Mai 2011: Alles Neu macht der Mai
Gründe für Neuerungen gibt es viele – der Wonnemonat Mai ist einer. Das gilt auch für handwerkliche Betriebe: Sie sollten sich regelmäßig fragen, ob ihr Betriebskonzept noch das zu ihnen, den Kunden und der Zukunft passende ist. Dies kann zum Beispiel jährlich, nach Erstellen des Jahresabschlusses im Frühsommer, zur Routine werden. Wichtig ist diese Frage aber auch bei der Betriebsübergabe an einen Nachfolger.
Für Betriebe, die bisher noch nicht oder nur teilweise ökologisch produzieren, sollte diese Frage besonders fokussiert werden. Viele erfolgreiche Biobäckereien berichten, dass sie den Bioanteil ihres Sortiments kontinuierlich erhöhten und mit dieser Erweiterung auch der wirtschaftliche Erfolg wuchs. Denn die fixen Kosten, wie beispielsweise für die Zertifizierung, können auf größere Mengen umgelegt und die Einkaufspreise aufgrund der größeren Mengen reduziert werden. Zudem entfallen bei 100-Prozent-Biobetrieben die Kosten für die Warenstromtrennung.
Neben der Erhöhung des Bioanteils im Sortiment gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, sein Betriebskonzept zu optimieren. Beispiel Qualitätsoptimierung: Für Bäckereien bieten besondere Brotqualitäten, die sich durch langsame Teigführung erreichen lassen, eine gute Möglichkeit, sich zu profilieren. Für Fleischereien kann dies beispielsweise durch den Verzicht auf Zusatzstoffe oder die Verarbeitung von Warmfleisch erfolgen, bei Käsereien durch den Einsatz von Rohmilch.
Eine weitere Möglichkeit eröffnet sich, wenn man den regionalen Rohwarenbezug konsequent in den Mittelpunkt stellt. Vielen Betrieben scheint das Spektrum an regionalen Rohwaren nicht bewusst zu sein; hier hilft es, sich mit offenen Augen zu bewegen und einen aktiven Austausch mit den Erzeugern zu suchen. Möglichkeiten in diesem Bereich sind beispielsweise Sonnenblumenkerne, die nicht aus Übersee kommen, oder der Ersatz von Pistazien durch Karottenwürfel als farbige Einlage in Brühwürsten.
Ein "Tapetenwechsel" kann auch zur Erneuerung beitragen. Renovierungen müssen nicht immer umfassend und aufwendig erfolgen. Wichtiger ist vielmehr, grundsätzlich zu hinterfragen, an was festgehalten und was geändert werden kann. Bei einem Frühjahrsputz sollte jedoch nicht nur auf die Verkaufsräume ein Augenmerk gelegt werden, auch die Produktions- und Personalräume haben Aufmerksamkeit verdient.
Zum Thema Neuerungen haben wir für Sie folgende Beiträge zusammengestellt:
Checkliste Bioverarbeitung
Begleitend zum freiwilligen Codex der ökologischen Lebensmittelwirtschaft wurde eine Checkliste entwickelt. Sie hilft Bioverarbeitern zu überprüfen, ob alle grundlegenden Anforderungen erfüllt wurden.
Mit Beratung zum Erfolg!
Bei der Planung von Betriebsänderungen kann es sinnvoll sein, sich externen Sachverstands zu bedienen – das gilt auch für Familienbetriebe und handwerkliche Unternehmen.
Zeitplan zum Einstieg als Biobäcker
Für jeden Betrieb ergibt sich aus den bisher beschriebenen Überlegungen ein ganz individuelles Profil. Für die konkrete Planung der einzelnen Schritte sollte zunächst ein Ziel definiert werden.
Zeitplan zum Einstieg als Biobäcker
Warmfleischverarbeitung
Die Warmfleischverarbeitung ist eine traditionelle Technologie, die große Vorteile bringt. Von größter Wichtigkeit ist dabei die Schnelligkeit der Verarbeitung. Viele Fleischer sehen sich nicht in der Lage, eine Warmfleischverarbeitung zu praktizieren. Techniken wie das Warmschroten bieten jedoch gute Möglichkeiten, die Produktion zu optimieren.
Fleisch- und Wurstwaren ohne Pökelstoffe
Forschung und Praxis zeigen, dass die Produktion und die Vermarktung sicherer Fleisch- und Wurstwaren auch ohne beziehungsweise mit verminderten Gehalten an Zusatzstoffen möglich ist.
Leitfaden: weniger Pökelstoffe
Kneten und Gären
Während der Teigbereitung laufen sehr komplexe Vorgänge ab. Welche Bedeutung hat der Knetvorgang? Welchen Einfluss haben verschiedene Aggregatzustände auf die Teigentwicklung und was passiert bei der Teiggärung?
Letzte Aktualisierung: 09.05.2011

