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Öko-Lebensmittel und ihre Zukunft: Auf der Suche nach der Zauberformel
14.12.2004
"Wir können zu recht stolz auf das Erreichte sein!" Optimistisch stimmte Bundesverbraucherministerin Renate Künast in ihrer Eröffnungsrede die Teilnehmer der Tagung "Ökologische Lebensmittel - Perspektiven zur Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus" ein, zu der sich am 7. und 8. Dezember im Umweltforum Berlin über 130 Vertreter der Bio-Branche aus Wissenschaft, Wirtschaft sowie den Öko-Anbauverbänden und anderen gesellschaftlichen Gruppen eingefunden hatten. An Erfolgsmeldungen zählte Künast auf: 23.000 Produkte seien mittlerweile mit dem 2001 eingeführten Bio-Siegel gekennzeichnet. Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau habe im Jahr 2002 gestartet werden können. Der Europäischen Agrarreform sei nun der Europäische Aktionsplan gefolgt, beide mit der Intention, die Bedingungen für den Öko-Landbau langfristig zu verbessern. "Meilensteine in einer zuweilen stürmischen Entwicklung, die eine gute Startposition für die Zukunft bedeuten", fasste die Ministerin zusammen.
Um die Gestaltung der Zukunft des Öko-Landbaus ging es im Verlauf der vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) veranstalteten Tagung. Mit den Reden der EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer BÖL und des Vorsitzenden des EU-Agrarrats und Minister für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität der Niederlande, Cees Veerman, wurde zunächst dem europäischen Umfeld Raum gegeben. Mit ihrer Darstellung der positiven Wirkungen des Öko-Landbaus rannten die beiden EU-Redner bei den Zuhörern offene Türen ein. Im Anschluss an die kurze Darstellung der Aktivitäten der Niederlande und des Europäischen Aktionsplans, dessen Rolle EU-Kommissarin Fischer BÖL als Zwischenschritt in einem kontinuierlichen Prozess zum Ausbau des Öko-Landbaus sieht, zogen sich die Tagungsteilnehmer zur intensiven Diskussion in drei Arbeitsgruppen zu den Themen "Markt für ökologische Lebensmittel", "EU-Politik für die ökologische Landwirtschaft" und "Standards und Kontrollen" zurück. Den Aufruf des niederländischen Ministers Veerman noch im Ohr: "Eine wichtige Aufgabe des Staates liegt darin zu untersuchen, welche Zauberformel die Verbraucher dazu bewegen kann, auf biologische Landwirtschaftsprodukte überzugehen."
Die Arbeitsgruppen präsentierten dann eine Vielzahl konkreter Problembeschreibungen und konstruktiver Ansätze zur Entwicklung von Perspektiven in der Produktion ökologischer Lebensmittel. Dabei spielte in allen drei Gruppen der Blick auf die gesamte Kette die wesentliche Rolle. Immer auf das Ziel hin, den Verbraucher vor allem durch Qualität zu überzeugen, wobei diese neben einem herausragenden Geschmack auch in der Gewährleistung besonderer Sicherheit liegen könne. Eine klare Empfehlung für das weitere Vorgehen der Politik gab es von Seiten der Tagungsteilnehmer dagegen nicht. So wurde die Etablierung eines Deutschen Aktionsplans - unter anderem als Möglichkeit, das Thema Öko-Landbau weiter im Blickfeld der Öffentlichkeit zu halten - zwar grundsätzlich positiv beurteilt, seine potenzielle Wirkung aber von dessen konkreter Ausgestaltung im Einzelnen abhängig gemacht.
