Stark im Naturschutz
Bunte wilde Natur auf dem Acker
Klar, auf den Feldern wachsen Getreide, Kartoffeln, Mais oder andere Kulturpflanzen, die für die Ernährung von Mensch und Tier oder zur Energiegewinnung angebaut werden. Aber schau mal genau hin: Entdeckst du dazwischen auch Pflanzen, die der Landwirt dort gar nicht ausgesät hat. Nichts gesehen? Du brauchst schon etwas Glück, um im Sommer bunte Farbtupfer aus Klatschmohn und Kornblume im Getreidefeld zu sehen. Denn auf vielen Betrieben werden diese Pflanzen als "Unkräuter" bekämpft. So ist es kein Wunder, dass heute viele dieser sogenannten Ackerwildkräuter auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen.
Im Biolandbau ist die Artenvielfalt auf den Feldern meist größer. Der Biolandwirt verwendet keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und keinen leichtlöslichen Dünger. Daher wachsen dort die Ackerwildkräuter besonders gut. Mit vielfältigen Fruchtfolgen und weiteren Maßnahmen für einen gesunden Boden fördert der Biolandbau Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.
Besonders schön anzusehen sind sogenannte Blühstreifen am Ackerrand: Dafür werden Streifen am Ackerrand mit Wildpflanzen eingesät. Schon bald finden sich zwischen den bunt blühenden Ackerwildkräutern Bienen, Tagfalter und andere Insekten ein.
Manche Biobauern zeigen auch Mut zur Lücke und lassen zwischen den Saatreihen schmale Streifen. In diesen Lücken haben Ackerwildkräuter Licht zum Wachsen und bieten gleichzeitig Lebensraum für Feldvögel und Feldhasen.
Ist in deiner Nähe ein Biobauernhof? Dann besuche ihn doch einmal, lass dir die Felder zeigen und frage nach, mit welchen Maßnahmen der Betrieb den Naturschutz und die Artenvielfalt unterstützt.
Vogelgezwitscher im Kleegras
Durch die artenreichen Pflanzengesellschaften entstehen auch vielfältige Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Lebewesen. Einen ganz besonderen Lebensraum bietet das Kleegras. Im Biolandbau wird Kleegras zum Beispiel als Vorfrucht für Winterweizen angebaut und als Futter für die Tiere genutzt.
Ab Mitte April brüten Feldvögel wie beispielsweise die Feldlerchen besonders gerne im Kleegras. Bis Ende Mai hat der Nachwuchs meist schon wieder das Nest verlassen. Für die Kleegrasernte wäre der beste Zeitpunkt aber schon Anfang bis Mitte Mai. Die Feldlerche und ihr junger Nachwuchs danken es dem Biobauern, wenn er das Kleegras eine bis drei Wochen später als üblich mäht. Allerdings ist das leichter gesagt als getan: Wenn das Kleegras später geerntet wird, sinkt auch die Futterqualität, sodass es zum Beispiel als Futter für Milchkühe teilweise nicht mehr geeignet ist.
Coburger Füchse, die laut Määh rufen...
Artenvielfalt ist nicht nur auf dem Acker ein Thema, auch auf dem Bauernhof sind viele Tierrassen inzwischen gefährdet und nur noch selten anzutreffen. Zum Beispiel das Coburger Fuchsschaf, eine alte Landschafrasse mit goldgelbem bis rotbraunem Fell und freundlichem Gemüt.
Mehr Informationen zu den gefährdeten Tierrassen findest du in unserem Monats-Special: Alte Tierrassen
Mehr Informationen
Ökolandbau und Klimaschutz:
Schau dich um auf dem Biohof
- Auf dem Klosterhof Abtsberg leben Coburger Fuchsschafe
- Seltene Schaf-, Rinder-, Schweine- und Hühnerrassen: Arche-Hof Schlickenrieder
- Lustige Landschweine auf dem Bergbauernhof Hoiser
- Zugpferde bei der Arbeit auf dem Bioland-Hof der Familie Mammel
Arche-Höfe:
Höfe, die sich für die Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen einsetzen
Letzte Aktualisierung: 11.09.2011







