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BÖLW kritisiert die Öffnung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau

Logo des BÖLW

15.11.2010

Die Koalition hat zu den Bereinigungsverhandlungen des Haushaltsausschusses am vergangenen Donnerstag den Antrag eingereicht, das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) für "andere nachhaltige Formen der Landwirtschaft" zu öffnen. Die übliche Konsultation der Fachpolitiker hat dabei laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) nicht stattgefunden. Der BÖLW-Vorstandsvorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein erklärte: "Zu keinem Zeitpunkt hat die Regierungskoalition deutlicher gezeigt, in welche Richtung sie Landwirtschaft und Ernährung steuern will."

"Niemandem dürfte entgangen sein, dass inzwischen alles zur nachhaltigen Landwirtschaft erklärt worden ist", kommentierte Löwenstein. "Ob Chemie-Einsatz in der Natur, industrielle Tierhaltung in Massenställen, Gentechnik in der Pflanzenzucht - alles wird unter dem gleichen Begriff aufgewertet. Wenn das Bundesprogramm nun für all das geöffnet wird, bedeutet das im Klartext das Ende des politischen Engagements für die Entwicklung des Ökologischen Landbaus."

Wissenschaftlich unstrittig sind laut BÖLW die besonderen Potenziale des Ökolandbaus, um den neuen Herausforderungen der Landwirtschaft - wie Gewässer-, Boden und Klimaschutz - zu begegnen. Löwenstein nannte es daher unverantwortlich, wenn diese Potenziale nicht nur nicht genutzt, sondern offensichtlich bekämpft würden. "Gerade das auf den Ökolandbau zugeschnittene Bundesprogramm hat zu zahlreichen Innovationen geführt, die inzwischen auch in der konventionellen Landwirtschaft von Bedeutung sind", stellte Löwenstein fest.

"Vor diesem Hintergrund die mit 16 Millionen Euro vergleichsweise bescheidene Ausstattung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau auszuhöhlen, ist umso unverständlicher, als die Ministerinnen Schavan und Aigner gestern verkündeten, in den nächsten sechs Jahren 2,4 Milliarden Euro für die Bioökonomie-Forschung zur Verfügung zu stellen", kritisierte der BÖLW-Vorstandsvorsitzende.

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Quelle: Pressemitteilung des BÖLW


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