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AMI-Strukturdaten zu Verkaufserlösen der Biolandwirte

AMI: Bio-Verkaufserlöse 2010

Die Verkaufserlöse der Biolandwirte sind 2010 wieder deutlich gestiegen
– und das obwohl sie weniger geerntet haben.

So legten insbesondere die Erlöse mit pflanzlichen Produkten sowohl in der Bio‐ als auch in der konventionellen Landwirtschaft zu. Und das obwohl die Ernten von Getreide, vielen Gemüsearten, Kartoffeln sowie Kernobst 2010 geringer ausfielen als ein Jahr zuvor. So stiegen die Verkaufserlöse für Bioprodukte um 20 Prozent, für konventionelle Produkte immerhin auch um 13 Prozent. Da die Preissteigerungen bei den Biolandwirten stärker ausfielen und bei den tierischen Produkten deutliche Produktionsausweitungen zu verzeichnen waren, erhöhte sich der Bio‐Anteil an den Verkaufserlösen der deutschen Landwirtschaft von 3,3 auf 3,5 Prozent. Insgesamt erlösten die Biolandwirte mit ihren Produkten 2010 knapp 1,30 Mrd. EUR, im Jahr davor waren es 1,09 Mrd. EUR.

Der Verkaufserlös errechnet sich aus den Mengen der in Deutschland produzierten landwirtschaftlichen Produkte und deren Erzeugerpreisen. Bei Getreide wird zum ersten Mal der Anteil nicht berücksichtigt, der als Futter auf den Betrieben verbleibt. Diese Anteile sind an die Verhältnisse im konventionellen Landbau angelehnt. Durch diese methodische Änderung, die wir rückwirkend auch für 2009 eingeführt haben, verringert sich der Verkaufserlös von Getreide im Vergleich zu früher veröffentlichten Werten. Auch der Verkaufserlös insgesamt fällt deshalb im Vergleich zu der im vergangenen Jahr veröffentlichten Zahl etwas niedriger aus. Diese Änderung war aber notwendig, um den Vergleich mit den Zahlen aus der konventionellen Landwirtschaft zu ermöglichen und korrekte Bio‐Anteile berechnen zu können.

Da Biobetriebe häufig extensiver bewirtschaftet werden und der Grünlandanteil höher ist als im konventionellen Landbau, lag der Verkaufserlös je Betrieb mit 59.000 EUR deutlich unter den Erlösen der konventionellen Kollegen von 124.000 EUR.

Ähnlich unterschiedliche Ergebnisse erhält man je Hektar Fläche, die sich zwischen 1.300 EUR im Biobetrieb und 2.200 EUR Erlös je Hektar im konventionellen Betrieb unterscheiden. Der Unterschied ergibt sich aus dem deutlich höheren Anteil extensiv bewirtschafteter Flächen. Werden die Grünlandflächen heraus gerechnet, stehen beide Bewirtschaftungsformen ungefähr gleich da.

Vergleicht man aber betriebswirtschaftliche Daten einzelner jeweils vergleichbarer Betriebe stehen Biobetriebe beim Einkommen je Arbeitskraft oder auch beim Gewinn je Hektar oder je Betrieb besser da als konventionelle Vergleichsbetriebe.

Vergleicht man die Erlöse der Landwirtschaft mit dem Umsatz des Lebensmitteleinzelhandels, wird deutlich, dass die deutschen Landwirte sowohl in der Bio‐ als auch in der konventionellen Bewirtschaftungsform jeweils ein gutes Fünftel davon erhalten. 2011 ist dieser Anteil sowohl bei den Biolandwirten auf als auch bei den konventionellen Landwirten auf 22 Prozent gestiegen. Der Rest der AMI‐Verkaufserlöse 2010 Erlöse verteilt sich auf die Verarbeitungs‐ und Packbetriebe, Handelsspannen und Importe. Die Exporte der deutschen Landwirtschaft müssen noch abgezogen werden, sie haben bei den konventionellen Produkten einen deutlich höheren Anteil als im Bio‐Sektor.

Die Erlösstruktur des Ökolandbaus unterscheidet sich deutlich von der des konventionellen Landbaus. Pflanzliche Produkte nehmen einen weitaus höheren Anteil ein: Entfallen bei Biolandwirten 27 Prozent des Erlöses auf Obst, Gemüse und Kartoffeln, waren es im konventionellen Landbau nur 10 Prozenz der Erlöse. Ebenso liegt Fleisch mit einem Erlösanteil von 19 Prozent im Biolandbau deutlich unter den Werten des konventionellen Landbaus mit 31 Prozent.

Während im konventionellen Landbau Fleisch die mit Abstand wichtigste Produktgruppe ist, sind es im Biolandbau Obst, Gemüse und Kartoffeln. Auch der Anteil der Milchproduktion am Verkaufserlös liegt im Bio‐Anbau mit 19 Prozent unter dem Anteil im konventionellen Landbau (24 Prozent).

2011 dürften die Verkaufserlöse der Biolandwirte auf ähnlichem Niveau bleiben wie 2010 oder noch leicht steigen. Bei Milch, Eiern und Fleisch dürften sich mit Produktionsausweitungen und Preissteigerungen die Verkaufserlöse weiter erhöhen. Die kleinere Getreideernte mit nahezu stabilen Preisen lässt kleinere Erlöse vermuten. Ebenso sieht es bei Kartoffeln und vielen Lagergemüsearten
aus. Dagegen ist die Kernobsternte bei nahezu stabilen Preisen 2011 wieder deutlich größer ausgefallen. Das Gewicht der tierischen Produkte dürfte weiter zunehmen und für stabile oder leicht höhere Verkaufserlöse 2011 sorgen.

Letzte Aktualisierung: 13.02.2012

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