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BÖLW: Landwirtschaft muss Bestandteil der Klimaschutzpolitik werden
08.12.2009
Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat den Weltbodentag am Montag und den Beginn der UN-Klimakonferenz zum Anlass genommen, um auf den Zusammenhang von Bodenschutz und Klimapolitik aufmerksam zu machen. Der BÖLW-Vorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein erklärte: "Wenn man in Kopenhagen nur den Primärenergieverbrauch in den Blick nimmt, die Landnutzungssysteme aber ausblendet, wird man zu keiner wirkungsvollen Lösung des Klimaproblems kommen. Denn die Landwirtschaft trägt einen Anteil von rund 16 Prozent an den Treibhausgasemissionen." Löwenstein forderte, die Landwirtschaft in die Klimaschutzpolitik einzubeziehen und die Bodennutzungs-Systeme zum Thema zu machen.
Hauptemissionsquellen in der Landwirtschaft sind laut BÖLW trockengelegte Moore, intensive Tierhaltung und Stickstoffüberschüsse der Düngung. Es bestehen aber sowohl große Potenziale, die landwirtschaftlichen Emissionen zu reduzieren, als auch die Bindung von CO2 in landwirtschaftlich genutzten Böden zu erhöhen. "Der Ökologische Landbau ist eine geeignete Lösungsstrategie, denn er beinhaltet beide Wirkungsrichtungen", machte Löwenstein deutlich. Durch den knappen Faktor Stickstoff und die organische Düngung würden Stickstoffemissionen minimiert und der Humusaufbau und damit die CO2-Sequestrierung maximiert. Ebenso sei der Umfang der Tierhaltung begrenzt, da sie an die Fläche gebunden sei. Der BÖLW-Vorsitzende forderte die Politik auf, die Förderung der Landwirtschaft künftig an ökologische und Klimaschutz-Leistungen zu binden, Stickstoffüberschüsse zu besteuern und Programme zur Wiedervernässung der Moore aufzulegen.
Löwenstein kritisierte die Initiative der agro-chemischen Industrie, sich ihren Anteil am milliardenschweren Kuchen der Emissions-Zertifikate zu sichern. Unter dem irreführenden Titel "conservation Agriculture" versuche sie, den massiven Einsatz von Totalherbiziden in pfluglosen Anbausystemen hoffähig zu machen. "Wir fordern die Bundesregierung auf, hier wachsam zu sein. Denn in den komplexen Systemen der Naturnutzung zählen viele Faktoren: Biodiversität, Schonung des Bodenlebens, Vielfältigkeit von Fruchtfolgen und Vermeiden von Schadstoffeinträgen in Luft und Wasser. Wenn das nicht beachtet wird, werden wir erleben, wie für riesige Monokulturen mit Gentechniksoja Emissionszertifikate ausgegeben werden", warnte Löwenstein.
Hier finden Sie Hintergrundpapiere zum Thema Ökologischer Landbau und Klima:
Quelle: Pressemitteilung des BÖLW
