinen Hund entdeckt. Er hütet die Herde und sorgt dafür, dass die Schafe immer genug zu fressen haben, indem er mit ihnen von Weide zu Weide zieht. Gut, dass ihm der Hund dabei hilft und darauf achtet, dass kein Schaf verloren geht.
Manchmal werden Schafe auch als lebende Rasenmäher bezeichnet. Kein Wunder: Mit gesenktem Kopf wandern die Schafe langsam über die Weide. Dabei fressen sie Gräser, Blätter und junge Triebe von Sträuchern. Ihre Arbeit als Landschaftspfleger macht ihnen so schnell keiner nach. Denn sie sind sehr geländegängig und erreichen unwegsames Gelände (zum Beispiel auf Bergwiesen und in der Heide), wo sonst kein Rasenmäher hinkommt.
Aber nicht alle Schafe wandern umher. Viele Schafe werden auch in Ställen oder auf umzäunten Weiden gehalten. Dabei wird der Zaun immer wieder versetzt, damit die Schafe genug zu fressen finden.
Bock, Schaf oder Lamm?
Die männlichen Schafe heißen Böcke oder Widder. Die weiblichen Tiere heißen Schafe. Ihre Kinder werden im Alter bis zu einem Jahr Lämmer genannt. Schafe sind Herdentiere, das heißt: Alleine fühlen sie sich nicht wohl, sondern nur in der Herde, zusammen mit anderen Schafen.
Die Lämmchen kommen meist nach dem Winter im zeitigen Frühjahr auf die Welt. Oft sind es Zwillinge, manchmal auch nur eines oder gar Drillinge. Nach der Geburt geht alles ganz schnell: Schon nach einer halben Stunde können die kleinen Lämmchen auf ihren dünnen, langen Beinen stehen und am Euter der Mutter trinken. Nach einem Jahr sind die Lämmer schon fast so groß wie die Mutter.
Schafmilch - nicht nur für die Lämmer
Wenn die Schafe Lämmer geboren haben, geben sie auch Milch. Ähnlich wie Kühe können sie nun zweimal am Tag gemolken werden. Allerdings haben die Schafe nur zwei Zitzen und viel weniger Milch. Dafür gibt es spezielle Melkmaschinen. Aus der Schafmilch kann Joghurt, Quark und Käse hergestellt werden. In Deutschland gibt es aber nur relativ wenige Betriebe, die Milchschafe halten und melken.
Beim Biobauern bekommen die Schafe natürlich genügend Platz und frische Luft im Stall. Milchschafe dürfen von Anfang Mai bis mindestens Mitte Oktober raus auf die Weide.
Das Fell muss ab
Vor dem Sommer werden die Schafe geschoren. Drei bis fünf Kilogramm Wolle werden jedem Schaf abrasiert. Das Schaf wird mit einem elektrischen Rasierer so geschoren, dass das wollige Fellkleid fast in einem Stück zu Boden fällt. Danach sehen die Schafe meist nackt und dünn aus. Keine Sorge, denn die Schur tut ihnen gut. Unter der dicken Wolle würde es ihnen im Sommer zu warm werden. Und bis der kalte Winter kommt, sind die feinen Wollhaare längst wieder nachgewachsen. Das dicke Fell schützt dann vor Kälte und Nässe.
Die Wolle, die bei der Schafschur anfällt, wird nach verschiedenen Wollqualitäten sortiert, gewaschen, entfilzt und gekämmt. Aus Wolle können nicht nur Socken gestrickt werden: Die besonders feinen Wollhaare vom Merinoschaf können auch zu wärmender Unterwäsche verarbeitet werden. Auch für Teppiche, Bettdecken und als Dämmmaterial kann Wolle verwendet werden.
Das Rhönschaf
Das Rhönschaf ist eine der ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Berühmt wurden die Schafe der Rhön, als Kaiser Napoleon von ihrem Fleisch zu essen bekam und begeistert war vom Geschmack. Als "königliches Schaf" wurde das Fleisch durch Wanderherden von der Rhön bis nach Paris gebracht.
Das Rhönschaf ist besonders gut an das raue, feuchte Klima in den Mittelgebirgslagen angepasst und wird heute zum Beispiel zur Pflege von Streuobstwiesen und der Beweidung in den Hochlagen der Mittelgebirge eingesetzt.
Die Heidschnucke
Heidschnucken sind ebenfalls eine alte robuste Schafrasse und erinnern im Aussehen an die früheren Wildschafe (Mufflons). Ihr Fell besteht aus dichten und langen, grauen Wollhaaren. Auf dem Kopf tragen sie kräftige Hörner: Beim Bock sind sie schneckenförmig, bei den Weibchen sichelförmig nach hinten und außen gebogen.
In der Lüneburger Heide (zwischen Hamburg und Hannover) sind die Heidschnucken als Landschafts- und Naturschützer unterwegs. Die genügsamen Schafe fressen die in der trockenen Heide wachsenden Pflanzen (Heidekraut, Ginster, junge Triebe von Sträuchern und Birken). So bleibt die Heidelandschaft erhalten, denn ohne die Schafbeweidung würde aus der Heide ein dichter Wald werden.
Das Fleisch der Heidschnucke gilt nicht nur unter Feinschmeckern als besondere Delikatesse.
Das Fuchsschaf
Kein Fuchs im Schafspelz, sondern ein Schaf im Fuchspelz: Die Lämmer haben bei ihrer Geburt rotbraune oder kastanienbraune Wolle. Mit zunehmendem Alter wird das Wollvlies heller, behält aber seinen schönen rötlichen Schimmer. Kopf und Beine bleiben dunkelbraun. Früher wurden die fuchsfarbigen Schafe auch Goldfüchse genannt und lebten in den Mittelgebirgslandschaften.
Weil die Landschafrasse nicht so viel Fleisch, Milch oder Wolle liefert wie andere Schafrassen, wurde sie für viele Schäfer uninteressant und so wären die Coburger Füchse fast ausgestorben. Im Rahmen der Landschaftspflege hat diese hübsche und anspruchslose Rasse zum Glück wieder eine größere Verbreitung gefunden.
Letzte Aktualisierung: 24.08.2010









