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AMI-Strukturdaten zur Landnutzung und Tierhaltung

AMI-Strukturdaten 2010

Auf Basis der Datenlieferung von zwölf Öko‐Kontrollstellen in Deutschland hat die AMI für das Jahr 2010 eine Übersicht über die Struktur der Landnutzung und Tierhaltung ökologisch wirtschaftender Betriebe in Deutschland erstellt. Für die wichtigsten Produktgruppen wurden auch die zugehörigen Produktionsvolumina geschätzt und der jeweilige Anteil an der gesamten Produktion in Deutschland
ermittelt.

Wie schon im vergangenen Jahr hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die Erhebung der Strukturdaten bei den Öko‐Kontrollstellen finanziert.

Die an der Erhebung beteiligten zwölf Kontrollstellen haben einen Anteil von 89 Prozent an der Fläche und 96 Prozent an den Betrieben, wenn die Angaben der BLE Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung für 2010 als Basis gewählt werden. Die fehlenden Anteile hat die AMI jeweils anhand der Wachstumsraten dazu geschätzt. Insgesamt bewirtschafteten laut BLE 21.942 Biobetriebe eine
Fläche von 990.702 ha Bio‐Fläche.

Da einige Kontrollstellen nicht immer eine Aufschlüsselung nach Einzelpositionen, sondern teilweise nur Gruppenwerte (zum Beispiel Gemüsefläche ohne Angabe der jeweiligen Einzelkulturen) gemeldet haben, liegen die aufgerundeten Summenwerte vereinzelt über der Summe der Einzelpositionen einer Produktgruppe. Die jeweiligen Einzelpositionen (bspw. Möhren, Kohl, Zwiebeln) geben somit nicht immer den tatsächlichen Wert an, sondern stellen nur eine Mindestgröße dar.

Unvollständige Datenlieferungen in den Vorjahren haben zur Folge, dass in einigen Fällen ein Vergleich zu den Vorjahren zu deutlich überschätzten Wachstumsraten führen würde. Auch die Einführung neuer EDV‐Systeme führt vereinzelt zu nicht erklärbaren Abweichungen der Meldezahlen im Zeitablauf. So können einige Entwicklungen im Zeitablauf nur durch fehlerhafte bzw.
unvollständige Daten erklärt werden. Mangels verifizierbarer Vergleichsdaten müssen diese mit Fehlern behafteten Daten jedoch in Kauf genommen werden, um wenigstens Anhaltspunkte für die Größenordnung der Produktion darstellen zu können. Dies führt auch dazu, dass aufeinander aufbauende Produktionsbereiche deutliche Inkonsistenzen erkennen lassen.

Die Daten zur Tierhaltung (Tiere in Stück) stammen aus Bestandserhebungen und stellen somit eine Momentaufnahme dar. Sie entsprechen also nicht der Gesamtzahl der gehaltenen und geschlachteten Tiere pro Jahr. Um Aussagen zur Gesamtzahl der geschlachteten Tiere pro Jahr treffen zu können, sind die Bestandsdaten mit einem Umtriebsfaktor zu multiplizieren.

Die Summe der aus den Meldungen der Kontrollstellen erhaltenen Daten wurde – je nach Größenordnung – jeweils auf Zehner‐, Hunderter‐ oder Tausender‐Werte gerundet, um angesichts der Tatsache, dass nicht alle Betriebe und Flächen erfasst wurden, nicht eine Genauigkeit vorzutäuschen, die tatsächlich nicht gegeben ist.

Zunahme vor allem beim Ackerland

Wie schon 2009 sind die Ackerflächen im Ökolandbau 2010 etwas stärker gewachsen als die Grünlandflächen. Insgesamt waren 52 Prozent der Bioflächen Grünlandstandorte (515.000 ha) und 44 Prozent Ackerland (435.000 ha). Der Rest verteilt sich auf die Dauerkulturen, Streuobstwiesen und
Flächen mit unbekannter Nutzung.

Getreideflächen wieder leicht rückläufig

Nach ihrem Höhepunkt 2009 sind die Getreideflächen nach großer Ernte mit enttäuschenden Preisen in 2010 wieder leicht zurückgegangen, auf nun 207.000 Hektar. Das waren 3,1 Prozent der deutschen Getreidefläche bzw. 21 Prozent der deutschen Biofläche. Die Winterungen für 2010 sind 2009 zum Teil schlecht aufgelaufen, so dass einige Flächen neu gesät werden mussten.

Der Rückgang bei den Getreideflächen insgesamt ist vor allem auf die kleinere Roggenfläche zurückzuführen. Nach der Rekordanbaufläche 2009 sind die Flächen 2010 wieder auf 57.000 Hektar zurückgegangen. Die guten Anbaubedingungen und großen Flächen führten 2009 zu einer Rekordernte von 200.000 Tonnen, welche die Preise in den Keller rutschen ließen, so dass die
Flächen 2010 wieder fast zehn Prozent kleiner ausfielen. Da auch die konventionellen Roggenflächen rückläufig waren, betrug der Bio‐Anteil an der gesamten Roggenflächen überdurchschnittliche neun Prozent. Auch auf Grenzstandorten wächst dieses relativ anspruchslose Getreide. Die größten
Roggenflächen befinden sich in Brandenburg, Bayern und Mecklenburg‐Vorpommern. Brandenburg und Mecklenburg‐Vorpommern zusammen brachten es schon 54 Prozent der Gesamtflächen.

