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Internorga-Forum Schulcatering 2011: Bio-Verpflegung im Fokus

01.04.2011
Auf der diesjährigen Internorga in Hamburg haben sich die Informationsstelle Bio-Siegel und das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) präsentiert. Erfreulicherweise war am Infostand der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des BMELV-Auftrittes ein reges Interesse rund um das Thema Bio-Verpflegung zu verzeichnen: Wie lassen sich Ökoprodukte in Speisepläne integrieren? Unter welchen Voraussetzungen können Caterer, Betriebs- und Schulkantinen oder andere Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung das Biosiegel nutzen? Zu diesen und zahlreichen weiteren Fragen gaben die Öko-Experten der BLE kompetent Auskunft.
Auf große Resonanz stieß auch das Schulcatering-Forum, das erstmals im Rahmen der Internorga stattfand und zahlreiche fachliche Höhepunkte bot. Fast alle Referenten haben in ihren Vorträgen das Thema Bio angesprochen. Beispielsweise kann man Schüler mit Bio in der Schulverpflegung für ökologisches Bewusstsein sensibilisieren. Gerade deshalb passt das Thema nach Ansicht von Ulrike Arenz-Azevêdo, Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Mitglied im Präsidium der DGE in die Schule.
Dass Schulverpflegung als ganzheitliches Konzept zu begreifen und umzusetzen sei, bekräftigte Klaus Herrmann aus Recklinghausen. Wichtig sei es, die Mittagsverpflegung nicht isoliert zu betrachten. In seinem Vortrag präsentierte der Leiter des kommunalen Bildungsbüros ein Verpflegungskonzept, dass die Stadt Recklinghausen für alle Ganztagsschulen entwickelt und erfolgreich umgesetzt hat. Dabei habe die Stadt alle betroffenen Gruppen - also Eltern, Lehrer und Schüler - eingebunden. In einer Umfrage mit über 500 Schülern sagten 47 Prozent, dass ihnen Bio wichtig sei. Unter fortlaufender Partizipation werde daher die Schulverpflegung weiter entwickelt und sogar eine eigene Bio-Linie in Erwägung gezogen.
Die Ernährungsexpertin Anja Erhart ging in ihrem Vortrag auf die wirtschaftlichen Aspekte der Schulverpflegung ein. "Vor die Umsetzung gehört die Planung und Konzeptentwicklung, in die alle Beteiligten einbezogen werden sollten", erläuterte Anja Erhart. Grundsätzlich sei zu klären, wo und in welcher Menge Bio-Zutaten verwendet werden. Ihre Empfehlung hierzu: "Besser klein anfangen, bevor der Frust über das Nichterreichen von zu hoch gesteckten Zielen zu groß wird." Die Wahrscheinlichkeit, später erneut mit Bio zu beginnen, sei relativ gering, wenn der erste Versuch gescheitert sei.
Auch für Schulen, die selber kochen, ist die Frage der Wirtschaftlichkeit von großer Bedeutung. "Viel zu oft wird auf Erfahrungswerte zurückgegriffen und vorschnell behauptet, Bio sei zu teuer", so die langjährige Erfahrung von Anja Erhart. Als gute Planungs- und Entscheidungshilfe empfahl sie daher Rezeptdatenblätter oder Kalkulationen, um den Wareneinsatz und die tatsächlichen Kosten auf einer soliden Basis errechnen zu können.
Monika Windgaße, Geschäftsführerin des Mensavereins der Gesamtschule Ronsdorf e.V. in Wuppertal, referierte in der Diskussionsrunde "Qualität! Machbar und bezahlbar?". Mit einem Bio-Anteil von 80 Prozent liegt diese Wuppertaler Gesamtschule ganz weit vorne. Für dieses große Engagement erhielt der Mensaverein 2010 den Frankfurter Preis für herausragende Leistungen in der Außer-Haus-Verpflegung.
Am Rande des Internorga-Forums stellte der Ökomarkt e.V. Hamburg seine Informations- und Bildungsangebote vor. Der Hamburger Verein ist in das Expertennetzwerk der bundesweiten Kampagne "Bio kann jeder" eingebunden, die das Ziel verfolgt, Schulen und Kindergärten bei der Einführung von Bio-Verpflegung zu unterstützen. Hierzu veranstaltet der Ökomarkt e.V. Hamburg regelmäßig Workshops für Caterer und Verantwortliche im Verpflegungsbereich in Hamburg und Schleswig-Holstein.
Weitere Informationen für die Zielgruppe stehen hier im Portal in der Rubrik Großverbraucher zur Verfügung. In der Rubrik Service können Informationsmaterialien kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden. Aktuelle Workshop-Angebote und regionale "Bio kann jeder"-Partner sind ebenfalls hier im Portal unter www.biokannjeder.de eingestellt.
Ansprechpartner:
Anke Brückmann, "Bio kann jeder"-Projektleiterin
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft(BÖLN)
Telefon: +49 (0)228.6845-2927
E-Mail: anke.brueckmann@BLE.de

