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Bioland: Mehr Schutz und Sachlichkeit per Gesetz bei Gentechnik
29.11.2004
Bioland begrüßt das am vergangenen Freitag im Bundestag verabschiedete Gentechnikgesetz. Es erfüllt wesentliche Forderungen der Landwirte und ihrer Kunden und kommt angesichts der aktuellen Diskussionen gerade rechtzeitig, berichtet Bioland in einer Pressemitteilung. "Die Lobbyisten der Agro-Gentechnik haben in ihrem jüngsten Bericht zum Erprobungsanbau demonst-riert, dass sie eine Verbreitung von GVO durch deren Anwendung bewusst in Kauf nehmen. Nicht Vermeidung, sondern Vermischen und Vertuschen bestimmen das Handeln der Agroindustrie", kritisiert Thomas Dosch, Bioland-Vorsitzender. Mit dem Gesetz werden nun gleichermaßen Betriebe, die mit und die ohne gentechnisch veränderte Pflanzen wirtschaften wollen, haftungsrechtlich geschützt. Transparenzregelungen erlauben zudem allen Betrieben, sich einvernehmlich zu verständigen und auch langfristig zu ko-existieren.
Mit dem neuen Gesetz allein gibt sich Dosch jedoch nicht zufrieden: "Bioland fordert, dass sich die Bundesregierung in Brüssel für eine gesamteuropäische Regelung einsetzt, die das Reinheitsgebot für Saatgut - Ursprung aller Lebensmittel - sicher stellt. Es darf gesetzlich nicht legitimiert werden, Saatgut mit 'gentechnikfrei' zu deklarieren, wenn es GVO-Einträge oberhalb der Nachweisgrenze enthält. Ebenfalls fehlt es an Regelungen, die die Kosten für aufwendige Qualitätssicherungsmaßnahmen wie Analysen oder getrennte Warenflüsse den Gentechnik-Anwendern als Verursacher auferlegen. Dies verteuert zur Zeit gentechnikfreie Lebensmittel und belastet die Verbraucher."
