Nachrichten
Der ökologische Fußabdruck – Stärken und Schwächen

© BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan
14.01.2011
Schätzungen zufolge ist der ökologische Fußabdruck bei der Produktion pflanzlicher Lebensmittel im Bio-Landbau etwa um 20 Prozent geringer als bei konventioneller Produktion. Bei der Erzeugung von Bio-Fleisch verhält es sich jedoch anders. Warum ist das so? Was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff und welche Stärken und Schwächen birgt der Indikator, der sich zur Bewertung der Nachhaltigkeit etabliert hat?
Die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert und konsumiert werden, hat erheblichen Einfluss auf die Umwelt – vor allem in Hinblick auf den Klimawandel und die Nutzung von Ressourcen. Der Flächenbedarf, der der durch Konsum und Lebensweise entsteht, wird durch den ökologischen Fußabdruck abgebildet. Er kann für eine Person, ein Land oder für die ganze Erdbevölkerung ermittelt werden.
Eine ausführliche Beschreibung und Bewertung dieses Indikators bietet der Artikel "Der ökologische Fußabdruck – Ein ganzheitlicher Bewertungsansatz von Nachhaltigkeit" von Kathrin Meinhold in der Fachzeitschrift "Ernährung im Fokus" (Ausgabe 01/2011). Die Autorin beschreibt das zugrunde liegende Konzept, wie die Berechnung und Bewertung, und unterscheidet zwischen dem ökologischen Fußabdruck der Menschheit und der Ernährung sowie dem ökologischen Fußabdruck der Lebensmittel.
Der Autorin zufolge ist der ökologische Fußabdruck ganz allgemein ein geeigneter Indikator zur Beurteilung der ökologischen Nachhaltigkeit von Lebensmitteln und Ernährungsstilen, da er einige der Haupt-Umweltprobleme, die mit der Nahrungsmittelproduktion in Zusammenhang stehen, aufgreift. Dazu gehören laut Meinhold zum Beispiel die Inanspruchnahme von Flächen und die CO2-Emissionen. Die mangelhafte Standardisierung der Methodik sowie das Fehlen geeigneter, den Berechnungen zugrunde liegender Daten seien jedoch Schwächen, die weitere Forschungen erfordern. Außerdem würden nicht alle bei der Nahrungsmittelproduktion wichtigen Umweltaspekte berücksichtigt, wie andere Treibhausgase oder der Wasserverbrauch. Hier könnte eine Kombination des ökologischen Fußabdrucks mit anderen Indikatoren, wie CO2- und H2O-Fußabdruck, Abhilfe schaffen.
Weitere Informationen:
- Quelle:
Online-Artikel "Der ökologische Fußabdruck – Ein ganzheitlicher Bewertungsansatz von Nachhaltigkeit" von Kathrin Meinhold (Ernährung im Fokus, Ausgabe 01/2011; PDF, 3,3 MB)
Ernährung und Klimaschutz auf aid.de- Online-Lerneinheit "Ernährungsökologie / Nachhaltige Entwicklung" (für Sekundarstufe I; auch unter "Allgemein bildende Schulen" im Lehrerbereich des Ökolandbau-Portals)

