Summen für eine große Ernte
Bienen gehören zu den ältesten Lebewesen überhaupt: Wahrscheinlich leben sie schon seit 100 Millionen Jahren auf der Erde. Was fällt dir zuerst ein, wenn du an Bienen denkst? Ist es der süße Honig oder der schmerzhafte Bienenstich?
Ohne Biene keine Früchte
An einem sonnigen Tag schwirren Hunderte von Bienen von Blüte zu Blüte. Sie sammeln Nektar und Pollen für ihr Bienenvolk und den leckeren Honig. Dabei erfüllen sie ganz nebenbei noch eine andere wichtige Aufgabe. Denn immer dann, wenn eine Biene Pollen aus einer Blüte in ihr Pollenkörbchen an den Hinterbeinen holt, bleibt ein bisschen Blütenstaub an ihrem feinen Haarkleid haften. Nascht die Biene bei der nächsten Pflanze an weiteren Blüten, bleiben dort ein paar der gesammelten Pollen in dieser Blüte hängen. Erst nach dieser Bestäubung können sich zum Beispiel beim Apfelbaum Früchte entwickeln.
Ohne die Hilfe der Bienen als wichtigstes Bestäubungsinsekt würden also viele Pflanzen weniger oder gar keine Früchte tragen. Für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau und damit für alle unsere Lebensmittel ist die Biene unersetzlich. Im Biolandbau spielt daher auch die Bienenhaltung eine besondere Rolle.
Im Bienenvolk leben drei verschiedene Typen von Honigbienen:
- Königin: Die Bienenkönigin ist für den Nachwuchs im Bienenvolk zuständig. Sie kann an einem Tag mehr als 1.000 Eier legen. Sie ist die größte Biene und wird etwa eineinhalb bis zweieinhalb Zentimeter lang. Die Bienenkönigin kann mehrere Jahre alt werden.
- Arbeiterinnen: Das sind die Bienen, die wir normalerweise herumfliegen sehen. Diese weiblichen Bienen sind etwa eineinhalb Zentimeter lang und können keine Eier legen. Wie der Name schon vermuten lässt, übernehmen sie die meiste Arbeit im Bienenvolk. Die Arbeiterinnen leben im Sommer nur wenige Wochen lang.
- Drohnen: Das sind die männlichen Bienen. Sie sammeln keinen Nektar und haben auch keinen Stachel. In einem Bienenvolk leben nur ein paar hundert Drohnen, sie werden nur wenige Wochen alt. Ihre Hauptaufgabe ist, sich mit der Königin zu paaren.
Übrigens: Neben den Honigbienen gibt es noch Bienen, die nicht in großen Völkern, sondern meist alleine leben: die Wildbienen.
Ungefähr 50.000 Bienen (Drohnen und Arbeiterinnen) stehen in den Diensten ihrer Königin. Das Bienenvolk ist sehr gut organisiert und dabei rund um die Uhr beschäftigt. Jede Arbeitsbiene im Bienenstock hat je nach Alter unterschiedliche Aufgaben für die Gemeinschaft zu erfüllen:
- Die Jungbienen putzen die Bienenwohnung (die "Beute") und wärmen die Brut.
- Die jugendlichen Bienen sind für die Fütterung der Brut verantwortlich.
- Als junge Erwachsene sind sie mit der Honigpflege beschäftigt und arbeiten als Bau- und Wächterbienen.
- Erst im letzen Teil ihres Lebens verlassen die nun erwachsenen Bienen ihre Beute und bringen als Sammel- und Flugbienen Nektar, Pollen und Wasser zum Bienenvolk.
Wo der Honig "reift"
Der Bienenstock besteht aus Waben, die mit sechseckigen Zellen aus Wachs gebildet werden. In diesen Zellen wachsen die Drohnen und Arbeiterbienen heran, und in solchen Zellen wird auch der Honig und Pollen gelagert.
Wenn die Honigbiene von ihrem Ausflug zum Bienenstock zurückkommt, trägt sie den gesammelten Pollen an den Beinen und den süßen Nektar hat sie im Magen. Im Stock gibt sie den Nektar mit ihrem Rüssel von Biene zu Biene weiter. Dabei wandeln sie ihn mit ihren Drüsensekreten jedes Mal um, bis der Nektar immer süßer und honigähnlicher wird.
Nach einer Trocknungszeit wird der Honig in die Lagerzellen gebracht. Arbeitsbienen schlagen nun mit ihren Flügeln, damit weiteres Wasser verdunstet und der Honig eindickt. Wenn der Honig fast fertig "reif" ist, wird die Zelle mit einem dünnen Deckel aus Wachs verschlossen.
Arbeit in der Imkerei
Die Bienenbetreuer werden Imkerin oder Imker genannt. Sie stellen den Bienen die Beute, den Bienenstock auf. Der Bienenstock besteht aus einem Kasten mit Wachswänden, in den die Bienen ihre Waben bauen können. Der Imker hält die Kästen sauber, versorgt die Bienen mit Wasser, entfernt regelmäßig alte Waben und kontrolliert, ob die Bienen gesund sind. Er muss auch darauf achten, dass die Bienen von Frühjahr bis zum Herbst immer genügend Nektar und Pollen finden.
Und natürlich erntet die Imkerin beziehungsweise der Imker mehrmals im Jahr den reifen Honig. Dazu werden zunächst die Honigwaben aus dem Kasten genommen und die mit Wachs verschlossenen Wabendeckel geöffnet. Dann kommen die Waben in die sogenannte Honigschleuder. Die dreht sich so schnell, dass der Honig aus den Zellen geschleudert wird und sich am Boden der Schleuder sammelt. Da der frisch geschleuderte Honig noch kleine Wachsstückchen enthält, lässt ihn der Imker anschließend durch ein Sieb fließen.
Je nach Sorte wird der Honig noch einige Tage oder Wochen regelmäßig gerührt, damit er schön cremig wird. Danach wird er in Gläser abgefüllt.
Tanzen, wo die Blüten sind
Bienen können zwar nicht sprechen, um sich untereinander mitzuteilen, dafür tanzen sie. Nämlich einen Rundtanz, wenn die Futterquelle ganz in der Nähe ist, oder einen Schwänzeltanz, wenn die Blüten weiter weg sind. Übrigens: Bienen fliegen etwa bis zu drei Kilometer rund um ihre Beute. Und für ein Glas Honig (500 Gramm) fliegt das Bienenvolk umgerechnet etwa dreimal um die Erde.
Letzte Aktualisierung: 17.06.2010








