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750 Küchen mit Bio-Zertifikat
01.12.2005
750 Küchen in Deutschland haben das Bio-Zertifikat. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Initiative "1000 Küchen mit Bio-Zertifikat" unter den derzeit 23 staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstellen. Im Vergleich zum Herbst 2004 wuchs die Zahl der bio-zertifizierten Küchen um 66 Prozent. Im Schnitt wird fast täglich ein Restaurant, eine Betriebskantine oder eine Schule zertifiziert.
"Bio mit Zertifikat entwickelt sich in Großküchen und Gastronomie zu einem Erfolgsschlager", sagt Experte Rainer Roehl, geschäftsführender Gesellschafter des ÖGS, Frankfurt am Main. Betriebe aller Segmente des Außer-Haus-Marktes setzen inzwischen auf den zertifizierten Einsatz von Bio-Lebensmitteln. Zu den bekanntesten Beispielen zählen der Möbelhersteller IKEA, die Marriott Hotels, das Modeunternehmen Esprit und die Uni-Klinik Freiburg.Vorreiter in öffentlichen und sozialen Einrichtungen sind vor allem Studentenwerke wie z. B. das Seezeit Studentenwerk in Konstanz, das sein komplettes Backwarensortiment ausschließlich in Bio-Qualität einkauft. Die Kunden schätzen vor allem den unverfälschten Geschmack, die Natürlichkeit und die hohe Transparenz bei der Erzeugung von Bio-Lebensmittel.
"Aus unserer Sicht bietet das Bio-Zertifikat dem Tischgast maximale Sicherheit und ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit", sagt Ulrich Birchel, Eurest-Betriebsleiter bei der Braun GmbH in Kronberg. Das Bewerben des Bio-Angebotes mit dem Bio-Siegel stuft Birchel als besonders gewinnbringend ein, da der Wiedererkennungswert bei den Tischgästen sehr groß sei. Der Aufwand für die Bio-Zertifizierung halte sich dagegen in Grenzen. "Entscheidend ist die durchgängige Trennung konventioneller und biologischer Ware von Anlieferung über Lagerung und Zubereitung bis zur Ausgabe beim Gast", betont Birchel.Der große Zuwachs an Großküchen, Restaurants und Hotels, die Bio-Produkte einsetzen, ist kennzeichnend für die enorme Dynamik der Bio-Branche, die sich bei den Bio-Supermärkten und Naturkostläden auch in diesem Jahr wieder in zweistelligen Umsatzzuwächsen ausdrückt.
Gründe für den verstärkten Einsatz von Bio-Produkten in Küchen liegen vor allem in der besseren Verfügbarkeit der Produkte. Das Händlernetz ist dichter geworden und immer mehr Bio-Lieferanten haben sich auf die Bedürfnisse der Großverbraucher eingestellt.Hintergrund-Informationen: Seit dem Frühjahr 2003 müssen Großküchen und Gastronomiebetriebe an dem Kontrollverfahren gemäß der EG-Öko-Verordnung teilnehmen, wenn sie Bio-Produkte einsetzen und damit werben, z. B. auf der Speisenkarte. Der ÖGS und die Öko-Kontrollstelle GfRS entwickelten noch im gleichen Jahr ein angepasstes Kontrollverfahren für Küchen. Ein Jahr später wurde ergänzend dazu der Leitfaden "Mit einfachen Schritten zum Bio-Zertifikat" für Küchen veröffentlicht. Er beschreibt die wesentlichen Punkte auf dem Weg zum Bio-Zertifikat und enthält alle wichtigen Hintergrund-Informationen zu den gesetzlichen Regelungen. Bio-Lebensmittel können danach als komplette Bio-Gerichte, als Bio-Komponenten und als Bio-Rohstoffe eingesetzt und ausgelobt werden.
Die GV-Initiative 1000 Küchen mit Bio-ZertifikatParallel zur Entwicklung praxisnaher Kontrollkonzepte starteten die Unternehmen Salomon Hitburger, Marktgesellschaft der Naturland-Betriebe und ÖGS Anfang 2004 die GV-Initiative"1000 Küchen mit Bio-Zertifikat". Nur wenig später schlossen sich die Unternehmen Nestlé FoodServices und Demeter Felderzeugnisse der Initiative an. Die Initiative will Betrieben der Außer-Haus-Verpflegung den Einstieg in das Kontrollverfahren erleichtern.
