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Lernort Bauernhof auch für Jugendliche interessant

Junge Frau und junger Mann mit Laptop im Rinderstall (Foto: © Peter Meyer, aid)

Foto: © Peter Meyer, aid

20.05.2011

Wenig Angebote, die kaum genutzt werden – so sieht die Situation des Lernortes Bauernhof für die Sekundarstufe II aktuell aus. Dabei birgt gerade die Landwirtschaft großes Potenzial für Schüler, die bald eine Ausbildung oder ein Studium beginnen.

Der Lernort Bauernhof als außerschulischer Lernort ist beliebt, bei Landwirten wie bei Lehrkräften. Seit Jahren gibt es viele bewährte Angebote. Diese richten sich in der Regel jedoch ausschließlich an Kinder der Primar- und Sekundarstufe I sowie an Kindergärten. Wie die Situation für ältere Schüler und Schülerinnen zurzeit aussieht, damit beschäftigt sich Lars Paschold, Dozent im Bildungsseminar Rauischholzhausen, in einem Beitrag der Zeitschrift B&B Agrar (2/2011).

Vorteile auf beiden Seiten

Für Jugendliche der Sekundarstufe II gibt dem Autor zufolge zurzeit kaum Angebote auf dem Lernort Bauernhof. Gerade sie könnten aber laut Autor durch die Mitarbeit und im Kontakt mit den Landwirtinnen und Landwirten, neben wichtigen persönlichen Erfahrungen

  • die komplexen Beziehungen zwischen Verbraucherverhalten und Produktionsmethoden sowie Fragen der Agrarpolitik zu analysieren und zu bewerten,
  • Lösungsvorschläge zu Problemen und Abhängigkeiten zu erarbeiten und
  • deren Wirksamkeit durch eigenes Handeln zu überprüfen.

Auch die Landwirte und Landwirtinnen profitierten von der Begegnung mit den Jugendlichen: Projekte, Recherchen oder Feldstudien der älteren Schüler/-innen könnten ihnen Handlungsergebnisse oder Erkenntnisse liefern, zum Beispiel durch die Gründung eines Schüler-Cafés, in dem Hof eigene Produkte verkauft werden, oder durch Internetauftritte, die von den Schülern erstellt werden. Möglich ist auch, dass sich auf diesem Weg Auszubildende oder Praktikanten finden.

Fortbildungen und Kooperationen

Wie finden Jugendliche und Landwirte nun zusammen? Eine Masterarbeit an der Universität Rostock ermittelte zwei grundlegende Bedingungen zur Erschließung des Lernortes Bauernhof für die Sekundarstufe II: gemeinsame Fortbildungen für Lehrkräfte und Landwirte sowie langfristig angelegte Kooperationen zwischen beiden Partnern in Form von sogenannten "Tandems". Diese bestehen aus einem Landwirt oder einer Landwirtin und einer Lehrkraft, die wechselweise und je nach Schwerpunkt im gemeinsamen Lernprozess (Pädagogik / Landwirtschaft) die Leitung übernehmen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen bald in einem ersten Modellprojekt in Hessen umgesetzt werden.

Weitere Informationen:


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