Weitere Werbe- und PR-Instrumente zur Bekanntmachung
Mit persönlichen Kontakten und Mund-zu-Mund- Propaganda hält man den finanziellen Aufwand zwar gering, aber das reicht in den meisten Fällen nicht aus. Einige Instrumente, mit denen eine Aktion neben der Pressearbeit bekannt gemacht werden kann, werden im Folgenden vorgestellt:
Plakat
Ein Plakat muss ein Blickfang sein, es muss "ins Auge springen", denn der durchschnittliche Betrachter widmet einem Plakat oft nur wenige Sekunden Zeit. Optische Botschaften müssen sich oft gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen. Deshalb muss ein Plakat klar und einfach sein. Botschaften auf einem Plakat müssen sofort verstanden werden! Viele verschiedene Schriften und Schrifttypen (fett, kursiv, gesperrt, groß, klein) und zu viel Information verwirren den Betrachter, verhindern ein schnelles Erfassen und sollten vermieden werden. Weniger ist bei einem Plakat oft mehr! Inhaltlich müssen die zentralen W’s, die von der Pressemitteilung bekannt sind, beantwortet werden: Was findet wann, wo statt? Wer lädt wen ein? Welche Programm-Highlights gibt es?
Der Aufmerksamkeitswert geht auch mit der Größe des Plakates einher. Deshalbempfiehlt sich mindestens DIN-A-3-Format. Auch die Schriftgröße spielt eine entscheidende Rolle. Plakate kann man professionell drucken lassen oder sie aus Kostengründen auf dem Computer gestalten und ggf. auf ein Papier in einem größeren DIN-Format kopieren. Das Papier sollte nicht zu dünn sein, sodass es auch Wind und Regen standhalten kann.
Bitte achten Sie bei der Wahl des Aushangplatzes darauf, dass das Plakat gut sichtbar an einem Ort hängt, wo die Zielgruppe präsent ist. Der Zeitpunkt sollte etwa zwei Wochen vor der Veranstaltung liegen. Es empfiehlt sich, auch danach mehrmals zu prüfen, ob die Plakate noch hängen. So genanntes "wildes" Plakatieren an Litfasssäulen, Plakatvitrinen und Bushaltestellen, Großflächenplakatwänden ist nicht erlaubt. Das Plakatieren öffentlicher Flächen muss von den örtlichen Behörden genehmigt werden oder Sie müssen die Flächen von der Deutsche Städte-Medien GmbH – zu mitunter sehr hohen Preisen – anmieten. Deshalb fragen Sie besser bei ortsansässigen Geschäften, Behörden und Vereinsräumen nach, ob Sie Ihre Plakate dort gut sichtbar aufhängen dürfen.
Spartipp:
Farbige Plakate sind auffälliger als Schwarz-Weiß-Plakate. Um sich teure Farbausdrucke oder Farbkopien zu sparen, aber einen größeren Effekt zu erzielen, kann man auch eine Schwarz-Weiß-Vorlage auf farbiges Papier kopieren.
Handzettel
Der Handzettel ist ein beliebtes, preisgünstiges Instrument zur Bekanntmachung. Er kann leicht auf dem eigenen PC vorbereitet und in Farbe oder auch schwarzweiß in beliebiger Zahl ausgedruckt oder kopiert werden. Die Handzettel sollten, wie das Plakat, etwa zwei Wochen vor dem Aktionstermin, verteilt bzw. ausgelegt werden. Bei der Verbreitung der Handzettel kann man mit Multiplikatoren und Partnern kooperieren: Hofläden, Bäckereien, Metzgereien, Gemeinde- und Stadtverwaltung, Volkshochschulen usw. Die zentralen Informationen, die kommuniziert werden sollen, sind mit denen des Plakates identisch.
Anzeige
Prinzipiell unterscheidet man zwischen Kleinanzeigen im Anzeigenteil von lokalen Tageszeitungen und Anzeigenblättern und aufwändiger gestalteten Anzeigen, die eine professionelle Umsetzung erfordern. Aus Kostengründen kommt in den meisten Fällen die erste, einfachere Variante in Frage. Neben der Textinformation (was? wann? wo?) können einfache Gestaltungselemente wie z. B. das Logo des Veranstalters oder, wenn vorhanden, ein Aktionslogo eingebaut werden. Egal, ob Sie sich für eine mehr oder weniger aufwändigere Anzeigenvariante entscheiden, sollten Sie rechtzeitig zum Anzeigenblatt, Wochenblatt und zur Tageszeitung in Ihrem Einzugsgebiet Kontakt aufnehmen, um zu klären bis wann die Anzeige in welcher Form (ob als Ausdruck oder digitale Datei) dort vorliegen muss, damit diese rechtzeitig vor Ihrer Aktion veröffentlicht wird. Erfragen Sie, welche Anzeigenformate zu welchen Preisen möglich sind.
