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Marketing - Der Preis als strategisches Mittel

 

Preisänderungen können sowohl nach oben als auch nach unten vorgenommen werden.

Durch Preissenkungen kann die Nachfrage nach diesen Bioprodukten manchmal kurzzeitig angekurbelt werden.

Niedrige Preise begünstigen jedoch kaum eine nachhaltige Umsatzsteigerung. Deshalb sollten Preissenkungen nur sehr gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt werden:

  • durch reduzierte Einführungspreisen wird dem Handel die Möglichkeit gegeben sich von der Besonderheit neuer Produkte zu überzeugen, ohne ein größeres Risiko eingehen zu müssen.
  • Verwendungsbezogene Preisdifferenzierungen können dazu genutzt werden Produktionschargen mit leichten Mängeln abzusetzen, ohne dem Image des Standardproduktes zu schaden (z.B. Backkäse, Reibkäse etc.).
  • Bei kurzfristigem Absatzstau kann ein zeitlich begrenztes Aktionsangebot zur Entlastung der Lagerräume beitragen und der Kundenpflege dienen. Dieses Preispolitikum sollte jedoch dosiert angewandt werden und bei häufigerem Angebotsüberhang zunächst die Wirksamkeit anderer absatzfördernder Mittel überprüft werden.
  • Auf Handelsebene können Mengenrabatte oder Rabatt bei Selbstabholung ein kostensparendes Abnahmeverhalten fördern.

Durch langfristige Preissteigerungen soll eine Angleichung an die Teuerungs- und Inflationsrate erzielt werden sowie die Wirtschaftlichkeit der Milchverarbeitung gesichert werden. Aufgrund des allgemeinen Preisdrucks ist eine Anhebung unter Umständen jedoch schwer zu realisieren.

Während in der Direktvermarktung geringfügige Preisanstiege von den Verbrauchern kaum bemerkt werden oder aufgrund größerer Vertrauensbasis leicht akzeptiert werden, reagiert der Handel oft empfindlich auf Preissteigerungen. Diese Preissensibilität resultiert aus der bereits sehr knappen Kalkulation biologischer Milchprodukte im Handel, der leichteren Vergleichbarkeit der Preise durch den Verbraucher sowie aus der möglichen Substitution des Hofproduktes durch billigere Handelsware.

Jedoch ist auch im Zwischenhandel eine gut begründete Preissteigerung erreichbar, wenn diese dem Produktwert entspricht, mit dem Handelspartner abgestimmt und mit verkaufsfördernden Maßnahmen begleitet wird.

Am problemlosesten lässt sich das Preisniveau anheben, wenn neue Sorten sowie Varianten des bestehenden Angebotes eingeführt oder neue Distributionskanäle erschlossen werden.

Letzte Aktualisierung: 22.11.2011

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