Die Weizenflächen sind 2010 weiter um acht Prozent auf 54.000 Hektar ausgedehnt worden. Allein 30 Prozent davon lagen in Bayern, gefolgt von Niedersachsen und Baden‐Württemberg. Der Bio‐Anteil am deutschen Weizenanbau liegt mit 1,6 Prozent unter dem durchschnittlichen Anteil aller Biogetreidearten am konventionellen Getreideanbau. Anders als im konventionellen Anbau versuchen die Landwirte fast ausschließlich Speisegetreide anzubauen und wählen dabei die entsprechenden Sorten. Das gelingt aufgrund der klimatischen Bedingungen nie in vollem Umfang. Außerdem ist der Anteil des Sommerweizenanbaus deutlich höher als im konventionellen Anbau – insbesondere im Norden wird damit auf Qualitätsweizen gesetzt.

Entgegen der Anbauempfehlungen der Berater und Erzeugergemeinschaften sind die Dinkelflächen 2010 noch einmal leicht auf 22.000 Hektar ausgedehnt worden. Dinkel ist ein süddeutsches Getreide, 55 Prozent der Flächen liegen allein in Bayern und Baden‐Württemberg. Der genügsame Dinkel brachte
auch 2010 mittlere Erträge. Nach enormen Preisschwankungen in den Vorjahren ist die Nachfrage leicht zurückgegangen und Dinkel erzielt gegenüber Weizen kaum noch Aufschläge. Zur Dimension des konventionellen Dinkelanbaus in Deutschland liegen keine Statistiken vor.

Bei jährlich steigender Futternachfrage ist die Fläche für Triticale leicht gestiegen. Der Flächenrückgang bei Gerste resultiert aus der rückgebauten Wintergerstenfläche, während der Sommergerstenanbau um acht Prozent im Vergleich zu 2009 zugelegt hat.

Nach einem Rückgang 2009 sind die Haferflächen 2010 nur leicht gestiegen, haben aber noch nicht das vorherige Niveau erreicht. Die Folge war eine äußerst knappe Versorgung in der Saison 2010/11, so dass die Flächen 2011 wieder etwas darüber liegen dürften. Neben Dinkel und Sommerweizen hat Hafer mit 15 Prozent die höchsten Bio‐Anteile an der gesamten Haferfläche. Hafer wächst vor allem in Bayern, gefolgt von Brandenburg, sowie mit einigem Abstand Baden‐Württemberg und Mecklenburg‐Vorpommern. Immerhin 8.500 Hektar der ackerbaulichen Fläche waren 2010 stillgelegt, um die Böden zu regenerieren.

Wieder mehr Flächen für Hülsenfrüchte

Nach kontinuierlichen Rückgängen der Flächen für Hülsenfrüchte bauten die Landwirte 2010 wieder mehr Hülsenfrüchte an, nämlich 27.000 Hektar. Das sind inzwischen mehr als ein Viertel der deutschen Fläche für Hülsenfrüchte, da die konventionellen Flächen seit Jahren zurückgehen. Die ökologisch erzeugten Ackerbohnen sind am stärksten gewachsen. Mit steigender Tierzahl und dem Versuch möglichst viele Eiweißkomponenten aus heimischer Produktion zu verfüttern, sollte die Produktion in Zukunft noch weiter zunehmen. Viele Landwirte scheuen aber das hohe Anbaurisiko, das in den vergangenen Jahren häufig zu Ausfällen geführt hat In 2010 hat der Bio‐Ackerfutterbau um drei Prozent zugenommen und erreicht eine Fläche von 157.000 ha. Dies sind sechs Prozent der gesamten Futterfläche Deutschlands. Die Feinleguminosen – also vor allem Kleegras‐ spielen mit 86.000 Hektar die größte Rolle spielen.

Weniger Kartoffeln und Raps

Die Kartoffelflächen sind 2010 wieder leicht auf 8.200 Hektar zurückgegangen. Bei weniger optimalen Witterungsbedingungen fiel die 2010er Kartoffelernte mit 140.000 t kleiner aus als in den Vorjahren, reichte aber aufgrund deutlich geringerer Verkäufe bis ins Frühjahr. Für 2011 wird bei annähernd gleichen Flächen von einer um zehn Prozent höheren Brutto‐Produktionsmenge ausgegangen.

Bioraps ist weiterhin gesucht, für die Landwirte aber mit hohem Anbaurisiko verbunden. Die Flächen waren 2010 wieder deutlich rückläufig. Dafür wurden die Flächen für Leinsaat mehr als vervierfacht.

