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Forschungspreis für artgemäße Nutztierhaltung vergeben

Logo der  Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung

05.12.2007

Die Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) hat am 22. November 2007 zum fünften Mal ihren mit insgesamt 8.000 Euro dotierten Forschungspreis für artgerechte Nutztierhaltung vergeben. Der Preis ist der einzige seiner Art im deutschsprachigen Raum und richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die herausragende und anwendungsorientierte Arbeiten zur Förderung der artgerechten Nutztierhaltung veröffentlicht haben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der 39. Internationalen Tagung "Angewandte Ethologie" der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft in Freiburg im Breisgau statt.

Die Tierärztin Dr. Claudia Schmied erhielt für ihre an der Veterinärmedizinischen Universität Wien angefertigte Dissertation "Reaktionen auf intra- und interspezifische taktile Stimulation an verschiedenen Körperregionen beim Rind" ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Die Studie konnte nachweisen, dass der taktile Kontakt (soziales Lecken und Streicheln durch Betreuer) am ventralen (bauchseitigen) Hals von Rindern generell positiver wahrgenommen wird als an anderen Körperregionen und dass regelmäßiges Streicheln durch den Tierbetreuenden zu einer deutlichen Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung beiträgt.

Ebenfalls ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro erhielt der Agrarwissenschaftler Dr. Wilhelm Pflanz für seine an der Universität Hohenheim durchgeführte Studie über die "Ganzheitliche Beurteilung innovativer Schweinemastverfahren für Baden-Württemberg". Der Vergleich von vier Haltungssystemen für Mastschweine konnte zum einen aufzeigen, dass Einstreu und Auslauf bzw. getrennte Klimabereiche sich positiv auf die Tiergerechtheit der untersuchten Verfahren auswirken. Zum anderen konnte mit einem eigens entwickelten Bewertungsverfahren nachgewiesen werden, dass eine hohe Tiergerechtheit, Rentabilität und Verbraucherakzeptanz sehr gut miteinander zu verbinden sind und keineswegs unlösbare Widersprüche und Zielkonflikte darstellen.

Für ihre an der Universität Kassel (Witzenhausen) angefertigte Diplomarbeit über "Tiergenetische Ressourcen: Bedeutung, Wert und Kosten der in situ- Erhaltung sowie Überlegungen zur effizienten Mittelverwendung" wurde der Agrarwissenschaftlerin Bettina Ott ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro zugesprochen. Die Arbeit untersucht die umweltökonomischen Aspekte bei der Erhaltung tiergenetischer Ressourcen, diskutiert und bewertet ökonomisch anhand von Fallbeispielen die unterschiedlichen Erhaltungsstrategien und weist nach, dass eine erfolgreiche Erhaltung tiergenetischer Ressourcen wesentlich von der Eröffnung nachhaltiger Nutzungsmöglichkeiten und der engen Zusammenarbeit aller Akteure in entsprechenden Netzwerken abhängt.

Der Forschungspreis der IGN wird jährlich ausgeschrieben. Die nächste Bewerbungsfrist endet am 1. April 2008. Die Mitglieder der Jury sind Fachleute aus der Schweiz, Österreich und Deutschland in den Bereichen Veterinärmedizin, Verhaltenskunde, Agrarwissenschaft, Recht und Philosophie.
Diese Meldung sowie Zusammenfassungen der ausgezeichneten Arbeiten in Deutsch und Englisch finden sich als Download im Internet unter: www.ign-nutztierhaltung.ch

Quelle: Pressemitteilung der Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN)


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