Die Berichte
Jürgen Schmeling, Fachschullehrer:

- Besichtigung des Bereiches Nutztierhaltung im Ökozentrum Werratal: Erzeugung von XXL-Schweinen (Foto: Schmeling)
Erfahrungsbericht zum Einsatz der „Informationsmaterialien über den ökologischen Landbau – Agrarwirtschaft“
An der Fachschule für Agrarwirtschaft und Hauswirtschaft Stadtroda werden seit 1993 unter anderem Landwirte zu Fach- und Führungskräften in einer ein- beziehungsweise zweijährigen Fortbildung mit dem Abschluss „Staatlich geprüfte/r Wirtschaftler/in“, „Staatlich geprüfte/r Techniker/in“ und „Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in“ ganzjährig oder in Winterschulform ausgebildet.
Im fachrichtungsbezogenen Lernbereich wird das Fach „Ökologischer Landbau“ mit 60 Stunden im ersten Semester angeboten. Für die Fachschüler ist die Broschüre „Ökologischer Landbau – Grundlagen und Praxis“ Pflichtliteratur. Zur Vorbereitung und Durchführung der Lehrveranstaltungen durch den Fachlehrer werden unter anderem die „Informationsmaterialien über den ökologischen Landbau – Agrarwirtschaft“ verwendet. Bestandteil der Lehrveranstaltungen ist eine Betriebsbesichtigung zum konkreten Anschauungsobjekt. Beste Voraussetzungen dafür bietet in Thüringen der Ökomarkt Vachdorf und das Ökozentrum „Werratal“ Vachdorf als Demonstrationsbetrieb im Rahmen des Bundesprogramms.
Besuch gut vorbereitet
Zur Vorbereitung werden die „Arbeitsunterlagen zur Besichtigung eines Ökobetriebes“ durchgesprochen und Arbeitsgruppen gebildet, da das Material sehr umfangreich und detailliert vorliegt und 31 Fachschüler an der Exkursion teilnehmen.
Im Ökomarkt Vachdorf werden die Bereiche Gastronomie, Bäckerei, Fleischerei, Brauerei, Gärtnerei und Markt besprochen und besichtigt. Hier bietet der vorliegende Datenerfassungsbogen wenig Hilfe, da der Abschnitt “Verarbeitung“/“Vermarktung“ in selbstständigen Einheiten mit dem vorliegenden Arbeitsmaterial nur unzureichend erfasst werden kann. Deshalb stehen folgende Fragen zu den verschiedenen Bereichen im Vordergrund:
- Ich komme in den Bereich und lasse den „Gesamteindruck“ auf mich wirken, halte mich aber nicht lange daran auf.
- Welche Maßstäbe lege ich an? (Es sind ja konventionell ausgebildete Fachschüler)
- Welcher erste Eindruck entsteht – woran erinnere ich mich später noch?
- Wodurch ist meine Wertung vorbestimmt?
- Wie sehen Details aus, auf denen meine Eindrücke basieren?
Dazu wird ein Exkursionsprotokoll angefertigt und ausgewertet.
Im Ökozentrum „Werratal“ können die Arbeitsgruppen mit dem vorliegenden Betriebsspiegel die Erfassungsunterlagen zur Vorbereitung der Besichtigung teilweise bearbeiten. Durch den Geschäftsführer des Ökozentrums werden die verschiedenen Bereiche des Unternehmens vorgestellt. Die Exkursionsteilnehmer können dabei die Arbeitsunterlagen weiter vervollständigen. Neben den allgemeinen Angaben für alle Arbeitsgruppen werden dann die Arbeitsblätter weiter bearbeitet:
- Gruppe „Pflanzliche Erzeugung“ allgemein
Flächenausstattung, Ackerflächenverhältnis, Maschinenausstattung und -besatz, Erträge, Qualitäten, Lager- und Aufbereitungskapazitäten; - Gruppe „Verfahrenstechnik“ der pflanzlichen Erzeugung
Fruchtfolge, Bodenbearbeitung/Bestellung, Düngung, Pflanzenschutz, Ernte und Lagerung/Konservierung von Halm- und Blattfrüchten; - Gruppe „Vermarktung“/“Marketing“
Absatzmöglichkeiten, eigene Veredlung, kooperative Vermarktung, Anbau-, Abnahmeverträge, Marketingstrategien; - Gruppe „Nutztierhaltung“
Rinder, Milcherzeugung und Mutterkuhhaltung, Milch- und Mastleistungsparameter, Schweineaufzucht/Schweinemast, Aufzucht- und Mastleistungsparameter.
Ebenso wichtig: die Nachbereitung
Nach der Besichtigung der Bereiche „Nutztierhaltung“ (Rind und Schwein) und der „Flurfahrt“ erfolgt eine erste Auswertung mit den Betriebsleitern vor Ort, inklusive der Diskussion über längerfristige Perspektiven der besichtigten Betriebe. Mit der Auswertung der Protokolle zur Nachbereitung erfolgt auch eine Gegenüberstellung zu vorhandenen, eigenen betrieblichen Kennziffern der Exkursionsteilnehmer.
Fazit: "Mit dem vorliegenden Material zum Betriebsbesuch kann der Fachlehrer eine Fachexkursion gut vorbereiten, durchführen und auswerten. Wegen des Umfanges ist Gruppenarbeit zu empfehlen und den Exkursionsteilnehmern während der Besichtigung ausreichend Zeit zur Bearbeitung zu geben. Für den Teil "Eigene Verarbeitung" ist im Material wenig Platz, auch die Vielfalt ist nicht zu erfassen. Dazu sollte im konkreten Fall eine Erweiterung des Themenkataloges eigenständig erarbeitet werden."
Autor: Dipl. agr. paed. Jürgen Schmeling, Fachlehrer, Stadtroda
Letzte Aktualisierung: 21.04.2010

