November 2011: Klasse statt Masse - saisonale Anpassung des Sortiments
Streifzüge durch die Messen des Lebensmittelhandels und -handwerks in den letzten Wochen haben es wieder deutlich gemacht: Aufgrund globaler Vernetzung und moderner Verfahren der Haltbarmachung können rund ums Jahr alle erdenklichen Zutaten bezogen werden und auch als verarbeitete Produkte vermarktet werden. Tomaten, Zucchini und Co. werden das ganze Jahr über im Handel angeboten, Weihnachtsartikel werden den Endverbrauchern seit September angepriesen. Einzig der Anteil der Zitrusfrüchte im Sortiment signalisiert, dass der Winter kommt.
Im Bereich der Milchprodukte zeigt sich das Sortiment etwas abwechslungsreicher: Molkereien kreieren seit einigen Jahren erfolgreich saisonale Produkte, wie beispielsweise Joghurt mit den herbstlich-winterlichen Noten "Birne Haselnuss", "Karamell", "Pflaume Zimt" oder "Orange". Im Frühsommer wird im konventionellen Handel die Vermarktung des Mai-Goudas inszeniert.
Der Einfluss von Saisonalität auf Fleischereien beschränkt sich meist auch nur auf ein verstärktes Angebot von Grillspezialitäten an sonnigen Tagen in der wärmeren Jahreszeit, an den Einsatz von Bärlauch im April bis Juni und an die Herstellung von Blut- und Leberwürstchen für die Schlachtplatte im Winter.
Die diesjährige Messe "südback" zeigte, welche Strategie viele Bäcker und Konditoren nutzen, um ein für den Kunden interessantes Angebot zu ermöglichen. Sie versuchen, täglich eine große Angebotspalette anbieten zu können und nutzen hierfür Backmittel, TK-Rohlinge und ähnliche vorgefertigte Erzeugnisse. Das scheint für viele handwerklich wirtschaftende Betriebe eine passende Lösung zu sein - was dabei aber leicht auf der Strecke bleibt, sind Individualität und Abwechslung. Dies hat zur Folge, dass viele Mitbewerber gleiche oder zumindest ähnliche Erzeugnisse anbieten.
Eine andere Strategie, das Standard-Sortiment schlank und wirtschaftlich zu halten und durch ein wechselndes saisonal angepasstes Zusatzsortiment zu ergänzen, findet man seltener umgesetzt. Sie erfordert auch eine besondere Souveränität der Inhaber, sich konsequent vom Mainstream abzugrenzen. Eine Gruppe von Bäckern, die einen eigenen Weg gehen wollen, präsentierte sich auf der Messe erstmals öffentlich. Unter dem Namen "Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V." haben sich qualitätsorientierte Bäcker zusammengeschlossen, die ihren Kunden nur traditionell gefertigte Erzeugnisse anbieten und auf industriell hergestellte Backmischungen und TK-Rohlinge verzichten. Das Interesse an diesen Bestrebungen war bei einigen der Messegäste groß.
Die ausgewählten Beiträge für dieses Monatsthema zeigen für unterschiedliche Handwerksbereiche Möglichkeiten auf, wie sie sich mit einem kreativen Sortiment erfolgreich von der Masse abheben können.
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Holzbacköfen
Backen im Holzbackofen ist die bodenständigste und traditionellste Form des Backens, die jeder Bäcker mal erlebt haben sollte. Die Verarbeitung im Holzbackofen kann aber zudem auch der Profilierung des eigenen Sortimentes dienen.
Backwarenherstellung: Holzbacköfen
Rezepte für Biobackwaren
Lust auf neue Rezepte? Der Rezept-Finder bietet rund 100 Rezepte für Biobrot, Biobrötchen und Biofeingebäck - alle praxiserprobt von Biobäckern!
Bewährte Rezepte aus der Praxis
Ökowurstherstellung
Die Produktion von verschiedenen Wurstarten in ökologischer Qualität steht im Mittelpunkt einer Reihe von Beiträgen. Der Fokus wird hier insbesondere auf die schrittweise Darstellung des Herstellungsprozesses und auf Rezepturen gelegt.
Ökowurstherstellung
Warmfleischverarbeitung
Nicht in jedem Betrieb ist sie möglich: die Warmfleischverarbeitung. Mit rationellen Arbeitsabläufen und Verfahren, wie beispielsweise dem Warmschroten, ist diese Produktionsart jedoch weit mehr Betrieben möglich als sie in der Praxis umgesetzt wird. Das Aroma warm verarbeiteten Fleisches unterscheidet sich positiv von dem handelsüblicher Waren, auch kann der Einsatz an Zusatzstoffen minimiert werden.
Warmfleischverarbeitung
Schmelzkäse handwerklich herstellen
Schmelzkäse wird von vielen Verbrauchern gerne gegessen. Leider schreckt die industrielle Fertigung auch hartgesottene Gemüter. Das muss aber nicht sein. Bioschmelzkäse als Premiumprodukt kann dazu beitragen, Überproduktionen und qualitätsgeminderte Produkte umzuarbeiten.
Schmelzkäseherstellung
Rohmilchverarbeitung
Die Verarbeitung von Rohmilch passt sehr gut zur handwerklichen Milchverarbeitung. Hier ist das wirtschaftliche Risiko überschaubarer, das durch einzelne qualitätsgeminderte Chargen entsteht. Denn das ist klar: Um Premiumprodukte erzeugen zu können, muss man bereit sein, auch Chargen minderer Qualität umzuarbeiten oder gar zu verwerfen.
Rohmilchverarbeitung
Ziegenmilchprodukte
Ziegenkäse erfreut sich bei Käseliebhabern einer großen Beliebtheit. Auch für Kuhmilchallergiker kann dieser Käse eine gute Alternative sein.
Produkte aus Ziegenmilch
Letzte Aktualisierung: 01.11.2011

