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Symposium zeigte Vielfalt und Bedeutung von Böden weltweit

02.11.2010
Der Boden ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen auf unserem Planeten. Das zeigte das Bodensymposium "Quell des Lebens oder wertloser Dreck?" im Münchner Stadtmuseum Mitte Oktober deutlich. Veranstaltet wurde die Tagung gemeinsam von Naturland, der Hofpfisterei und dem oekom verlag im Rahmen des 4. Münchner Klimaherbstes.
Prof. Dr. David R. Montgomery von der Universität Washington warnte in seiner Buchpräsentation von "Dreck - Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert" eindringlich vor der weltweiten Bodenerosion. "Der Verlust dieser wichtigen Lebensgrundlage wird zu einem großen Problem für die Menschheit", betonte der amerikanische Geologe.
Alle Referenten stellten klar, dass der Schutz des Bodens oberste Priorität haben müsse. Der Naturland Landwirt Hans Wimberger beschrieb seinen Arbeitsalltag auf dem Acker: "Ökologischer Landbau leistet bereits jetzt einen großen Beitrag für gesunde Böden. Das Herzstück für jeden Ökolandwirt ist es, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Humusaufbau durch gezielte Fruchtfolgen zu fördern."
Der Boden als Klimaschützer
Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen, Leiter des Lehrstuhls für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der TU München, machte deutlich, dass die Landwirtschaft sowohl vom Klimawandel beeinflusst wird als auch selbst klimarelevante Spurengase freisetzt. Verschiedene Forschungsprojekte, in denen auch Ökolandwirte beteiligt sind, zeigten, dass die Landwirtschaft mit vielseitigen Strategien dem Klimawandel entgegenwirken kann. Hülsbergen erklärte: "Bereits jetzt leistet der Ökolandbau durch Humusaufbau, den Einsatz von Leguminosen und durch Fruchtfolgemanagement einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Jedoch müssen seine Kapazitäten noch konsequenter genutzt und ausgebaut werden."
Terra Preta - Modell für eine nachhaltige Landnutzung?
Prof. Dr. Bruno Glaser vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Universität Halle-Wittenberg präsentierte seinen aktuellen Forschungsstand zu den Indianerschwarzerden Amazoniens. Die Terra Preta ist anthropogenen Ursprungs: Sie entwickelte sich durch Oxidation verkohlter Biomasse, die sich zusammen mit anderen nährstoffreichen Abfällen durch mikrobielle Umwandlungen (Kompostierung) mit den Tonteilchen des ursprünglichen Bodens verbinden. Die "Schwarzen Erden", wie die Terra Preta auch genannt wird, sind sehr fruchtbar und haben hohe Kohlenstoff-, Nährstoff- und Wasserspeicherkapazitäten.
Glaser erläuterte: "Unser Ansatz ist es, durch spezielle technische Verfahren erneuerbare Energie zu gewinnen und über kompostierte Holzkohle die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhöhen. Dadurch könnten weltweit stark degradierte Böden nachhaltig aufgewertet werden. Ein weiterer Positiveffekt im Kampf gegen den Klimawandel ist, dass dadurch Kohlendioxid aus der Luft über lange Zeit in die Böden eingelagert werden könnte."
Diese und weitere Tagungsbeiträge können Sie unter www.naturland.de/bodensymposium.html und www.hofpfisterei.de herunterladen.
Das Buch "Dreck. Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert" von David R. Montgomery ist im oekom verlag erschienen. Weitere Informationen finden Sie unter www.oekom.de/buecher.
Quelle: Pressemitteilung von Naturland
