Nachrichten
Runder Tisch zu biologischer Landwirtschaft und Klimawandel gegründet

17.12.2009
Der Klimawandel beeinflusst die Lebensmittelproduktion weltweit. Je nachhaltiger die Lebensmittel produziert werden, umso günstiger wirkt sich das auf den Verlauf des Klimawandels aus. Deshalb soll die nachhaltige Landwirtschaft als mögliche Problemlöserin in die Verhandlungen einbezogen werden. Die biologische Lebensmittelproduktion muss dabei nach Ansicht des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) eine Vorreiterrolle spielen. Um diese Rolle zu stärken, wurde der "Round Table on Organic Agriculture and Climate Change" (RTOACC) an der UNO Klimakonferenz in Kopenhagen gegründet.
Der Direktor des FiBL und Mitinitiator des runden Tisches Urs Niggli erklärte: "Die biologische Landwirtschaft hat ein großes Potenzial, die Klimaveränderung abzuschwächen. Durch den Verzicht auf Kunstdünger werden weniger Treibhausgase produziert und durch den Aufbau von organischer Substanz im Boden wird Kohlenstoff gebunden." Antonio Compagnoni, der die italienische ICEA vertritt, betonte, dass durch diesen Zusammenschluss der Akteure die biologische Landwirtschaft auf die Agenda der kommenden Klimaverhandlungsrunden gesetzt werde.
Ziele des Runden Tischs sind:
- die Forschung zum Einfluss der biologischen Landwirtschaft auf den Klimawandel zu vertiefen,
- die biologische Lebensmittelherstellung und -verarbeitung noch schonender für das Klima zu machen,
- das Potenzial der biologischen Landwirtschaft zur Verminderung des Klimawandels bekannt zu machen und
- Methoden zu entwickeln, mit denen sich der doppelte Beitrag der biologischen Landwirtschaft im Kampf gegen Treibhausgase (verminderte Emission, erhöhte Rückbindung) quantifizieren lässt.
Um diese Ziele zu erreichen, hat sich der Runde Tisch auf einen gemeinsamen Aktionsplan bis ins Jahr 2011 geeinigt. Der Schwerpunkt für das Jahr 2010 liegt auf der Entwicklung einer Methode, um die Klimaleistungen der biologischen Lebensmittelproduktion messbar zu machen. Diese Messbarkeit ermöglicht den Handel mit CO2-Zertifikaten aus der biologischen Landwirtschaft. Ob ein solcher Handel stattfinden soll und wie er für Produzenten in Entwicklungsländern vorteilhaft gestaltet werden kann, soll im Rahmen dieses Aktionsplans geklärt werden. Diese Tätigkeiten werden vom FiBL koordiniert und von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) finanziert.
Der runde Tisch setzt sich aus verschiedenen Akteuren aus der biologischen Lebensmittelproduktion zusammen und hat acht Gründungsmitglieder: Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz, Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom, International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), das Rodale Institute aus den USA, das Environmental and Ethical Certification Institute-ICEA aus Italien, die Zertifizierungsstelle KRAV aus Schweden, Soil Association aus Grossbritannien, International Centre of Research in Organic Farming Systems (ICROFS ) in Dänemark.
Quelle: Pressemitteilung des FiBL
