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Biolandbau und EHEC – aktuelle Informationen
Foto: © Peter Meyer, aid
17.06.2011
Ist der Biolandbau anfälliger für EHEC als der konventionelle Landbau? In einem aktuellen wissenschaftlichen Dokument vom 10. Juni 2011 hat das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) Hintergrundinformationen zum Thema zusammengetragen.
Neben der grundsätzlichen Erklärung, was EHEC ist, gibt das Dokument unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen:
- Warum schließt die Ökolandwirtschaft Nährstoffkreisläufe mit organischen Düngern?
- Welchen Nutzen und welche Risiken bringt das Ausbringen von organischen Düngern mit sich?
Außerdem wird der Zusammenhang zwischen artgerechter Fütterung und Tiergesundheit sowie die allgemeine Düngungspraxis im Ökolandbau erläutert.
Ein wichtiges Fazit ziehen die Autoren gleich zu Beginn: "EHEC ist kein spezifisches Problem des biologischen Anbaus". Mist und Gülle stellen wertvolle natürliche Ressourcen für den Anbau von Pflanzen auf allen Betriebstypen und bei allen Bewirtschaftungsarten dar. Bei der Tierhaltung bestehe auf Biobetrieben sogar ein geringeres Risiko für das Vorkommen von EHEC. Eine artgerechte Fütterung mit hohem Anteil an Raufutter bewirke, dass in tierischen Wirtschaftsdüngern von Ökobetrieben weniger EHEC zu erwarten sind. Diese Tendenz konnte im transnationalen Forschungsprojekt PathOrganic bestätigt werden, heißt es im Bericht.
Im Gemüsebau ist die Gefahr einer Übertragung von Humanpathogenen in die Nahrungskette am ehesten gegeben. Die Ernteprodukte werden – anders als im Ackerbau – nur wenig oder gar nicht weiterverarbeitet und frisch verzehrt. Für Produzenten, die nach GlobalGAP zertifiziert sind (Standard für Lebensmittelketten) ist die Kopfdüngung auf bestehende Gemüsekulturen untersagt, sodass Hofdünger wie Gülle, Festmist und Kompost vor der Saat beziehungsweise Pflanzung ausgebracht und eingearbeitet werden müssen. Auch auf nicht GlobalGAP zertifizierten Betrieben (dies sind die wenigsten) wird das nicht praktiziert.
Das Autorenteam hebt hervor, dass der wissenschaftliche Kenntnisstand bislang keine erhöhte Belastung von Biolebensmitteln mit humanpathogenen Keimen belegt, obwohl die Anwendung von organischen Düngern ein zentrales Element der biologischen Landwirtschaft darstellt. Grund dafür sei unter anderem, dass der gesamte Produktionsprozess – bestehend aus Tierhaltung, Hofdüngermanagement, Bodenmanagement, Anbau- und Kulturführung, Weiterverarbeitung, Verpackung und Vertrieb – seit längerem mit entsprechenden Hygieneanforderungen konfrontiert ist und dadurch mögliche Risikopotenziale aus der Hofdüngeranwendung ausgeschaltet werden können.
Weitere Informationen:
- Meldung "
EHEC – aktuelle Informationen" des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL) vom 10.06.2011 - Niggli, U., Gattinger, A., Kretzschmar, U., Landau, B., Koller, M., Klocke, P., Notz, C., Forster, J.: "
EHEC – kein Bioland-spezifisches Problem" (Hintergrundinformation) - Kontakt:
Urs Niggli