Internet
Es gibt gute Gründe, sich als Organisation, regionaler Verband oder ökologisch arbeitender Betrieb im Internet zu präsentieren, denn die Zahl der Personen, die das Internet nutzen, wächst ständig. Ein eigener Internetauftritt "nur" für die Online- Bekanntmachung einer einzelnen Aktion ist in der Regel zu aufwändig. Es macht jedoch Sinn, bereits bestehende Internetseiten zu aktualisieren und dort die aktuellen Aktionen und Termine schnell erkennbar zu integrieren. Jede Internetseite braucht ein inhaltliches Konzept, möglichst mit einfacher Struktur, die schnell erfassbar ist sowie einer klaren Gestaltung. Inhaltliche Rubriken können sein: Aktionen und Projekte, Adresse, Kontakt, Hintergrundinfos zum Öko- Landbau (z. B. als FAQ) und Presse (Pressemitteilungen, Pressefotos, Pressespiegel bisheriger Maßnahmen). Je nach Angebot kann dieses Menü auch erweitert werden z. B. durch Bio-Rezepte, Bio-Links, Bio-Termine, spezielle Fachinformationen.
Für die technische Einrichtung einer Internetseite muss mit einem Provider zusammengearbeitet werden. Wer keinen eigenen Internetauftritt hat und plant, sollte bei Kooperationspartnern, Organisationen und Institutionen anfragen, ob die Termine über bestehende Internetseiten (z. B. die offizielle Webseite der Stadt) bekannt gemacht werden können.
Infostand
Ein Infostand ist eine gute Möglichkeit, mit einem bestimmten Thema in der Öffentlichkeit präsent zu sein und direkt zu der Zielgruppe zu kommen. Da diese Aktionsform gerade an stark frequentierten Plätzen, wie Fußgängerzonen, gerne genutzt wird, ist es wichtig, sich etwas Besonderes einfallen zu lassen, um aufzufallen, die Passanten anzulocken und neugierig machen. Ansprechende
Verköstigungsaktionen und kleine Geschenke, so Ein Plakat soll in der Regel informieren, ankündigen, einladen und vor allem Interesse wecken.genannte Give aways sind ideal für einen Infostand zum ökologischen Landbau. Der Phantasie sind vom bedruckten Luftballon, über den Apfel bis zur Blume keine Grenzen gesetzt.
Darüber hinaus sind auch Aktionen am Stand möglich: Wettmelken, Mal- und Bastelwettbewerb für Kinder, Wein- oder Saftprobe, kleines Bio-Gewinnspiel, dessen Preis noch am gleichen Tag am Stand verlost werden sollte. Einige von den detailliert vorgestellten Leitfäden-Aktionen können auch am Stand durchgeführt werden. Grundsätzlich kann man sagen, je mehr Aktion am Stand stattfindet, desto höher sind die Kosten. Auch hier gilt: Gemeinsam geht es besser! Tun Sie sich mit regionalen Kooperationspartnern oder sogar Sponsoren zusammen. Ein Infostand kann auch gut im Rahmen von Veranstaltungen zum Öko-Landbau platziert werden, z. B. auf Hoffesten, bei Tagen der offenen Tür.
Wegen einer Genehmigung müssen Sie sich an die örtliche Gemeinde- oder Stadtverwaltung wenden. An einem Infostand muss immer ein ausreichend großer Materialtisch vorhanden sein, auf dem das mitgebrachte Informationsmaterial gut sichtbar ausgelegt wird. Kennzeichnen Sie eindeutig reine Ansichtsexemplare und Informationen, die kostenlos mitgenommen werden können. Sinnvoll ist auch, eine Möglichkeit einzurichten, um individuelle Fragen zu beantworten und zu zweit oder in einer kleinen Runde ausführlicher über ein Thema zu sprechen, z. B. an einem Bistro- Stehtisch. Und last but not least: Der Erfolg einer Präsentation mit einem Infostand steht und fällt mit freundlichem, kommunikativem und auskunftsfähigen Standpersonal. Die Betreuer sollten keine Scheu haben auf Leute zuzugehen.
Tipp:
Auch eine Infostandpräsenz sollte zusätzlich bekannt gemacht werden, z. B. mit Pressemitteilungen, Pressemappen, Plakaten und Handzetteln, die in der Nähe des Infostandes verteilt werden. Sie können auch gezielt Multiplikatoren, Kunden aber auch regionale "Prominenz" an den Stand einladen. Letztere interessieren wiederum die Medien.
Hier geht es weiter zum nächsten Kapitel:
Nachbereitung der Aktion
Letzte Aktualisierung: 24.07.2007

