Ernährungsökologie / Nachhaltige Ernährung
Vorbemerkung

- Foto: BLE, Thomas Stephan
Das Vertrauen vieler Menschen in die Qualität und Sicherheit unserer Lebensmittel wurde in den letzten Jahren durch verschiedene Lebensmittelskandale beeinträchtigt. Dazu gehörte als stärkster Einschnitt die BSE-Krise, außerdem die Maul-und-Klauen-Seuche, Hormone und Antibiotika im Fleisch sowie Salmonellen und Dioxine in Geflügelfleisch und Eiern.
Damit wurden die Grenzen einer hoch technisierten und spezialisierten Nahrungsmittelproduktion deutlich – letztlich ein Ausdruck des vermeintlichen Zwangs zu einer möglichst billigen und schnellen Massenproduktion. Hinzu kam ein eher eindimensionales Denken in der Agrar- und Ernährungswirtschaft und auch in der Wissenschaft. Im Falle von BSE führte dies beispielsweise dazu, dass Tierkörpermehl schlichtweg als eiweißreiche Nährstoffgrundlage für die Tierfütterung angesehen wurde.
Die politische Reaktion bestand in einer Umsteuerung der landwirtschaftlichen Praxis und Agrarpolitik, der so genannten Agrarwende. Als notwendig erweist sich ein umfassendes, vernetztes Denken, das die Ursachen und Wirkungen auf allen Stufen des Ernährungssystems einbezieht - von der Erzeugung über Verarbeitung und Handel bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Im wissenschaftlichen Fachgebiet Ernährungsökologie wird ein solcher Ansatz schon seit den 1980er Jahren praktiziert - und findet durch die beschriebene Entwicklung eine weitgehende Bestätigung und Anerkennung in der Wissenschaft und der Öffentlichkeit. Hierbei werden gesundheitliche, ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen einbezogen.
Diese Vorgehensweise deckt sich mit dem relativ neuen gesellschaftlichen Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung, das vor allem durch die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro publik wurde. Als politische Ziele wurden eine Sicherung der Lebensgrundlagen für heutige und zukünftige Generationen sowie eine weltweit gerechte Ressourcennutzung von den 178 Teilnehmerstaaten vereinbart.
In der Online-Lerneinheit Ernährungsökologie / Nachhaltige Ernährung soll dieses interdisziplinäre Fachgebiet nahe gebracht und die praktische Umsetzung in Form der sieben Grundsätze für einen nachhaltigen Ernährungsstil dargestellt werden.