Gemüse mit zehn Prozent Flächenanteil

Die Gemüseflächen sind 2010 weiter gestiegen. Zehn Prozent der deutschen Gemüsefläche werden mit Biogemüse bebaut. Immer noch relativ viel Gemüse kann von den Kontrollstellen nicht den einzelnen Kulturen zugeordnet werden. Möhren sind die dominierende Kultur im Biogemüseanbau, sie sind allerdings mit 14 Prozent Anteil am gesamten Möhrenanbau nicht so stark vertreten wie man es von den Marktverhältnissen auf Einzelhandelsstufe her erwarten würde. Immerhin entfallen fast 50 Prozent der Biogemüsekäufe auf Möhren. Mit großem Abstand zu der Möhrenfläche von 1.500 Hektar folgen Spargel, Zwiebeln und Blumenkohl. Der Biogemüseanbau konzentriert sich in Deutschland mit mehr als einem Fünftel Fläche vor allem in Bayern gefolgt von jeweils gleich großen Anteilen um 13 Prozent in Nordrhein‐Westfalen, Niedersachsen und Baden‐Württemberg.

Dauerkulturen weitgehend stabil

Die Flächen von Dauerkulturen haben sich 2010 nur wenig geändert. Die Apfelflächen wurden nochmals ausgedehnt. Nach Rücksprache mit Vermarktern hat die AMI die Vorjahresflächen nach oben korrigiert, denn bereits in den vergangenen Jahren sind die Apfelflächen gewachsen. 2010 waren es dann 3.100 ha – fast zehn Prozent der deutschen Apfelfläche.

Bemerkenswert ist der nochmalige Anstieg der Reblandflächen auf 5.200 Hektar, das sind 5,3 Prozent der deutschen Reblandflächen. Die Bioweinvermarktung wird auch im LEH immer erfolgreicher.

Biorindfleischproduktion neu berechnet

Die Produktionsmenge an Bio‐Rindfleisch wurde überarbeitet und nach unten korrigiert. Bislang war in der Berechnung nicht berücksichtigt, dass fast alle männlichen Kälber aus der Milchviehhaltung konventionell verkauft werden und als konventionelle Jungbullen gemästet auf dem Markt kommen.

Genauso wenig wurde berücksichtigt, dass ein Teil der Absetzer aus der Biomutterkuhhaltung an konventionelle Betriebe verkauft wird und somit nicht in die Biorindfleischproduktion einfließen. Berücksichtigt man beides, errechnet sich aus der Anzahl der Mutter‐ und Milchkühe der jeweiligen beiden Vorjahre eine Rindfleischproduktion von 39.500 Tonnen – 3,4 Prozent der deutschen
Rindfleischproduktion. Bei der Mutterkuhhaltung ist der Bio‐Anteil mit fast 18 Prozent deutlich größer als bei anderen Tierarten. Die Nachfrage nach Biofleisch ist 2010 gegenüber 2009 deutlich zurückgegangen, um 2011 wieder in größerem Maße zu wachsen.

Schweineproduktion 2010 konstant

Das spiegelt sich allerdings nicht in den Zahlen der erfassten Schweinebestände wider. Die Zahl der Mastschweine ist nach den Daten der Kontrollstellen bei konstanten 120.000 geblieben – 0,7 Prozent der Mastschweine in Deutschland. Wie schon davor, überstieg auch 2010 die Nachfrage die Produktion.

Bio‐Milchviehhaltung weiter gestiegen

Die Zahl der Milchkühe ist 2010 mit einem Plus von zehn Prozent weiter deutlich gestiegen, ebenso wie die Milchanlieferung um neun Prozent. 3,2 Prozent der deutschen Milchkühe standen demnach auf Biobetrieben. Da die Milchleistung pro Laktation bei konventionellen Milchkühen durch sehr intensive Fütterung höher ist, lag der Anteil an der Milchanlieferung bei zwei Prozent.

Bioschafhaltung leicht gesunken

Nach den Produktionseinschränkungen 2009 sind 2010 wieder deutlich mehr Bioschafe gehalten worden. Zwar sind Bioschafe und Schafe generell noch ein Nischenprodukt, aber in Zeiten einer generell hohen Nachfrage nach Biofleisch lässt sich auch das eine oder andere Schaf mehr verkaufen.

Biogeflügel weiter im Aufwind

Die Biogeflügelhaltung wurde auch 2010 weiter ausgedehnt. Das entspricht der steigenden Nachfrage nach Biogeflügel. Der Bio‐Anteil ist bei Gänsen und Puten deutlich höher als bei den anderen Geflügelarten. Die Legehennenhaltung wurde 2010 auf 2,3 Mio. Legehennen ausgeweitet.

Wurden in den Vorjahren die Viehzählungen des Statistischen Bundesamtes verwendet, können MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) und AMI dem dort ausgewiesenen Bestandsrückgang nicht folgen und haben anhand der Marktentwicklung und den Daten der Öko‐Kontrollstellen die Zahl von 2,3 Mio.
Legehennen ermittelt. 6,4 Prozent der in Deutschland produzierten Eier stammen damit aus Bioproduktion.

Letzte Aktualisierung: 13.02.2012

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