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Naturland warnt vor steigenden Analysekosten

10.12.2010
In einer Pressemitteilung nimmt Naturland Bezug auf die Veröffentlichung von Greenpeace, dass allein die Kontrolle von Pestiziden in Lebensmitteln und Grundwasser den deutschen Steuerzahler 17 Millionen Euro jährlich kosteten. Naturland warnt in diesem Zusammenhang vor einer weiteren Kostenspirale für den Verbraucher, wenn sich die Agro-Gentechnik in Europa ausbreiten sollte. Gut für die Umwelt und gut für den Verbraucher ist nach Naturland der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide sowie auf Agro-Gentechnik. "Der Ökolandbau braucht beide umweltschädigenden Methoden nicht und produziert hochwertige Lebensmittel im Einklang mit der Natur", erläutert Hans Hohenester, Ökobauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender.
Weiter führt Naturland aus, dass 80 Prozent der Verbraucher in Deutschland den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in Lebensmitteln ablehnten. Der kommerzielle Anbau des GVO-Maises MON 810 sei derzeit vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) auf Grund von Sicherheitsbedenken verboten. Die GVO-Kartoffel Amflora wurde zugelassen und dieses Jahr erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern angebaut. Ein Teil der Ernte müsse aktuell vernichtet werden, da nach Einschätzung des Landwirtschaftsministers Till Backhaus die Gefahr einer Vermischung mit der in der EU nicht zugelassenen GVO-Kartoffel Amadea bestehen könnte. Schon jetzt müssten alle Verarbeiter, die gentechnikfreie Lebensmittel herstellen wollen, GVO-Analysen durchführen. Die Kunden wollten die Sicherheit, dass keine Vermischung mit GVO-Produkten stattgefunden hat. Alle Lieferanten von Ökorohstoffen wie Soja, Mais oder Raps müssten GVO-Analysen vorlegen. Sollte sich der Anbau von GVO-Pflanzen ausdehnen, kämen explodierende Kosten auf alle Partner der Wertschöpfungskette zu. Je nach Analyseart und Labor könnten die Kosten bis zu 150 Euro pro Probe betragen. Ist ein Ausschlag messbar, kämen für eine qualitative Analyse noch einmal bis zu 150 Euro dazu.
Ökolandbau schont die Umwelt und den Geldbeutel
Bei 100 Prozent Ökolandbau fielen laut Naturland keine Kontroll- und Analysekosten für Pestizide und Agro-Gentechnik an. Die kostenintensive Aufbereitung von Trinkwasser, um den Anteil von Pestiziden und Nitraten zu minimieren, würde entfallen. Diese so genannten externen Kosten würden derzeit vom Steuerzahler getragen und tauchen nicht im Preis für Lebensmittel auf. Naturland fordert, dass die Inverkehrbringer und Nutzer von Pestiziden und Agro-Gentechnik für die Folgekosten aufkommen müssen. Noch einfacher und besser für die Umwelt und den Geldbeutel ist die hundertprozentige Umstellung auf Ökolandbau.
Quelle: Pressemitteilung von Naturland
