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Kein Naturland Zeichen für Discounter

Naturland-Logo

05.11.2008

Discounter wie Aldi, Lidl und Penny senken diese Woche ihre Preise für konventionelle Milchprodukte um bis zu 20 Prozent. Der ruinöse Preiskampf beschleunigt nach Einschätzung von Naturland das Höfesterben. Das Dumping-Verhalten des Handels bestätigt Naturland in seiner Entscheidung, das Naturland Zeichen für Marken des Discounts nicht zu vergeben. "Faire Erzeugerpreise, langfristige Handelsbeziehungen und eine ökologisch orientierte und zukunftsfähige Unternehmenspolitik sehen wir bei den Discountern derzeit nicht", erklärt Michael Stienen, Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH. Anfragen einzelner Discounter für eine Naturland Zertifizierung lehnte Naturland deshalb ab.

Ruinöser Preiskampf trifft Bauern

Die Forderung der konventionellen Bauern-Kollegen im Rahmen des Milchstreikes für mindestens 43 Cent pro Liter führte zu einer kurzfristigen Erhöhung der Erzeugerpreise sowie der Milchpreise im Laden. Eine Forderung des Milchgipfels im Sommer, die Mengenbegrenzung über die Bundesländer zu erreichen, scheitert bisher am Agrarausschuss des Bundesrates, der eine Mengenbegrenzung ablehnt. Große Produktionsmengen und eine geringere Nachfrage führen zu Preiskämpfen zu Lasten der Bauern, öko wie konventionell. Die bundesweiten Öko-Milchpreise sind seit Mitte 2007 ebenfalls gestiegen und verharren derzeit bei einem Durchschnittspreis von 47,7 Cent. Molkereien, die das Naturland Zeichen verwenden, zahlen den Öko-Bauern derzeit einen Durchschnittspreis von 49,3 Cent.

Die erneut von den Discountern in Gang gesetzte Preisspirale für konventionelle Milchprodukte nach unten kann zeitverzögert Auswirkungen auf den Öko-Milchmarkt haben. Naturland appelliert daher an den Bundesrat, die Empfehlungen des Milchgipfels umzusetzen. Die Forderungen müssen in der Folge europaweit umgesetzt werden.

Insgesamt liefern im Jahre 2008 über 600 Naturland Bauern Öko-Milch an Molkereien im gesamten Bundesgebiet.


Quelle: Naturland-Pressemitteilung


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