August 2011: Wie ökologisch ist die Verpackung?
Sommerzeit ist Erntezeit – ein Großteil der ökologisch verarbeitenden Unternehmen hat in dieser Jahreszeit alle Hände voll zu tun, die frischen Rohwaren zu verarbeiten oder für die kommende Verarbeitung vorzubereiten. Der Laden brummt, von Sommerloch ist bei zahlreichen Unternehmen nichts zu spüren, denn ein Teil der Belegschaft ist auf Urlaub in den Sommerferien angewiesen. Und ausgerechnet jetzt sollten die Gedanken um periphere Dinge wie Verpackungen kreisen? Wo doch viel wichtigere Dinge zu organisieren sind?
Spinnen wir den zeitlichen Faden noch ein wenig voran, kommt nach den Sommerferien schon der Herbst, und dies bedeutet dann spätestens die Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft. Zu dieser Jahreszeit bekommt das Thema Verpackung kurzzeitig gesamtgesellschaftliche (und anhand der zu beseitigenden "Berge" auch traurige) Relevanz. Die Zeit für eine eindringliche Beschäftigung mit der Thematik wird aber auch dann fehlen. Also: Nur Mut, sich mit dem stiefmütterlichen Thema Verpackung zu befassen – auch zu den unmöglichsten Jahreszeiten!
Wird von Lebensmitteln aus ökologischer Landwirtschaft gesprochen, lässt sich zu Recht auf ein nachhaltiges Konzept verweisen, das den Bedürfnissen von Mensch, Tier und Umwelt gerecht wird. Bezieht man dabei jedoch die zahlreichen (Einweg-)Verpackungen im ökologischen Lebensmittelbereich mit ein, sind derzeit petrochemische Produkte aus der ökologischen Lebensmittelbranche kaum wegzudenken. Kann dies als konsequent ökologisch bezeichnet werden?
Der Verpackungsmarkt stellt Hersteller ökologischer Lebensmittel vor eine wahre Herausforderung. Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen, die frei von gentechnisch veränderten Organismen sind oder gar ökologischen Anforderungen entsprechen, sind am Markt kaum vorhanden. Der ökologische und nachhaltige Lebensmittelmarkt ist im Vergleich zum gesamten Lebensmittelmarkt sehr klein und für die großen Hersteller petrochemischer Grundstoffe für Verpackungen zunächst nur von geringer Bedeutung. Umso wichtiger erscheint es an dieser Stelle, gemeinsam in der ökologischen Branche nach Lösungen zu suchen. Schließt sich in diesem Bereich die Branche weitestgehend zusammen, lässt sich durchaus eine Marktrelevanz für die Verpackungsbranche erzeugen. Interessant dürfte an dieser Stelle auch die Zusammenarbeit kleiner und mittelständischer Unternehmen aus der ökologischen Lebensmittelbranche mit ähnlich strukturierten Unternehmen aus der nachhaltig orientierten Verpackungsbranche sein.
Einen Einstieg in das Thema Verpackung bietet der Leitfaden "Nachhaltige Verpackung von Bio-Lebensmitteln – ein Leitfaden für Unternehmen" des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Der Leitfaden geht auf die besonderen Anforderungen im Lebensmittelbereich ein und nimmt eine Bewertung der einzelnen Materialien vor. Beispiele aus unterschiedlichen Unternehmen zeigen, wie dort eine nachhaltige Verpackungsstrategie umgesetzt wird.
Mehr Informationen
Einführung: Verpackung ökologischer Lebensmittel
Verpackungen müssen den logistischen Anforderungen des modernen Biohandels genügen, vor allem aber die Ware vor Umwelteinflüssen, Beschädigung, Verunreinigung und Mengenverlust schützen. Die Verpackung kann sich aber auch negativ auf den Inhalt auswirken.
Einführung: Verpackung von Ökolebensmitteln
Rechtliche Vorschriften für Verpackungen
Wer die Zulassung eines neuen Verpackungsmaterials beabsichtigt, findet in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau wenig konkrete Regelungen. Diese stehen in der Bedarfsgegenständeverordnung sowie der EU-Verordnung EG Nr. 1935/2004 und den ergänzend erlassenen Richtlinien wie der Kunststoff-Richtlinie 2002/72EG oder der Migrations-Richtlinie 82/711/EWG.
Rechtliche Vorschriften für Verpackungen
Umweltverträglichkeit von Verpackungen
Für eine möglichst ökologische Verpackung sind der Herstellungs- und Entsorgungsprozess sowie die Kreislauffähigkeit der verwendeten Materialien ausschlaggebend.
Umweltverträglichkeit von Verpackungen
Entsorgung von Verpackungen
Die aktuelle Verpackungsverordnung nimmt alle Inverkehrbringer von Verpackungen in die Pflicht, die Entsorgung der von ihnen in Verkehr gebrachten Verpackungen zu beauftragen. Verpackungen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen, müssen bei einem dualen System der Entsorgung lizenziert werden.
Einfluss der Verpackung am Beispiel Getränkeverpackung
Bei der Auswahl von Verpackungsmaterialien für Ökoprodukte ist einerseits eine mögliche Beeinflussung der Produktqualität, andererseits die Umwelteinwirkung der Verpackung zu prüfen.
Letzte Aktualisierung: 01.08.2011

