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AoeL-Herbsttagung zu Gerechtigkeit in der Wirtschaft

Logo der AoeL

11.11.2010

"Wie entsteht Gerechtigkeit im Wirtschaftsleben?" - Das war die zentrale Frage, mit der sich die Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL) auf ihrer Herbsttagung am 9. November in Fulda befasste. Dabei hatten die Lebensmittel-Hersteller nicht nur ihre eigene Position im Spannungsfeld zwischen Landwirten und Händlern, sondern auch ihre Verantwortung als Nahrungsversorger im Sinn.

"Es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass Unternehmer diesem Thema gegenüber so aufgeschlossen sind", bescheinigte Umweltökonom Timo Kaphengst vom Netzwerk attac dem Auditorium. Er forderte eine Regionalisierung und Redemokratisierung der Landwirtschaft. Die Globalisierung des Agrarhandels, die zunehmende Konzentration der Konzerne, Exportsubventionen und Spekulation zerstörten die eigentlich notwendigen regionalen Handels- und Versorgungsstrukturen, erklärte Kaphengst.

Noch einen Schritt weiter ging Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bunds Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). "Die Welt wird sich künftig ökologisch ernähren oder gar nicht", folgerte er aus der Bedrohung der Erde durch überhöhte Stickstoffeinträge, Klimawandel und Artenschwund. Deshalb müsste die Forschung zu Ökolandbau intensiviert und die Kostenwahrheit der Lebensmittel hergestellt werden, so Löwenstein.

Der ehemalige Staatssekretär des Bundesumweltministeriums Michael Müller forderte vor allem eine Verlangsamung der Gesellschaft. Nur wenn die Menschheit von der Doktrin des Wachstums abrückt, habe sie eine Überlebenschance. "Die großen Fragen von Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft müssen als Ganzes angegangen werden", sagte Müller und plädierte für eine Erneuerung der Demokratie.

"Der Austausch ist fundamental", betonte Udo Hermannstorfer, Leiter des Instituts für zeitgemäße Wirtschafts- und Sozialgestaltung in Dornach (Schweiz). Er beleuchtete in seinem Vortrag das Thema auf der Ebene der Beziehungen zwischen den Wirtschaftspartnern beleuchtete. Um eine "ausgleichende Gerechtigkeit" immer wieder neu zu schaffen, müssten sich die Marktbeteiligten begegnen, sich beraten und demnach handeln. "Wir müssen die Gesprächslosigkeit der Marktwirtschaft überwinden", machte Hermannstorfer deutlich.

AoeL-Geschäftsführer Dr. Alexander Beck brachte die Erkenntnisse der Tagung so auf den Punkt: "Unser Ressourcen verzehrender Konsumismus muss abgelöst werden durch eine Lebensweise, die sich auf kulturelles und soziales Gedeihen ausrichtet." In diesem Sinne müsse jetzt eine Agenda zur ökologischen Erneuerung der Lebensmittelwirtschaft ausgearbeitet werden.

Quelle: Pressemitteilung der AoeL


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