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Naturland fordert ökologische Kriterien für Biogas

17.12.2007
Auf einer Pressekonferenz forderte Naturland die Bundesregierung und die EU auf, die Produktion von Biogas an ökologische Kriterien zu knüpfen.
"Nimmt man die strengen Kriterien in der Lebensmittelproduktion als Grundlage, so dürfte Biogas die Vorsilbe 'Bio' derzeit nicht verwenden", erläuterte Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von Naturland in München. Der Ökologische Landbau als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung sollte als Vorbild für die Rahmenbedingungen zur Biogas- Erzeugung gelten.
Naturland stellte in München sein Positionspapier zum Thema Biogas der Öffentlichkeit vor. Darin werden nach Angaben des Verbandes die Fehlentwicklungen der letzten Jahre zusammengefasst. Vermehrte Maismonokulturen mit negativen Auswirkungen auf Boden, Wasser und Artenvielfalt sowie die Verengung der Fruchtfolgen mit verstärktem Schädlingsdruck seien dabei Schwerpunkte. Hinzu komme beispielsweise die Umwandlung von Feuchtgrünland in Ackerland oder die Grünlandintensivierung, um fehlendes Grundfutter in der Tierhaltung oder Ko-Substrat für die Biogas-Anlagen zu liefern.
"Der Ökologische Landbau setzt durch den Verzicht auf leichtlösliche Mineraldünger und Pestizide deutlich weniger Energie ein als der konventionelle Landbau", erklärte Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen von der Technischen Universität München (TUM). Kohlendioxid werde in der Humusschicht gebunden. Durch den gezielten Humusaufbau im Ökologischen Landbau könne ökologisch bewirtschafteter Boden mehr CO2 aufnehmen. Die Produktion von Biogas müsse deshalb an den Richtlinien des Ökologischen Landbaus ausgerichtet werden, damit die grundsätzlich positive Entwicklung der Energiegewinnung aus Biomasse nicht in einer Sackgasse ende.
Naturland fordert daher einen Bonus für Betriebe, die nach ökologischen Kriterien wirtschaften. Dazu gehöre der Verzicht auf Pestizide und Agro- Gentechnik sowie ein Verbot des Grünlandumbruches. Es müsse eine ausgewogene Fruchtfolge und eine ausgeglichene Humusbilanz vorliegen. Erneuerbare Energien sollten die Nahrungsmittelproduktion ergänzen und nicht verdrängen. Deswegen müssten Reststoffe aus der Nahrungsmittelproduktion sowie Restmaterialien aus der Landschaftspflege zur Biogas-Erzeugung verwendet werden. Kleinanlagen bis 100 Kilowatt sollten intensiver vergütet und Nahwärmenetze müssten eingerichtet werden, damit unnötiger Verkehr von Substraten vermieden und die ländliche Region gestärkt würde.
Quelle: Naturland Pressemitteilung
