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Clean Label Europe

Konferenz vom 16. bis 17.06.2010
externer Link folgtwww.ficleanlabel.com

Kampffmeyer Mühlen GmbH

externer Link folgtwww.kampffmeyer.de

Medientipp

Leitfaden zur Herstellung von Ökofleisch- und wurstwaren ohne oder mit reduziertem Einsatz von Pökelstoffen

Bezug über den externer Link folgtFiBL-Shop

Seminartipp

Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau finden 2010 zahlreiche Praxisseminare für die ökologische Lebensmittelwirtschaft statt, einige haben die Vermeidung von Zusatzstoffen als Schwerpunkt.

Zu den Terminen

Clean Labeling

 
Computergesteuerte Rezepturen-Waage mit Display
Die Substitution von Zusatzstoffen mit anderen Zutaten technologischer Wirkung ist ein neuer Trend. Bild: D.Menzler

Die Produktion von natürlichen Lebensmitteln ist eines der wichtigsten Ziele der ökologischen Lebensmittelwirtschaft. Dieses verfolgen auch immer mehr Hersteller konventioneller Produkte. Die Auswahl von Rohstoffen und Zutaten wird somit zum Marketinginstrument. Gezielt werden Rohstoffe gesucht, die der Verbrauchererwartung zur "Natürlichkeit" entsprechen und nicht als Zusatzstoffe gekennzeichnet werden müssen.

Der Begriff "natürlich" ist im Gegensatz zu den Begriffen "ökologisch" und "biologisch" nur begrenzt in der Lebensmittelgesetzgebung reglementiert. Nur Aromen werden in natürliche, naturidentische oder künstliche Aromastoffe unterteilt.

Verbrauchererwartung

Im Auftrag der Mühlengruppe Kampffmeyer hat das Marktforschungsunternehmen GfK eine repräsentative Verbraucherbefragung durchgeführt, um zu ermitteln, welche Herstellungs- und Konservierungsverfahren sowie Bindemittel von Endverbrauchern als natürlich angesehen werden.

Vertraute Verfahren wirken natürlicher

Bei den Verfahren werden alle dem Verbraucher vertrauten Verfahren, wie Backen, Kochen, Mahlen, Kühlen und Trocknen, als natürlich angesehen. Als nicht natürliche Herstellungs- und Konservierungsverfahren hingegen werden die Oxidation, Zugaben von Enzymen oder Konservierungsstoffen und die Bestrahlung mit ionisierenden Strahlen angesehen.

Einschätzung der "Natürlichkeit" von Konservierungsverfahren

Zustimmung in Prozent der Befragten

Top-Box 1-2*
Sehr natürlich bis natürlich (%)

Low-Box 4-5*
Unnatürlich bis sehr unnatürlich (%)

Backen

88,8


Kochen

88,8

0,9

Mahlen

87,9

1,6

Kühlen

86,2

1,2

Trocknen

84,0

1,8

Tieffrieren

73,7

2,4

Zugabe von Enzymen

16,5

8,0

Zugabe von Konservierungsstoffen

3,3

79,8

Zugabe von Oxidationmitteln

2,0

81,3

Bestrahlung

2,0

85,0

*sehr natürlich=1, natürlich=2, weder noch=3, unnatürlich=4, sehr unnatürlich=5
Daten: Kampffmeyer Food Innovation GmbH/ GfK

 

Was der Verbraucher nicht kennt, muss unnatürlich sein

Der Eindruck, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ihnen vertraute Verfahren und Zutaten als natürlich bevorzugen, zeigte sich auch bei der Frage, welche Bindemittel von Verbrauchern als natürlich empfunden werden. Hierbei schnitten Mehle aus Weizen und Reis deutlich besser ab als Gelatine und Proteine. Guarkernmehl, Agar-Agar und Carrageen, natürliche Produkte mit einer geringen technologischen Tiefe, finden weniger Zustimmung beim Endverbraucher. Ihm sind diese Produkte weniger vertraut, somit kann er deren Natürlichkeit nur schwer einschätzen.

Einschätzung der "Natürlichkeit" von Bindemitteln

Zustimmung in Prozent der Befragten

Top-Box 1-2*
Sehr natürlich bis natürlich (%)

Low-Box 4-5*
Unnatürlich bis sehr unnatürlich (%)

*sehr natürlich=1, natürlich=2, weder noch=3, unnatürlich=4, sehr unnatürlich=5
Daten: Kampffmeyer Food Innovation GmbH/ GfK

Weizenmehl

90,2

1,4

Reismehl

86,0

2,2

Gelatine

56,3

14,7

Proteine

54,0

27,3

Johannisbrotkernmehl E 410

44,1

40,8

Guarkernmehl E 412

20,8

49,3

Agar-Agar E 406

17,3

69,8

Carrageen E 407

1,2

79,9

Chemisch modifizierte Stärke

1,9

79,9

Cupboard cooking

Für die Produktentwicklung in der Lebensmittelwirtschaft haben diese Erkenntnisse die Konsequenz, dass für die Produktion Verfahren und Techniken Anwendung finden, die auch dem Endverbraucher in seiner eigenen Küche zu Verfügung stehen. Im Englischen wird dies als Cupboard cooking (zu Deutsch: Küchenschrank-Kochen) bezeichnet.

Clean Labeling

Die Verbauchererwartung an die Begrifflichkeit "natürlich" muss beim einfachen Clean Labeling, also dem Verzicht auf Zusatzstoffe und deren eventueller Substitution durch andere Zutaten mit technologischer Wirkung, nicht berücksichtigt werden. Insbesondere aber bei Produkten, bei denen ihre natürliche Herkunft herausgehoben werden soll, können die Erkenntnisse aus dieser Umfrage zum Erfolg des Produktes beitragen.

Letzte Aktualisierung: 25.06.2010

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