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BioFach 2005: Öko-Branche legt weltweit deutlich zu
19.11.2004
Jährlich im Februar ist Nürnberg im Fokus der internationalen Bio-Branche. Vom 24. bis 27.02.2005 treffen sich rund 1.900 Aussteller, zwei Drittel aus dem Ausland, und 30.000 Facheinkäufer auf der BioFach, der Weltleitmesse für Bio-Produkte, im Messezentrum Nürnberg. Das teilt die Messe Nürnberg in einer Pressemitteilung mit. Als Land des Jahres wird sich diesmal Brasilien präsentieren. Erstmals in einer eigenen Messehalle stellen rund 250 Anbieter von Wein, Sekt und Champagner das deutlich erweiterte Bio-Weinangebot aus. Den nötigen fachlichen Hintergrund auf der größten Bio-Weinfachmesse gibt es im Weinforum mitten in der Halle. Und selbstverständlich darf ausgiebig degustiert werden. Mit etwa 200 Anbietern von hochwertigen Naturkosmetik- und Körperpflegeprodukten ist die BioFach auch die international bedeutendste Fachmesse für Naturkosmetik und anerkannte Leistungsschau der Weltmarktführer.
Der Markt für Bio-Produkte wächst
Der weltweite Bio-Umsatz wächst im Jahr 2004 nach Schätzungen des Londoner Marketing- und Beratungsunternehmens Organic Monitor um 5 bis 7 Prozent. Geht man von 25 Milliarden US-Dollar Umsatz 2003 aus, dann stehen 2004 etwa 26,5 Milliarden US-Dollar zu Buche. Amarjit Sahota von Organic Monitor: "Die höchsten Wachstumsraten sind derzeit in Nordamerika zu beobachten, während die meisten westeuropäischen Länder eine eher geringe Zuwachsrate mit bis zu 5 % verzeichnen. Ein hohes prozentuales Wachstum gibt es auch im asiatisch pazifischen Raum, Lateinamerika und Osteuropa, allerdings auf einer niedrigeren Ausgangsbasis." Der europäische Markt ist nach den USA der größte Einzelmarkt. In Europa hat Deutschland mit rund 3,1 Milliarden Euro Umsatz (ZMP, Bonn) die Nase vorn.
Gerald A. Herrmann, Geschäftsführer des Weltdachverbands der Bio-Landbauorganisationen IFOAM, beurteilt die gegenwärtige Lage des Öko-Landbaus durchweg positiv: "In allen Märkten stellen wir z. T. kräftige Absatzzunahmen fest. Steigendes Verbraucherbewusstsein und die in vielen Ländern greifenden Programme zur Förderung des Öko-Landbaus bereiten den Boden dafür. Wenn es dauerhaft gelingt, eine sinnvolle Synthese aus internationalem Handel und lokaler bzw. regionaler Versorgung zu erreichen, wird das Wachstum weiter anhalten."
Die weltweit bewirtschaftete Bio-Fläche lag Anfang 2004 bei 24 Millionen Hektar. Den Löwenanteil davon bilden Weideland in Australien (10 Millionen Hektar) und in Argentinien (3 Millionen Hektar), das für die Tierhaltung genutzt wird. An dritter Stelle folgt Italien mit über einer Million und die USA mit knapp einer Million Hektar. Daten über die Entwicklung des Öko-Landbaus weltweit, die regelmäßig vom Welt-Dachverband der Bio-Organisationen IFOAM veröffentlicht werden, beziehen inzwischen 98 Länder dieser Erde ein. Aktualisierte Zahlen stellen IFOAM, SÖL (Stiftung Ökologie & Landbau, Deutschland) und FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Schweiz) auf der BioFach 2005 vor.
Brasilien: Enorme Wachstumsraten im Öko-Landbau
Als Beispiel für rasantes Wachstum kann Brasilien, das Land des Jahres der BioFach 2005, gelten. 2001 waren 276.000 Hektar zertifiziert, 2003 schon rund dreimal soviel, nämlich 800.000 Hektar. Das ist etwas mehr als in Deutschland. Hinzu kommt noch der Teil der biologischen Produktion, der aus Kostengründen nicht von offiziellen Stellen zertifiziert wird, so der IFOAM-Bericht "The World of Organic Agriculture 2004". Die Zahl der Bio-Erzeuger, von denen die meisten Kleinbauern sind, wird auf 14.000 geschätzt. Der Verkaufswert der brasilianischen Bio-Produktion lag 2003 bei rund 200 Millionen US-Dollar. Verglichen mit anderen lateinamerikanischen Ländern sind die Absatzwege innerhalb Brasiliens und Argentiniens am besten organisiert. Wochenmärkte werden in den Ballungsgebieten im Süden Brasiliens immer beliebter. Am größten dieser Märkte in Porto Allegre beteiligen sich wöchentlich über 300 Bauern. Zunehmend werden Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften gegründet, so genannte CSA (La Comunidad Sustenta a la Agricultura). Schon seit fast zwei Jahrzehnten bereiten z. B. bäuerliche Lieferdienste, die einzelne Verbraucher in den Städten versorgen, den Boden für einen zunehmenden Bekanntheitsgrad von Bio-Produkten.
Zwölf brasilianische und neun internationale Kontrollstellen haben ein Auge auf den Bio-Landbau, damit auch wirklich garantiert "Bio" drin ist, wenn "Bio" drauf steht. Trotz eines wachsenden heimischen Marktes geht der überwiegende Anteil der lateinamerikanischen Produktion in den Export - und ist natürlich auch auf der BioFach gut vertreten: Kaffee, Bananen, Kakao, Zucker, exotische Früchte aus dem tropischen Teil des Kontinents, Getreide, Soja und Fleisch aus südlichen Regionen.
Weitere Informationen:
Messe Nürnberg
Petra Trommer
E-Mail petra.trommer@nuernbergmesse.de
Internet >>www.biofach.de
