April 2011: Bioverarbeitung als Baustein der Zukunftsfähigkeit
Seit Jahren schließen immer mehr inhabergeführte handwerkliche Bäckereien und Fleischereien für immer ihre Türen. Dieser Trend fordert von allen Betrieben, dass sie ihre Zukunftsfähigkeit prüfen. Biobetriebe scheinen hierbei Vorteile zu haben, sind sie doch seltener von Betriebsschließungen betroffen als konventionell arbeitende Kollegen.
Eine reine Umstellung der Rohstoffe von konventioneller Ware auf Bioware dürfte wenig Erfolg zeigen. Oftmals müssen die Rezepturen grundsätzlich an die veränderten Rohstoffe angepasst werden, da diese andere Verarbeitungseigenschaften (zum Beispiel andere Klebergehalte beim Weizen) aufweisen, oder bisher eingesetzte Verarbeitungshilfs- und Zusatzstoffe nicht mehr eingesetzt werden dürfen.
Auch die Gleichungen "Bio = Vollkorn" oder "Bio = Hausmacher Art" greifen zu kurz. Bei der Ausarbeitung eines neuen Sortiments müssen Kundeninteressen berücksichtigt werden; Zuwächse im Biobackwarensegment werden sicherlich nicht vom Kasten-Vollkornbrot alleine kommen. Trotzdem kann es insbesondere beim Einstieg in die Bioverarbeitung sinnvoll sein, sich zunächst auf ein abgetrenntes Teilsortiment zu begrenzen und dieses für den Kunden nachvollziehbar komplett auf Bio umzustellen.
Da Bioback- und Wurstwaren mittlerweile auch bei Discountern angeboten werden, müssen sich handwerkliche Betriebe mit Bio(teil)sortiment von diesen abgrenzen. Gute Möglichkeiten bieten Kooperationen mit Bioverbänden und damit verbunden ein regionaler Bezug der Rohwaren. Qualität, Angebotsindividualität und Service sind weitere Parameter, die hierbei helfen können.
Einen Schritt in eine weitere Richtung geht der neue Verein "Slow Food. Die Bäcker" (Claim: "Liebe zum Brot"). Der Verein definiert konkrete Vorgaben, zum Beispiel die Verwendung von Vor- und Sauerteigen, lange Teigführungen und Reifezeiten der Teige. Die Einhaltung wird durch ein unabhängiges Institut überprüft. Zusätzlich beurteilt eine Qualitätsprüfung den Geruch und Geschmack der Backwaren. Für qualitätsorientierte Biobäcker könnte eine Zusammenarbeit in diesem Netzwerk eine neue Möglichkeit bieten, sich zu profilieren.
Informieren Sie sich in diesen Beiträgen über den Einstieg in die Bioverarbeitung.
Zeitplan zum Einstieg als Biobäcker
Für jeden Betrieb ergibt sich aus den bisher beschriebenen Überlegungen ein ganz individuelles Profil. Für die konkrete Planung der einzelnen Schritte sollte zunächst ein Ziel definiert werden.
Biobackwarenherstellung: Ein möglicher Zeitplan zum Einstieg in den Biomarkt
Einstieg in die Biofleischverarbeitung
Beim Einstig in die Bioverarbeitung sind eine Vielzahl an grundlegenden Entscheidungen zu fällen. Die Beiträge in diesem Thema berücksichtigen verschiedene Aspekte, die für die Einführung der Bioverarbeitung relevant sind.
Thema: Einstieg in die Biofleischverarbeitung
Einstieg in die Biomilchverarbeitung
Biomilchverarbeitung ist insbesondere für viele landwirtschaftliche Betriebe eine Möglichkeit, die Wertschöpfung auf dem Betrieb zu erhöhen. Im folgenden Thema finden Sie eine
Zusammenstellung wichtiger Beiträge für den Einstieg in die Biomilchverarbeitung.
Allgemeine Fragen zum Einstieg
Die Zusammenarbeit mit einem Bioverband kann zur Profilierung beitragen, auch unterstützen Bioverbände ihre Lizenzpartner bei der Einführung der Bioproduktion. Bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Betriebskonzepten kann externe Unterstützung durch Experten sinnvoll sein.
Allgemeine Fragen zum Einstieg
Prinzipien der ökologischen Lebensmittelverarbeitung
Die ökologische Lebensmittelwirtschaft verfolgt den Grundsatz "Biologisch/ökologisch vom Feld bis auf den Tisch". Dabei haben sich über viele Jahre
Letzte Aktualisierung: 06.04.2011

