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Pestizid-Monitoring für Bio-Obst und -Gemüse: Qualitätsvorsprung von Naturkost

18.11.2004

Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau hält, was es verspricht: Bei 92,1 Prozent aller Proben lassen sich keinerlei Pestizide oder lediglich Spuren im Bereich der Nachweisgrenze feststellen. Diese Bilanz kurz vor Abschluss des bundesweiten Projekts "Monitoring-System für Obst und Gemüse im Naturkostfachhandel" präsentierte heute der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. in Hamburg.
632 Obst- und Gemüseproben aus ökologischem Anbau wurden seit Juli 2003 auf Pestizide untersucht. Lediglich bei 33 Proben konnten die Labore überhaupt Rückstände feststellen. Das entspricht 5,2 Prozent. Die gesetzliche Höchstmenge wurde dabei nur von 0,8 Prozent aller Proben überschritten. Zum Vergleich: Bei konventionellem Obst und Gemüse in der EU werde bei mehr als jeder 20. Probe die Rückstandshöchstmenge nicht eingehalten. Diese Zahl nennt der aktuelle Bericht der EU-Kommission zur "Überwachung von Pestizidrückständen in Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs".
Das Pestizid-Monitoring-Projekt läuft im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und wird vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft bis Ende 2004 mit 137.000 Euro finanziell gefördert. Das Ziel, mögliche Anbaufehler und Lücken in der Qualitätssicherung aufzudecken und abzustellen, konnte erreicht werden: "Die intensiven Recherchen bei Rückstandsfällen haben dazu geführt, dass auch bisher unbekannte Schwachstellen bei Anbau, Lagerung, Transport und Weiterverarbeitung bekannt geworden sind", berichtete Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel.
Als Beispiele für nachgewiesene Verunreinigungen auf dem Weg der Früchte vom Feld bis zum Verkaufsregal nannte sie Fungizide aus dem Einwickelpapier für konventionelle Birnen sowie ein Oberflächenbehandlungsmittel auf einer Orange, das aus dem zuvor für konventionelle Früchte verwendeten Waschwasser stammte. "Das Projekt hat gezeigt, dass Betrugsfälle in der Naturkostbranche die Ausnahme sind", so Röder. Häufige Ursache für einen Rückstandsfund seien neben Qualitätslücken Altlasten von längst verbotenen Pestiziden sowie die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln aus der konventionellen Landwirtschaft.
Die Erfolge des Monitoring-Systems haben Projektteam, Projektteilnehmer und die Naturkostbranche überzeugt. Das Projekt wird daher nach dem Auslaufen der Förderung durch das Bundesverbraucherministerium Ende 2004 auf freiwilliger Basis fortgesetzt. Die Finanzierung übernehmen dann die beteiligten Import- und Großhandelsunternehmen.

Weitere Informationen:
Katja Niedzwezky
BNN Herstellung und Handel
Tel. 0221 / 13 97 56-47
E-Mail niedzwezky@n-BNN.de


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