Sicherheit von Biolebensmitteln
Der Dioxinskandal Anfang dieses Jahres zeigte wieder einmal die Schwächen des Systems der globalisierten industriellen Lebensmittelwirtschaft. Preisdruck und geringe Mindeststandards schaffen den Akteuren oftmals nur wenige Möglichkeiten, nachhaltig sichere Produktionsketten zu entwickeln.
Ähnliches gilt für viele Akteure in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, wenn auch die Problemstellungen im Detail anders gelagert sind, und das System Bio auch zu Recht stolz auf seine hohen Mindeststandards sein kann. Da jedoch das Bedürfnis der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Produktsicherheit insbesondere beim Bezug von (Bio)lebensmitteln besonders hoch ist, müssen Anstrengungen unternommen werden, diese zu verbessern.
Initiativen hierzu gibt es in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft viele. So verwenden Akteure elektronische Rückverfolgbarkeitssysteme, um das Tracking und Tracing im Krisenfall über mehrere Handelsstufen übergreifend zu vereinfachen.
Isotopenanalysen und DNA-Abstammungstests als Markierung und zur Identifizierung von Chargen beziehungsweise die Überprüfung der Aussage zur Provenienz werden von einzelnen Unternehmen bereits genutzt. Zurzeit wird zudem die Praxistauglichkeit dieser Methoden wissenschaftlich überprüft.
Die Beprobung von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen zur Überprüfung des Nichteinsatzes unzulässiger Pflanzenbehandlungsmittel wurde von einigen Großhändlern, die Ware aus anderen EU-Staaten und Drittländern beziehen, als Routine implementiert. Die Unternehmen sehen hierin eine bessere Möglichkeit, eventuelle Verstöße gegen die gesetzlichen und privatwirtschaftlichen Biostandards zu erkennen, als es die Analyse von Endprodukten bietet. Zudem haben sie durch die frühere Information bessere Möglichkeiten der Reaktion auf auszuschließende Chargen.
Für dieses Monatsthema haben wir für Sie interessante Beiträge zum Thema "Sicherheit von Biolebensmitteln" aus dem Informationsportal Oekolandbau.de zusammengestellt:
Rückstände
Kontaminationen mit Pflanzenbehandlungsmitteln sind kein Kriterium, ob ein Produkt biologisch oder nicht biologisch erzeugt wurde. Gehalte können aber ein Indiz für einen Verstoß gegen die Produktionsvorschriften des ökologischen Landbaus sein.
Hier findenSie mehr zum Thema Rückstände.
Rückverfolgbarkeit
Lebensmittelrechtlich ist vorgeschrieben, dass Unternehmen für eine Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte sorgen müssen: Im folgenden Beitrag wird dargestellt, welche Vorgaben sich hieraus für die ökologische Lebensmittelwirtschaft ergeben und wie die Rückverfolgbarkeit praktisch erreicht werden kann.
Warenrückverfolgbarkeit
Drittlandsimporte
Drittlandsimporte gewinnen auch im Biobereich an Wichtigkeit. Im Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wurden Risikobereiche bei der Bioproduktion in Drittländern identifiziert und Maßnahmen für effektivere Inspektionen erarbeitet.
Drittlandsimporte
Methoden zur Unterscheidung ökologisch und konventionell erzeugter Produkte
Fluoreszenz-Anregungsspektroskopie und Physiologischer Aminosäurenstatus sind zwei Verfahren, die zur Unterscheidung der Anbauverfahren von landwirtschaftlichen Erzeugnissen hinzugezogen werden können. Die Verfahren wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes weiterentwickelt, lesen Sie hierzu mehr im
Beitrag: Differenzierung öko - konventionell
organicXML
Die Handelsstufen übergreifende Rückverfolgung stand im Mittelpunkt eines weiteren im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau geförderten Forschungsvorhabens. Da das Projektteam die Etablierung eines branchenweiten einheitlichen Rückverfolgbarkeitssystems als schwer zu erreichendes Ziel sah, wurde stattdessen ein einheitlicher Standard für Rückverfolgbarkeitsdaten definiert. Dieser ermöglicht einen Austausch von Rückverfolgbarkeitsdaten zwischen unterschiedlichen Rückverfolgssystemen.
Datenbanktechnische Voraussetzungen für ein Rückverfolgbarkeitssystem
Letzte Aktualisierung: 02.02.2011

