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Naturschutzhof des Monats November

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06.11.2007

Der Müller-Hof in Allensbach-Kaltbrunn, Baden-Württemberg, wird im November als Naturschutzhof des Monats vorgestellt. Der Familienbetrieb in der vierten Generationen ist in den Bereichen Tierhaltung, Getreideanbau, Landschaftspflege, Direktvermarktung, Tourismus und Energie aktiv. Anspruch des 1981 auf biologische Landwirtschaft umgestellten Betriebes ist ein ganzheitlicher Umgang mit Landschaft und Tieren.

Ganz im Süden von Deutschland in einer schwungvoll modellierten Landschaft am Bodensee liegt der Betrieb von Helmut und Ruth Müller. Prägend ist der Wechsel von Natur- und Kulturlandschaft, von Wald, Seen und Ried (süddeutsch für Niedermoor) sowie Obstwiesen, Grünland und Ackerland. Seit 30 Jahren bewirtschaftet Helmut Müller dort das Feuchtgrünland, Riedwiesen und Schilfflächen des Naturschutzgebietes Mindelsee. Das Mähgut wird hauptsächlich als Kompost für den Acker eingesetzt. Diese Verwendung ist historischen Ursprungs, denn das nahegelegene Gemüseanbaugebiet profitierte früher bereits vom Nährstoffübertrag aus dem Ried.

Die kooperative Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Möggingen führte zu einer gemeinsamen Entwicklung einer rationellen Pflege. Helmut Müller ist für die Maschinenarbeit zuständig, die Naturschutzstation für Handarbeit, Monitoring und Pflegemanagement.

Die Nachhaltigkeit wird auf dem Müller-Hof auch im Bereich erneuerbarer Energie praktiziert: Eine Biogasanlage, die mit der Gülle aus dem Laufhof und Futterresten gefüttert wird, versorgt den Hof mit Wärme und Energie. Das Stalldach ist mit Photovoltaik-Modulen bestückt. Die Schlepper tanken Rapsöl. Geplant ist außerdem, das reichlich anfallende Schilf ebenfalls energetisch zu nutzen, um den Ort (800 Einwohner) zu versorgen. Dazu wurde die Initiative Elabo (Energie und Landschaftspflege Bodensee) gegründet, die sich für regionale Energiesicherung, regionale Wertschöpfung und die langfristige Sicherung der Landschaftspflege einsetzt.

Der Müller-Hof wurde im Februar 2007 von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel im Rahmen der Verleihung des "Förderpreises Naturschutzhöfe" ausgezeichnet. Der Wettbewerb um den Förderpreis Naturschutzhöfe wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) initiiert und gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) durchgeführt. Weitere Projektpartner sind der Naturschutzbund (NABU) / Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) / Bund Naturschutz Bayern (BN) sowie die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Das Projekt wurde vom Bundesumweltministerium gefördert.

Auf der Internetseite www.naturschutzhoefe.de finden Sie ausführliche Betriebsportraits und Fotos von den drei Preisträgern und den neun Auszeichnungsbetrieben.


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