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Österreich: auf dem Weg zum Bio-Musterland

15.12.2004

Die Entwicklung Österreichs zu einem Bio-Musterland innerhalb der Europäischen Union sei ein Resultat konkreter politischer Weichenstellungen und von Initiativen aus der Privatwirtschaft. Dabei spiele die Bio-Marke "Ja! Natürlich" eine wichtige Rolle, weil das Unternehmen für eine große Nachfrage an hochwertigen Öko-Produkten sorge, Marktvolumen schaffe und die Arbeit der Bauern mit langfristigen Abnahmegarantien absichere. Das berichtet Agra-Europe.
Die Bedeutung des Bio-Landbaus in Österreich und seine Entwicklung würden anhand aktueller Zahlen und Fakten deutlich, erklärte der niederösterreichische Agrarlandesrat Josef Plank in einer Pressemitteilung. So würden landesweit mittlerweile rund 13 Prozent der agrarisch genutzten Fläche biologisch bewirtschaftet. Zwischen 1990 und 2003 sei die Zahl der österreichischen Bio-Betriebe von 1.500 auf 19.000 gestiegen, so dass inzwischen jeder zehnte Landwirt ökologisch wirtschafte. Noch höher sei der Anteil in den Regionen, mit denen "Ja! Natürlich" eine enge Partnerschaft verbinde. So betrage die Quote der Bio-Bauern beispielsweise in Salzburg 40 Prozent und im Nationalparkgebiet sogar rund 50 Prozent. Sehr dynamisch sei die Entwicklung der biologischen Landwirtschaft auch im Waldviertel. Dort gebe es derzeit 1.400 Bio-Betriebe und mit rund 100 Unternehmen jährlich den größten Zuwachs. Landesweit verfüge Österreich zurzeit über eine Bio-Anbaufläche von rund 328.000 Hektar; das bedeute nach Liechtenstein Rang zwei im weltweiten Vergleich der Anteile am Gesamtareal. Zusammen mit Dänemark ebenfalls ganz weit vorn liege die Alpenrepublik im Hinblick auf den Markt-Anteil biologischer Lebensmittel, der rund 5-6 Prozent betrage. In diesem Bio-Ranking nach Marktanteilen an Öko-Lebensmitteln seien in Europa übrigens jene Staaten an der Spitze zu finden, in denen solche Produkte großteils in Supermärkten angeboten würden.
Vorreiterrolle beim Verzicht auf GentechnikAn einer erfolgreichen Fortsetzung dieses Bio-Weges in Österreich würden viele Initiativen aus Politik und Wirtschaft arbeiten, führte Plank weiter aus. So hätten im Waldviertel das Land Niederösterreich, Bio Austria und "Ja! Natürlich" das Projekt "Waldviertel Lebensviertel" ins Leben gerufen. Unter diesem Dach werde das Bestreben, eine freiwillige Verpflichtung zum gentechnikfreien Anbau umzusetzen, organisiert und gebündelt. Die Initiative habe sich zum Ziel gesetzt, gesunde und urtypische Produkte aus einer unverfälschten Landschaft auch in Zukunft zu erhalten. Der bisher gesetzlich festgeschriebene gentechnikfreie Anbau in Österreich könne allerdings durch den Fall bestimmter EU-Regelungen bald massiv gefährdet sein. Das würde bedeuten, dass gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Zukunft auch in österreichischen Lebensmitteln zu finden wären. "Waldviertel Lebensviertel" wolle deshalb auf freiwilliger Basis den gentechnikfreien Anbau in der Region sicherstellen. Möglichst viele Bauern sollten hier durch eine freiwillige Verpflichtung dafür sorgen, dass auch in den nächsten fünf Jahren nur gentechnikfreie Pflanzen und Saatgut angebaut würden. Konkret seien daher die Bauern in allen fünf Waldviertel Bezirken informiert und persönlich angesprochen worden, sich der Initiative anzuschließen. Für ein gentechnikfreies Waldviertel als Synonym für intakte Landschaft und glaubwürdige Produktionsmethoden hätten mittlerweile mehr als 600 Bauern unterschrieben.


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