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Nachfrage nach Bio-Fleisch lebhaft

16.11.2005

Bio-Fleisch erfreut sich in Deutschland zurzeit einer lebhaften Nachfrage. Nach Darstellung der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) ist dies auf das vermehrte Engagement des Lebensmitteleinzelhandels zurückzuführen. Das Rohstoffangebot kann den Bedarfsanstieg nicht immer decken. Dies geht aus einer Meldung von Agra-Europe hervor.

Schon vor ungefähr einem Jahr wurde von einer teilweise nicht ausreichenden Produktion an Bio-Mastschweinen berichtet; seither hat sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage hier noch ausgeweitet. Auch bei Bio-Rindfleisch können die Absatzmöglichkeiten nicht in allen Regionen immer ausgeschöpft werden. Nur Bio-Lämmer stehen ausreichend zur Verfügung und übertreffen zeitweise die Nachfrage, so die ZMP.

Wie die Bonner Marktbeobachter weiter berichten, ist in nächster Zeit weder bei den Bio-Schweinen noch bei den Bio-Rindern mit einer deutlichen Angebotserhöhung zu rechnen. Bei den Schweinen erweist sich der Mangel an Bio-Ferkeln als Bremse. Umstellungen erfolgen nur zögerlich. Aber auch die negativen Erfahrungen nach dem Nachfrageschub im Anschluss an den ersten deutschen Fall von Boviner Spongiformer Enzephalopathie (BSE) lassen die Erzeuger zurückhaltend auf die aktuell gute Marktsituation reagieren. Damals brach nämlich der Absatz wieder ein, und die Erzeuger sahen sich gezwungen, ihre Tiere konventionell zu vermarkten. Die ZMP geht diesmal aber von einer stabilen Nachfrageentwicklung aus, da es sich nach Aussagen von Branchenkennern und Zukunftsforschern um "eine nachhaltige Trendwende eines Teiles der deutschen Bevölkerung" handelt. Nichtsdestoweniger wird den Landwirten empfohlen, eine Angebotsausweitung auf der Rohstoffseite in jedem Fall zuvor mit den Abnehmern oder einer örtlichen Erzeugergemeinschaft abzustimmen. Schlechte oder ungleichmäßige Qualitäten führen neben zu kleinen Partien auch in der derzeitigen Marktlage vereinzelt zur konventionellen Vermarktung.

Meldesystem noch im Aufbau

Die Erzeugerpreise für Bio-Schweine lagen im dritten Quartal 2005 auf dem Niveau des vorherigen Quartals sowie der vergleichbaren Vorjahresperiode. Bei den Durchschnittspreisen für die Qualitätsklassen E, U und R kam es laut ZMP-Angaben zu keinen Änderungen. Für Bio-Schweine der Handelsklasse E weisen die Bonner Marktbeobachter für den Verkauf an eine Erzeugergemeinschaft oder an einen Verarbeiter frei Schlachthof für den Zeitraum Juli bis September 2005 einen Erlös von 2,34 Euro je kg Schlachtgewicht (SG) ohne Mehrwertsteuer aus; für die Handelsklassen U und R sind es 2,15 Euro/kg SG beziehungsweise 1,78 Euro/kg SG. Die ZMP gibt allerdings zu bedenken, dass sich das Meldesystem noch im Aufbau befindet und die Preise als grober Anhaltspunkt für einen Bundesdurchschnitt zu sehen sind. Insbesondere bei den Preisen für Bio-Schlachtrinder gibt es der ZMP zufolge stärkere Schwankungen in der Melderzusammensetzung. Die Erlöse für Bio-Rinder sind im dritten Quartal überwiegend stabil geblieben.


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