Nachrichten
Demeter-Marketingtagung: Bio mit Emotionen erklären
03.11.2010
Die Demeter-Marketingtagung Ende Oktober in Berlin war ein Treffpunkt für nachdenkliche und innovative Akteure der Biobranche. Beim Auftaktpodium "Starke Frauen machen Bio stark" tauschten sich prominente und erfolgreiche Frauen über die Zukunft des ökologischen Lebensstils aus. Die Referentinnen steuerten Aspekte bei, die auch Demeterprodukte noch aufwerten können: Gerechtes Wirtschaften, Klimaneutralität, regionale Handelswege, Tierschutz, klare Markenführung und das alles verpackt in eine emotionale Ansprache.
Doris Schröder-Köpf verriet, wie prägend die Biobewegung für ihre Entwicklung zur politischen Journalistin gewesen ist: "Auch in unserem kleinen bayrischen Dorf war spürbar, dass Bio ein politisches Projekt ist, eingebettet in viele Facetten gesellschaftlicher Umbrüche." Die sinnliche Erfahrung, mit guten Lebensmitteln leckere und gesunde Ernährung zu ermöglichen, ist der engagierten Hannoveranerin besonders im Hinblick auf Kinder wichtig. "Das geht wesentlich preiswerter als mit ungesunden Fertigprodukten", plädierte sie zum Beispiel für Stadtteil- und Schulküchen statt Tafel-Verpflegung. "Hier könnte sich die Bio-Bewegung aktiv einbringen."
Rekord-Schwimmerin Britta Steffen setzt sich als Biobotschafterin für Öko statt Doping ein. Sie erlebt in ihrer Generation, wie das Thema plötzlich an Bedeutung gewinnt, wenn ein Kind geboren wird. "Das ist oft der Start für die Entwicklung eines ganzheitliches Verständnis und eines nachhaltig bewussten Lebensstils."
Die Biounternehmerinnen Barbara Scheitz von der Andechser Molkerei, Rosi Weber vom Großhandel Biogarten und Manon Haccius, einzige Frau im Führungsgremium von alnatura, haben die Entwicklung vom Pioniersein zum Mainstream hautnah miterlebt und engagieren sich für die Zukunftsfähigkeit von Bio. Dabei ist für sie die Markterweiterung genau so wichtig wie eine Arbeitswelt, die Frauen und Männern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert. Prägend in ihrer Führungsrolle seien dabei Respekt, Ehrlichkeit und das Vorleben von Durchhaltekraft und Mut.
Demeter-Bäuerin Susanne Schoof teilt sich mit Ehemann Dirk auf ihrem Hof an der Nordseeküste alle Arbeiten inklusive Kinderversorgung: "Das ist Privileg, Herausforderung und Chance zugleich." Wichtig sei, zu lernen, Aufgaben zu delegieren. Auch, um der von Gender-Forscherin Prof. Dr. Heide Inhetveen (Agrarsoziologin im Ruhestand) beobachteten Selbstüberforderung entgegen zu wirken.
Marion Isabelle Buley von der Triodos Bank plädierte in ihrem Vortrag zum nachhaltigen, gerechten Wirtschaften für langfristige Planungen und sichere ökonomische Basis. Dr Anke Zühlsdorf von Agrifood Consulting warnte davor, das Potential der Tierschutz-Label den konventionellen Lebensmittelherstellern zu überlassen. Verbraucher hätten diesen Aspekt im Blick und seien bereit, für entsprechende Produkte auch mehr zu zahlen. Da Demeter die höchsten Ansprüche an eine artgerechte, wesensgemäße Tierhaltung erfülle, müsse dies auch eindeutig kommuniziert werden.
Die Demeter-Marketingtagung wird 2011 zum dritten Mal stattfinden.
Quelle: Pressemitteilung von Demeter
