Mai 2012: Zum Wegwerfen zu schade
Es ist das traurige Schicksal vieler Pausenbrote: Sie verlieren die Konkurrenz gegen die Leckereien aus dem Schulkiosk und landen im Mülleimer des Schulhofes. Das mag schon einige Lehrer zu verärgertem Kopfschütteln veranlasst haben. Eine vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Auftrag gegebenen Studie zeigt, dass Erwachsene es in der Regel nicht besser machen als ihr Nachwuchs. Der durchschnittliche deutsche Haushalt "verschleudert" Lebensmittel in einem Ausmaß, mit dem die verschmähten Pausenbrote nicht mithalten können: 82 Kilogramm an noch essbaren Lebensmitteln wirft jeder Bundesbürger pro Jahr in den Müll, so viel wie zwei volle Einkaufswagen aus dem Supermarkt. Eine Verschwendung, die angesichts der ungleichen Verteilung der Nahrungsmittel auf unserem Planeten sehr betroffen macht.
Auswirkungen auf die Umwelt
Dieses Verhalten wirkt sich weitreichend auf die Umwelt aus: Wertvoller Ackerboden, Wasser und Dünger, Energie für Ernte, Verarbeitung und Transport - jedes Lebensmittel braucht für die Herstellung kostbare Ressourcen. Ressourcen, die wir mit jedem weggeworfenen Apfel oder Brot sinnlos vergeuden. Diese Verschwendung hat auch ethische und wirtschaftliche Folgen: Während wir Lebensmittel sogar noch in Originalverpackung wegwerfen, hungert weltweit etwa eine Milliarde Menschen. In Anbetracht dessen sollten wir sorgsamer mit unseren Lebensmitteln umgehen.
"Zu gut für die Tonne"
Die Aktion "Zu gut für die Tonne" des BMELV will das Bewusstsein der Verbraucher für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln schärfen. Die Internetseite zur Aktion bietet eine Vielfalt an Informationen zum Thema Wegwerfen und ebenso Ratschläge und Tipps zur Vermeidung der täglichen Müllberge an essbaren Lebensmitteln.
Für Ihren Schulunterricht in den Fächern Ethik, Gesellschaftslehre und Biologie können die vielfältigen Materialien aus dieser Aktion interessant sein. Schließlich sind auch die Kinder und Jugendlichen als aktuelle wie zukünftige Verbraucherinnen und Verbraucher direkt mit diesem Aufruf zur Nachhaltigkeit gemeint:
Ilse Aigner in ihrer Eröffnungsrede der Aktion "Zu gut für die Tonne": "Wir müssen den Wert von Lebensmitteln besser wertschätzen. Es wird ein Lernprozess sein. " Wo könnte der besser anfangen als in den Schulen?
Mehr Informationen
Unser Ökoschulgarten
Wo gibt es bessere Möglichkeiten, selber einmal biologischen Pflanzenbau auszuprobieren, als im eigenen Schulgarten? Und was die Kinder selbst gesät, gepflanzt und liebevoll im Garten gepflegt haben, das lernen sie auch ganz neu wertschätzen - und es landet nicht so schnell in der Tonne.
Projektvorschlag Schulgarten (PDF-Dokument)
Ernährungsökologie / Nachhaltige Ernährung
Diese Online-Lerneinheit ist dazu vorgesehen, dass sich Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I mit dem Thema "Ernährungsökologie / Nachhaltige Ernährung" auseinandersetzen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich eigenständig mit den vier Dimensionen der Ernährungsökologie und den sieben Grundsätzen für einen nachhaltigen Ernährungsstil befassen. Dazu gehört auch, sich mit eigenen Ernährungsgewohnheiten, Verbrauchermotivation und Hürden bei der Umsetzung einer nachhaltigen Ernährung zu beschäftigen. Die Lerneinheit eignet sich besonders für die Verwendung im Unterricht der Fächer Biologie, Ernährungslehre, Ethik, Wirtschaft und Sozialkunde.
Online-Lerneinheit Ernährungsökologie
Und der Rest vom Fest?
Manchmal vertut sich auch der beste Koch mit den Mengen oder der Hunger war gar nicht so groß wie gedacht. Was bleibt, sind dann Reste, die aber viel zu schade zum Wegwerfen sind. Im Kinderportal finden Sie ein paar Tipps, wie sich aus den Resten zum Beispiel am nächsten Tag etwas ganz Neues zaubern lässt.
Beste Reste-Rezepte (Kinderportal)
Vereint gegen Verschwendung
Stellen Sie sich zwei Einkaufswagen voller Lebensmittel vor: 82 Kilogramm. So viel entsorgt jeder Bundesbürger in nur einem Jahr in seiner Mülltonne. Die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz will das ändern, aufklären und ein breites Bündnis von Wirtschaft, Wissenschaft, Verbrauchern und Verbänden gegen diese Verschwendung schaffen.
Tipps gegen das Wegwerfen
Weniger Fleisch im Müll - gut für den Biolandbau
Durch bewussten Konsum könnten in Deutschland rund vier Millionen Hektar Agrarfläche für den Biolandbau mobilisiert werden - eine Verfünffachung des Status quo von etwa einer Million Hektar. "Wenn weniger Fleisch weggeworfen - und somit weniger produziert wird -, brauchen wir auch weniger Agrarfläche für Futtermittel. Diese Flächen könnten stattdessen ökologisch bewirtschaftet werden", so Jan Plagge, Präsident vom Bioland-Verband.
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Letzte Aktualisierung: 01.05.2012

